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Lokales Lübeck Lübeck bekommt eine Kinder-Hanse
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10:13 11.03.2016
12,5 Hektar ist die Anlage des Geschichtserlebnisraumes in Kücknitz am Pommernring groß — genug Platz für die Kinder-Hanse. Quelle: Geschichtserlebnisraum Lübeck

Auch für Kinder und Jugendliche soll es alle zwei Jahre ein mittelalterliches Fest geben. Der Lübecker Jugendring organisiert in diesem Sommer die „Kinder-Hanse-Stadt“. Pito Bernet, Geschäftsführer des Jugendringes: „Ursprünglich wollten wir die Kinder-Hanse jedes Jahr ausrichten.“ Doch die Kosten von 20000 Euro lassen sich nicht jedes Jahr stemmen. Deshalb ist jetzt der Zwei-Jahres-Rhythmus geplant.

Der Jugendring organisiert alle zwei Jahre eine mittelalterliche Stadt für Neun- bis 14-Jährige.

Nach der Premiere vor zwei Jahren beim Internationalen Hansetag am Mühlendamm wurde diesmal der Geschichtserlebnisraum Kücknitz, vielen besser als Bauspielplatz Roter Hahn bekannt, auserkoren. „Wir haben alles, was benötigt wird, vor Ort“, erklärt Jörn Puhle vom Geschichtserlebnisraum, „warum soll man mühselig alles woanders aufbauen.“ Zwölf historische Gebäude wie Langhaus, Bogenhaus, Kaufmannshaus, Stabkirche und Ziegelei stehen auf dem 12,5 Hektar großen Gelände im Pommernring zur Verfügung. Das Wikingerdorf verfügt zudem über zahlreiche Zelte, die bei schlechtem Wetter aufgebaut werden können. Puhle: „Wir haben ein großes Ritterzelt für 80 Leute und diverse kleinere Zelte, die wir auf unseren Hansezügen benutzen.“ Sollte die Sonne unbarmherzig vom Himmel brennen, können die Kücknitzer Erzieher auch ein Sonnensegel mit 64 Quadratmetern aufspannen.

Bernet rechnet mit 200 Kindern und Jugendlichen, die vom 27. Juli bis 3. August die Kinder-Hanse- Stadt bevölkern werden. Bei der Premiere auf dem Internationalen Hansetag waren es 120. Jeden Tag von 10 bis 17 Uhr werden die Neun- bis 14-Jährigen in die Rollen von mittelalterlichen Handwerkern schlüpfen. Sie erhalten ein einfaches Kostüm, das bequem über der modernen Alltagskleidung getragen werden kann. 14 Arbeitsstationen stehen bereit — von der Stadtwache über die Drechslerei und Schreibstube bis zur Seilerei und dem Wirtshaus. Die Arbeitszeit beträgt täglich zwei Mal zwei Stunden, es gibt Lohn, mit dem die Teilnehmer Speisen, Getränke und Waren kaufen können — für Brötchen und Saft, Marzipan, Bernsteinketten und Trinkhörner. Zwischendurch gibt es für die hart arbeitende Bevölkerung des Dorfes Pausen und Spielgelegenheiten.

Warum macht der Jugendring das? Der Nachwuchs soll „spielerisch wichtige Elemente einer mittelalterlichen Stadt entdecken können“, sagen die Veranstalter. „Die Kinder sollen ansatzweise wirtschaftliche Zusammenhänge erlernen und mittelalterliche Handwerkstechniken ausprobieren können.“ Über die Geschichte würden Kinder und Jugendliche „Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe am Leben in der Stadt erhalten“, erklärt Joachim Giesenberg, Vorsitzender des Jugendringes. Neben Wissensvermittlung und Identifikation mit Lübeck geht es auch um Spaß und Freude. Jugendring-Geschäftsführer Bernet: „Die erste Kinder-Hanse vor zwei Jahren war sehr erfolgreich bei den Kindern.“

So läuft das Fest

Vom 27. Juli bis 3. August findet die Kinder-Hanse auf dem Gelände des Geschichtserlebnisraumes in Kücknitz statt. Die Neun- bis 14-Jährigen sind tagsüber von 10 bis 17 Uhr in der mittelalterlichen Stadt. Betreut werden sie von Jugendgruppenleiterinnen und -leitern aus mehreren Mitgliedsvereinen des Jugendringes. Die Betreuer kümmern sich um die leibliche Versorgung, klären Probleme, sind Ansprechpartner für die Eltern und sorgen für die Sicherheit der Kinder-Hanseaten. Teilnehmer können sich beim Jugendring unter www.luebeckerjugendring.de anmelden und zwischen vier oder acht Tagen Aufenthalt wählen. Vier Tage kosten 40 Euro, acht Tage 80 Euro.

Von Kai Dordowsky

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