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Lübeck Die technische Seite des Todes
Lokales Lübeck Die technische Seite des Todes
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17:37 03.11.2018
Tag der offenen Tür im Krematorium Lübeck: Geschäftsführer Peter Berg (l.) mit den Besuchern Manuela Scholl (50) und Harro Kästner (78). Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
St. Lorenz Nord

Bei der Führung stellt eine Besucherin die Frage, die wohl alle beschäftigt: „Wie viel bleibt von einem Menschen so übrig?“ Damit meinte sie das rein Materielle – denn das ist das, worum es im Krematorium geht. Die Antwort: zwei bis fünf Kilogramm Asche. Wie viel es ist, hängt nicht von Größe oder Körpergewicht, sondern von der Dichte der Knochen ab. Wer an diesem Tag gekommen ist, der hat keine Angst vor solchen Fragen und solchen Antworten.

Einäscherung liegt im Trend

Die Einäscherung liegt im Trend. In Lübeck – wie in allen größeren Städten – liege die Quote inzwischen bei 85 bis 90 Prozent, sagt Peter Berg, Geschäftsführer des Krematoriums. „Auch im ländlichen Raum nimmt die Einäscherung zu.“ Berg übernahm das Lübecker Krematorium 2009 als Unternehmer von der Stadt, die es seit seiner Errichtung 1910 betrieben hatte. Sein Unternehmen betreibt auch die Krematorien in Kiel und Tornesch (Kreis Pinneberg). Seit der Übernahme hat das Krematorium, begünstigt durch den allgemeinen Trend, die Zahl der Einäscherungen nach Bergs Angaben auf 3300 pro Jahr verdoppelt.

Viele Gerüchte, viele Fragen

Aus purer Neugier sei sie gekommen, sagt Nina Blechschmidt (45). Mit ihrer Mutter habe sie sich gerade über das Thema unterhalten. „Man hört immer nur Gerüchte – zum Beispiel, dass die Goldzähne einbehalten würden.“ Werden sie nicht, sagt Frank Peters, Mitarbeiter des Krematoriums, während der Führung. „Aus dem Sarg entnehmen wir rein gar nichts. Die Goldzähne, die in den Ofen reingehen, die verpuffen, die sehen Sie nie wieder.“ Aus Gründen der Pietät wird nicht einmal die Energie, die durch das Verbrennen der Toten entsteht, genutzt – auch nicht zum Heizen des Krematoriums selbst.

Temperaturen und Abgaswerte

Die Einäscherung selbst ist, bei aller Pietät, ein technischer Vorgang. Da geht es um die richtigen Temperaturen, um Abgaswerte, um die Körnergröße der Asche, nachdem sie gemahlen worden ist. Die Besucherin Nina Blechschmidt zeigt sich beeindruckt von den Mitarbeitern und ihrer Professionalität: „Es ist im Prinzip ein Job wie jeder andere. Die waren so entspannt.“

Hanno Kabel

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