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21:22 18.01.2016
Laut Handelsverband Nord nutzen viele Ladendiebe den Umstand, dass kaum Personal da ist. Quelle: Fotolia

Ein Paradies für Langfinger: Die Hansestadt ist Spitzenreiter im Norden, wenn es um das Thema Ladendiebstähle geht. Im bundesweiten Vergleich landet Lübeck laut einer Studie von „Fashionlane.de“ auf Platz elf — und damit sogar noch vor Berlin (13). Kiel folgt als zweite Stadt im Norden erst auf Rang 43. „Aller modernen Überwachungstechnik zum Trotz bleibt die Masse der Einzelhändler das beliebte Zielobjekt der Straftäter“, schreiben die Verfasser der Studie. 2014 wurden in Lübeck insgesamt 1969 sogenannte einfache Ladendiebstähle polizeilich registriert — wenn Langfinger einfach Waren einstecken. Das ergibt eine Quote von 925 Taten pro 100 000 Einwohner.

„Besonders betroffen ist die Innenstadt mit 831 Diebstählen“, sagt Lübecks Polizeisprecher Stefan Muhtz. Diese Zahl sei nicht verwunderlich, da es auf der Insel sehr viele Geschäfte gebe. Dahinter folgt bereits St. Lorenz Nord mit 385 Delikten, „vermutlich durch die Märkte und Geschäfte an der Lohmühle“. Auf Rang drei landet St. Gertrud mit 204 Diebstählen, ein Grund dürfte laut Muhtz die Anzahl der Läden am Kaufhof sein. Das Schlusslicht bei Lübecks Stadtteilen bildet Schlutup — deutlich abgeschlagen mit lediglich fünf Delikten im Jahr 2014.

Es ist bereits die dritte Studie dieser Art, die Lübeck in keinem besonders guten Licht erscheinen lässt. Die Hansestadt ist im Norden ebenfalls Spitzenreiter bei den Fahrrad- und Autodiebstählen (die LN berichteten). „Ich kann es mir nur damit erklären, dass wir vor allem auf der Grünen Wiese relativ große Geschäfte mit verhältnismäßig wenig Personal haben“, sagt Hans Frick, Vizepräsident des Handelsverbandes Nord, gegenüber den LN. Das erleichtere es Dieben, Waren einzustecken und unbemerkt aus dem Geschäft zu verschwinden.

Laut Fashionlane-Studie liegt Lübecks Quote 30 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, Kiel dagegen zwei Prozent darunter. In der Fördestadt gab es 2014 insgesamt 1681 einfache Diebstähle, das macht 696 Taten pro 100 000 Einwohner. Warum an der Trave öfter Langfinger zugreifen, kann die Polizei nicht beantworten. Muhtz: „Dazu liegen keine Untersuchungen vor.“ Allerdings hat Lübeck dafür mit 92,4 Prozent eine geringfügig bessere Aufklärungsquote als Kiel mit 92 Prozent. 1001 der 1331 Lübecker Diebe seien zudem schon vorher „polizeilich in Erscheinung getreten“, so Muhtz. Aber: Im Gegensatz zum Bundesdurchschnitt sind in der Hansestadt nicht 30 Prozent der Täter unter 21 Jahre alt, sondern lediglich 24,3 Prozent.

Nach Polizeiangaben werden am häufigsten Lebensmittel gestohlen. 858 Fälle gab es 2014, dahinter folgen Kleidungsdiebstähle mit 293 Taten. „Der Rest verteilt sich auf elektronische Geräte, PC-Zubehör und Werkzeuge sowie Maschinen“, sagt Polizist Muhtz. Laut Hans Frick versuchen zumindest die Ladenbesitzer in der Innenstadt seit einigen Jahren, sich bei verdächtigen Vorfällen gegenseitig zu warnen. „Sollten wir etwas beobachten, ist es inzwischen üblich, dass wir uns untereinander verständigen.“

Die Statistik
80 Städte hat die Plattform „Fashionlane.de“ verglichen, die absolute Ladendiebstahl-Hochburg ist Dortmund mit 1193 Delikten pro 100000 Einwohnern. Am sichersten ist es in Mühlheim an der Ruhr. Dort ließen 2014 nur 363 Täter etwas mitgehen. Im Bundesland-Ranking landet Schleswig-Holstein auf dem zehnten Rang, Platz eins geht an Berlin.

Peer Hellerling

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