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Lokales Lübeck Das ist der Entwurf für die Wallhalbinsel
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18:47 02.11.2018
Entwurf für die Nördliche Wallhalbinsel, links unten am Stadtgraben das geplante LN-Medienhaus, vorn rechts das Hotel. Quelle: Riemann Architekten
Innenstadt

Mit der Vorstellung der Pläne in den Media Docks ist die Planungsphase für Lübecks Nördliche Wallhalbinsel am Freitag auf die Zielgerade gegangen. Auf dem ehemaligen Hafengelände, das vor allem durch die historischen Hafenschuppen geprägt ist, sollen drei Neubauten entstehen: ein Hotel, ein Medienhaus für die Lübecker Nachrichten und ein kleineres Gebäude mit Außenanlagen für den bereits bestehenden Strandsalon.

Fünf Architekturbüros hatten den Auftrag, Pläne für die Flächen zu entwickeln, auf denen die Neubauten entstehen sollen. Zwei davon waren Lübecker Büros. Eines davon, Riemann Architekten, hat den ersten Preis gewonnen. Das entschied eine Jury, in der unter anderem der Gestaltungsbeirat, die Projektgruppe Initiative Hafenschuppen (PIH), die Stadtverwaltung, die Bürgerschaft und die Investoren vertreten waren.

Daniel Drewlani (l.) und Hanno Nachtsheim vom Büro Riemann Architekten, Lübeck, mit einem Modell ihrer Entwurfe für das Hotel und das LN-Medienhaus. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Der siegreiche Entwurf wird nun in den Bebauungsplan eingearbeitet, der im Juni 2019 der Bürgerschaft vorgelegt wird. Es geht dabei noch nicht um die konkrete äußere Gestalt der Gebäude, sondern um grundsätzliche Fragen wie die Umrisse der Baufelder, die Geschosshöhen, die Gestaltung der Plätze zwischen den Gebäuden und die Verkehrsführung.

Die Architekten haben sich nach eigener Aussage dafür entschieden, ihren Entwurf eng an die vorhandenen Strukturen anzulehnen. „Das Stichwort ist weiterbauen. Kein Gegensatz, kein Kontrapunkt, sondern das Bestehende mit den architektonischen Mitteln unserer Zeit weiterentwickeln“, sagte Hanno Nachtsheim, der die Pläne für den erkrankten Helmut Riemann erläuterte.

Ein Hotel mit Blick auf die Altstadt, ein Medienhaus für die LN am Stadtgraben und ein Strandsalon mit Palmen: So stellen sich die Architekten vom Lübecker Büro Riemann die zukünftige Gestalt der Nördlichen Wallhalbinsel vor.

Für die Grenzen der Baufelder orientierten sich die Planer an den Gleisanlagen der Hafenbahn, die bis heute erhalten sind. Sie waren, wie Nachtsheim auf einem historischen Foto zeigte, schon installiert, bevor die ersten Schuppen entstanden, und sollen dem Entwurf zufolge auch bleiben. „Das ist eine Struktur, die ein Gebäude sehr stark mit diesem Ort verknüpft. Es könnte so nicht auch in Hamburg stehen.“

Der größte der geplanten Neubauten ist das Hotel. Es soll an der Zufahrt zur Nördlichen Wallhalbinsel auf der Traveseite hinter dem Drehbrücken-Haus entstehen. Auf den Riemann-Plänen erscheint es als langgezogener, dreigeschossiger Bau (Erdgeschoss mitgerechnet), der eng an die Gestalt der Hafenschuppen angelehnt ist. Das Medienhaus ist auf der gegenüberliegenden, dem Stadtgraben zugewandten Seite vorgesehen. Es wird (mit Erdgeschoss) vier Geschosse haben. Von der Katharinenstraße aus werden das Dach der Katharinenkirche und der Turm der Jakobikirche darüber weiterhin zu sehen sein.

Für den Strandsalon, die Gastronomie an der Spitze der Halbinsel, sieht der Plan auf der Stadtgrabenseite ein Gebäude mit gegliederter Glasfassade vor, das dem angrenzenden Hafenschuppen nachempfunden, aber deutlich kleiner ist. Daneben schlagen die Architekten eine Pergola vor.

Obwohl der Plan und die Grafiken schon detaillierte Vorschläge für die Gestaltung der Gebäude enthalten, wird es dafür noch zwei Hochbau-Wettbewerbe geben – einen für das Hotel und einen für das Medienhaus. Zu beiden werden je fünf Architekturbüros eingeladen, darunter in beiden Fällen das Büro Riemann.

Die Entscheidung der Jury im jetzt abgeschlossenen Gutachterverfahren war nach Aussage ihrer Sprecherin Petra Kahlfeldt „sehr eindeutig“. Es sei ein Ergebnis, „mit dem wir sehr gut in die Zukunft schauen können“, stellte Bausenatorin Joanna Hagen fest. In den nächsten Wochen wird der Entwurf für einen neuen Bebauungsplan fertiggestellt und dem Bauausschuss der Bürgerschaft übergeben. Gleichzeitig werden die Hochbau-Wettbewerbe ausgelobt. Die Bürgerschaft wird voraussichtlich im Juni 2019 einen Beschluss fassen. Die Bauarbeiten könnten dann – unter Beteiligung der Archäologie – im Spätsommer 2019 beginnen.

Hanno Kabel

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