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Lübeck Possehlbrücke kostet 20,5 Millionen Euro
Lokales Lübeck Possehlbrücke kostet 20,5 Millionen Euro
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21:16 16.11.2018
Die Possehlbrücke soll Ende 2019 fertig sein. Quelle: Timon Ruge
Lübeck

Extrem teures Bauwerk: Die Possehlbrücke kostet satte 20,5 Millionen Euro. Das geht aus Unterlagen hervor, die die Stadt jetzt veröffentlicht hat. Denn: Zu den 15 Millionen Euro Baukosten kommen noch weitere 5,5 Millionen Euro an Kosten für Gutachten, Planung, Leitungsverlegungen. Die hatte die Stadt bereits ausgegeben, bevor der Bau gestartet ist. Zudem hat die Stadt jetzt große Bauprojekte für 2019 vorgestellt.

Dauer-Baustelle Possehlbrücke

Die Possehlbrücke ist Lübecks Dauer-Baustelle. Baustart war im März 2015. Jetzt soll sie im November 2019 fertig sein. Die Lübecker können die Querung seither nur auf einer Spur nutzen. Denn die Baustelle hat sich verzögert – um dreieinhalb Jahre. Die Baustelle dauert nicht nur länger, sonder sie ist auch sehr viel teurer geworden. Denn die Kosten sind explodiert. Ursprünglich waren neun Millionen Euro geplant. Dann stritten sich Stadt und Baufirma. Man einigte sich im Sommer 2018 auf 15,5 Millionen Euro. Was aber nicht erzählt wurde: Die Gesamtkosten des Projekts stiegen damit auf satte 20,5 Millionen Euro an – inklusive der Kosten für Planungen, Gutachten, Leitungsverlegungen.

Als die Querung in den 1950ern gebaut wurde.

Josephinenbrücke wird teurer

Die Josephinenbrücke wird 2019 für Stau sorgen in der Stadt. Denn sie wird von Januar bis Dezember komplett gesperrt. Wann es genau losgeht, kann Steffi Wulke-Eichenberg nicht sagen. Sie ist Leiterin des Bereichs Verkehr. Auch bei der Josephinenbrücke sind die Kosten gestiegen: Sie haben sich verdoppelt auf 4,37 Millionen Euro. An dem Bauprojekt sind neben der Stadt auch Stadtwerke und Entsorgungsbetriebe beteiligt. Denn es werden ebenfalls Leitungen unter der Brücke geführt, die neu verlegt werden müssen.

Dauert länger: Baustelle Moislinger Allee

Die Baustelle in der Moislinger Allee wird voraussichtlich länger dauern als geplant. Ursprünglich wollte die Stadt mit dem Straßenbau Anfang 2019 starten. Jetzt geht es erst im August 2019 los. Wann sie fertig wird, ist unklar. „Einen Fertigstellungstermin kann ich nicht nennen“, so Wulke-Eichenberg. Der Umbau der Straße zwischen Lindenteller und Lachswehrallee ist im Mai 2018 gestartet. Als Erstes haben die Entsorgungsbetriebe die Straße aufgemacht und Leitungen verlegt. „Wir sind gut im Zeitplan“, sagt Sprecherin Cornelia Tews. Seither können die Lübecker zwar weiter in beide Richtungen durch die Moislinger Allee fahren, aber die Spuren wurden verengt. Im Frühjahr 2019 legen die Stadtwerke dort Leitungen. Und ab August baut die Stadt die Straße. Die Kosten: Der Ausbau der Moislinger Allee schlägt mit 11,5 Millionen Euro zu Buche. Davon zahlt das Land 7,5 Millionen Euro, die Stadt vier Millionen Euro. Der erste Abschnitt der Moislinger Allee ist bereits 2007 ausgebaut worden.

Teure Straßen

Mehr als 60 Millionen Euro pro Jahr stecken Stadt, Stadtwerke und Entsorgungsbetriebe in lübsche Straßen – oberirdisch und unterirdisch. „Wir koordinieren die Bauprojekte seit Jahren“, so Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos). Wenn Entsorgungsbetriebe und Stadtwerke Leitungen verlegen, reißen sie die Straßen auf. Im besten Fall macht die Stadt dann die Straße neu. Oder: Erneuert die Stadt eine Straße, werden erst Leitungen verlegt.

Weitere Baustellen im nächsten Jahr

In Travemünde geht es schon im Januar los: Rund um den ehemaligen Parkplatz Baggersand werden die Straßen umgebaut. Das dauert bis November 2019. Die Kosten: 470 000 Euro. Die Travemünder Landstraße wird zwischen Teutendorfer Weg und Rewe-Markt komplett erneuert. Die Einfahrt zum Parkplatz Baggersand verschwindet, zwei Bushaltestellen werden zusammengelegt. 2019 wird in Lübeck der Heiligen-Geist-Kamp von Grund auf neu gemacht. Die Ziegelstraße wird frisch asphaltiert. Für beide Bauprojekte stehen weder Zeiten noch Kosten fest. Außerdem geht die Sanierung zweier Brücken weiter: Wakenitzbrücke und Lachswehrbrücke.

Josephine von Zastrow

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