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Lübeck Lübeck, Stadt der Falken, Spinnen und Streuobstwiesen
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19:12 02.06.2017

. Natur ist auf dem Land? Das ist ein Vorurteil. Dem begegnet die Kulturstiftung der Hansestadt Lübeck mit den Aktionstagen „Artenvielfalt erleben“, die von Freitag, 16. Juni, bis Sonntag, 18. Juni, zum siebten Mal stattfinden. Lübeck sei sogar ein „Hotspot der Biodiversität“, sagte Susanne Füting, Leiterin des Museums für Natur und Umwelt, am Freitag bei der Vorstellung des Programms in den Ausstellungsräumen.

Birgit Hartmann (l.), Ingrid Bauer (beide Bereich Naturschutz) und Susanne Füting (r., Museum für Natur und Umwelt). Quelle: Foto: Hanno Kabel

„Ich freue mich, dass es uns gelingt, die Artenvielfalt auch mal schön darzustellen“, sagte Ingrid Bauer vom Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz, „und wir nicht immer nur die Schlagzeilen haben, dass eine Windelbauchschnecke ein Bauprojekt verhindert.“ Das Programm der Aktionstage mit mehr als 60 Veranstaltungen führt die Besucher in Kräuter- und Gemüsegärten, auf Obstwiesen und Dünenwege, in den Wald und die Knicks. Die Besucher können wandern, sich Biotope erklären lassen, Vorträge hören – oder Workshops zum Mikroskopieren oder ayurvedischem Kochen mitmachen. Ein „Öko- und Vielfaltsmarkt“ auf dem Domhof ist am Sonnabend Teil des Programms. Nicht alles, was dort angeboten wird, hat mit biologischer Artenvielfalt zu tun – es gibt dort auch Kunsthandwerk und Energieberatung.

Füting wies auf die verschiedenen Lebensräume im Stadtgebiet hin: Küste, Wald, Trockenrasen, Streuobstwiesen. Aber auch die dichter besiedelten Teile der Stadt nahm sie nicht aus. „Städte werden als Orte, wo die Artenvielfalt bewahrt wird, immer wichtiger.“ Als Beispiele nannte sie Wanderfalken, die auf den Türmen der Marienkirche nisten, Mauersegler, die in der Altstadt jagen, und Fischotter, die sich nachts in der Kanaltrave tummeln. Die Amsel, die wir aus unseren Gärten kennen, sei eigentlich ein Waldvogel. Auf der Altstadtinsel gibt es viel zu entdecken: Auf einem nächtlichen Spaziergang können Besucher Spinnen aufspüren, die sich tags in Mauernischen und Ritzen verbergen.

Als Beispiel für die erstaunliche Vielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt nannte Füting eine Studie, die für Schleswig-Holstein allein 112 Brombeerarten nachwies. „Wir kennen ja nur einen bestimmten Anteil der auf der Erde lebenden Arten“, sagte sie. Ob es auch in Lübeck noch unentdeckte Arten gibt? „Davon gehe ich aus.“ Die größten Gefahren für die Artenvielfalt sind nach ihrer Einschätzung Zersiedlung und intensive Landwirtschaft.

In den Augen von Ingrid Bauer ist das Wissen über die Arten selbst ein Beitrag zum Naturschutz. „Immer weniger Menschen kennen Arten. Selbst im wissenschaftlichen Bereich ist das sehr viel weniger geworden“, sagte Ingrid Bauer. Es gehe um die Motivation zum genauen Hinschauen. „So dass man zum Beispiel Jakobskreuzkraut von Johanniskraut unterscheiden kann.“ Sie betonte, dass es viele Veranstaltungen für Kinder gebe, und sprach aus eigener Erfahrung: „Als Kind war ich ganz viel in der Natur, und das ist bei allen so, die sich dafür einsetzen.“

Das Programm der Aktionstage gibt es als gedruckte Broschüre oder als pdf-Datei im Internet unter http://

tinyurl.com/mjjnqxl. Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen ist frei. Bei einigen ist eine Anmeldung erforderlich.

Hanno Kabel

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