Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Lübeck bekommt Denkmal für Homosexuelle
Lokales Lübeck Lübeck bekommt Denkmal für Homosexuelle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:35 12.11.2014
Anzeige
Lübeck

Der Kulturausschuss der Bürgerschaft hat sich einstimmig für ein Denkmal für homosexuelle Opfer der Nazi-Herrschaft in der Hansestadt ausgesprochen. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, bis Januar einen konkreten Vorschlag dafür zu entwickeln.

„Schwule sind viele Jahrzehnte verfolgt worden“, sagte Rolf Klinkel (Grüne), „besonders schlimm unter den Nazis“. Klinkel, bekennender Homosexueller, hat den Antrag eingebracht. Nach seinen Angaben wurden im Januar 1937 über 200 Schwule in Lübeck verhaftet, in den damaligen Gestapozellen im Zeughaus inhaftiert und gefoltert und schließlich in Konzentrationslager gebracht. Klinkel: „Keines dieser Opfer ist jemals entschädigt worden.“

„Wir können mit diesem Denkmal ein Zeichen setzen“, sagte Katjana Zunft (Linke) und erinnerte an die Verfolgung lesbischer Frauen in der Nazizeit. Zunft: „Viele wurden zwangsverheiratet.“ Politiker von SPD und CDU sprachen sich im Grundsatz für ein solches Mahnmal aus, warnten aber vor zu vielen Gedenkstätten. „Wir wollen keine Zersplitterung“, sagte Peter Petereit (SPD). „Wir wollen kein Allerweltstäfelchen“, konterte die Linken-Politikerin Zunft, „wir wollen die Opfergruppen konkret benennen.“ Als Platz schwebt den Kulturpolitikern das Zeughaus vor. Grünen-Politiker Klinkel erklärte, dass der Lübecker CSD-Verein zur Mitfinanzierung der Gedenkstätte bereit sei. Der CSD organisiert die alljährliche Regenbogen-Parade durch die Stadt.

Die Verwaltung zählt in dem Bericht „Erinnerungskultur in Lübeck“ zahlreiche Gedenkstätten für die Opfer der Nazis auf. Auf dem Ehrenfriedhof wird der ermordeten Widerstandskämpfer gedacht. Am Zeughaus gibt es ein Mahnmal, an dem die Stadt jedes Jahr am 27. Januar der Auschwitz-Befreiung gedenkt. Die Herz-Jesu-Kirche erinnert an die Märtyrer, die Synagoge unterhält eine Dauerausstellung und am Bahnhof wird an die Deportationen erinnert.

dor

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einer Gedenktafel soll zwei französischen Widerstandskämpferinnen gedacht werden.

11.11.2014

Der 131 Jahre alte Lübecker Männerbund Schlaraffia Lubeca hat eine ehemalige Kirche in der Edelsteinsiedlung als Vereinsheim erworben.

11.11.2014

Der Verein Landwege bietet auf dem Ringstedtenhof Unterricht für Schulklassen an.

11.11.2014
Anzeige