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21:12 17.07.2017
Große Runde bei der Bildungssenatorin: 14 Schulleiter unterzeichneten gestern eine Vereinbarung, die für viele Familien bedeutsam ist. Quelle: Foto: Felix König

Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos) sprach von einem „historischen Moment“. Die Leiter von drei Berufsschulen und elf Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe unterzeichneten gestern eine verbindliche Kooperation. Die Vereinbarung sieht vor, dass alle Schüler nach der zehnten Klasse eine Garantie auf einen Platz in einem Beruflichen Gymnasium erhalten und dort ihr Abitur ablegen können – vorausgesetzt, dass die Leistungen stimmen. Weiher: „Damit wird für Schüler und Eltern bereits bei der Einschulung in eine Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe Rechtssicherheit geschaffen.“ Die Schulkonferenzen aller elf Gemeinschaftsschulen und der drei Berufsschulen haben zugestimmt.

Das sind die Partner

Berufsschulen: Emil-Possehl-Schule, die Friedrich-List-Schule und die Dorothea-Schlözer-Schule.

Die Gemeinschaftsschulen: Albert-Schweitzer-Schule, Emanuel-Geibel-Schule, Gotthard-Kühl- Schule, Holstentor-Gemeinschaftsschule, Julius-Leber-Schule, Heinrich-Mann-Schule, Schule Tremser Teich, Schule am Meer, Schule an der Wakenitz, Trave Grund- und Gemeinschaftsschule sowie Willy- Brandt-Schule.

Die Neuerung erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Auch bisher gab es Kooperationen zwischen neun Gemeinschaftsschulen und den drei Berufsschulen. Die aber waren nicht rechtsverbindlich. Wenn Eltern ihre Fünftklässler auf eine Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe geben wollten, wussten sie nicht, ob das Kind nach der zehnten Klasse garantiert einen Platz auf einem der Beruflichen Gymnasien bekommen würde. Das ist jetzt anders. Die Bürgerschaft hat die rechtsverbindliche Garantie beschlossen. Jörn Krüger, Leiter der Emil-Possehl-Schule: „Die Eltern haben die freie Wahl, auf welchem Beruflichen Gymnasium das Kind Abitur ablegen soll.“ Die Entscheidung, wo es nach der Gemeinschaftsschule weitergehen soll, falle erst in der zehnten Klasse.

Der Landesgesetzgeber räumt diesen Weg bereits seit fünf Jahren ein. Die großen Städte im Land hätten die Möglichkeit lange nicht genutzt, weil sie befürchteten, dass neue Kosten auf sie zukommen könnten, sagte Friedrich Thorn, Bereichsleiter Schule und Sport. Denn wenn eine Berufsschule plötzlich von angehenden Abiturienten überrannt wird, müssten neue Räume gebaut werden. „Kiel und Neumünster geben die Garantie immer noch nicht“, sagte Thorn. Keine Sorge, signalisieren die Berufsschulen. Ekkehard Brüggmann, Leiter der Dorothea-Schlözer-Schule: „Wir können mal eine Klasse mehr, mal eine weniger aufmachen.“ Über 550 Plätze zählen die drei Beruflichen Gymnasien zusammen, in diesem Jahr blieben nach eigenen Angaben 162 unbesetzt. Von der Garantie auf einen Oberstufen-Platz versprechen sich die Leiter der Berufsschulen gut gefüllte Berufliche Gymnasien.

Auch die Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe haben ein ureigenes Interesse an der rechtsverbindlichen Kooperation. „Diese Gemeinschaftsschulen werden von vielen Eltern, die sich das Abitur für ihre Kinder wünschen, nicht so gewählt“, sagte Schulrat Helge Daugs. „Wir wollen schon länger die Rechtsverbindlichkeit“, bestätigte Jörg Haltermann, Leiter der Schule Tremser Teich. Seine Schule habe bereits mit der Garantie geworben. „Das muss sich unter den Eltern herumsprechen.“ Auch Matthias Isecke-Vogelsang, Leiter der Gotthard-Kühl-Schule, ist überzeugt: „Wenn es sich herumspricht, wird es ein erfolgversprechender Weg.“ Gemeinschaftsschulen und Berufliche Gymnasien müssen jetzt nur noch die Eltern überzeugen, dass viele Wege zum Reifezeugnis führen. Bildungssenatorin Weiher betonte:

„Der Abschluss am Beruflichen Gymnasium ist ein vollwertiges Abitur.“

Kai Dordowsky

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