Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Lübeck feiert seinen Olympia-Helden
Lokales Lübeck Lübeck feiert seinen Olympia-Helden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:14 24.08.2016
Ein besonderes Erlebnis für einen bescheidenen Olympia-Zweiten: Max Munski (28, r.) erfüllt zahlreiche Foto- und Autogrammwünsche.

Ungläubig kneift Maximilian Munski die Augen zu und blickt aus seinem Elternhaus Richtung Mönkhofer Weg. Als er seine engen Freunde johlend auf einem roten Open-Air-Bus entdeckt, muss er spontan loslachen, dann zeigt er stolz seine silberne Olympiamedaille. „Muuuunski“, brüllt sein langjähriger Schul- und Ruderfreund Christoph Matzat mit einer einladenden Geste vom Bus herunter und übertönt dabei die laut wummernde Pop-Musik. Die Party kann beginnen.

Zur Galerie
Silbermedaillen-Gewinner Maximilian Munski tourt mit einem Open-Air-Bus durch die Hansestadt.

Der über 1,90 Meter große Ruderer kommt aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus, als er auf dem offenen Deck des Großfahrzeuges erscheint. All seine Lübecker Freunde aus dem Rudersport, langjährige Begleiter und Förderer, wollen mit dem Lübecker Olympiahelden durch die Stadt touren und den zweiten Platz des Ruder-Achters bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro feiern.

14 ausgelassene Teilnehmer gehören zu der fahrenden Partytruppe, viele von ihnen blicken auf eine gemeinsame Vergangenheit mit Munski bei der Lübecker Ruder-Gesellschaft (LRG) zurück. Dekorationen wie Luftballons und Banner in den blau-weißen Vereinsfarben dürfen im Bus daher natürlich nicht fehlen.

„Schön, dass ihr alle dabei seid“, ruft Munski freudig und fügt scherzhaft hinzu: „Dann ist das nicht ganz so peinlich.“ Munski ist keiner, der immer im Mittelpunkt stehen muss. Ein bescheidener Mensch, wie sein Bruder Andreas später verrät. Dieser Tag gehört aber dem Lübecker. „Er bekommt heute die Wertschätzung, die er verdient“, sagt Freund und LRG-Sprecher Udo Sonneberger.

Munski umarmt seine Vertrauten, nimmt neben seinem Bruder Platz und bekommt, gerade sitzend, schon den ersten Caipirinha in die Hand gedrückt. „Wie an der Copacabana“, ruft Björn Lötsch die Treppe zum Oberdeck hinauf. Munskis Jugendtrainer, der beim Achter-Rennen in Brasilien vor Ort mitfieberte, hat die Feier-Fahrt mit dem Bus organisiert. „Heute wollen wir alle Sponsoren besuchen und danke sagen“, sagt Lötsch.

Viel Zeit für den ersten Drink bleibt nicht. Am Geniner Ufer stoppt der eigens für den OlympiaZweiten bestellte Bus. Die Mitarbeiter vom Holzgroßhandel Michelsen gratulieren, machen Erinnerungsfotos mit Lübecks Ruderstar. Munski wirkt entspannt, locker plaudernd schreibt er Autogramme für die Belegschaft, erkundigt sich nach dem hier ausgerichteten Public Viewing (die LN berichteten). Noch sieben weitere Sponsorentermine stehen an diesem Tag für Lübecks ersten Medaillengewinner bei Olympia seit dem Bronze-Erfolg von Peter Niehusen im Ruder-Vierer 1976 in Montreal an. Überall trifft Munski auf freudige Hansestädter, die ihn beglückwünschen.

Der offene Bus fährt einmal quer durch die Altstadt bis nach Buntekuh zum LN-Verlagshaus. Im Gespräch mit den Lübecker Nachrichten berichtet der 28-Jährige vom feucht-fröhlichen und entsprechend anstrengenden Flug im „Siegerflieger“ mit den anderen Olympiateilnehmern. Beim Inlandsflug nach Hamburg habe er, erschöpft vom Feiern, durchgehend geschlafen. Noch am Abend ging der Party-Marathon mit 80 Gästen auf dem „Cargo“-Schiff in der Hansestadt bis Mitternacht weiter.

Ständige Begleiterin Munskis: Die in Brasilien errungene Medaille. Viele Sponsoren und Fans wollen das Silber anfassen. Wenn Munski die Erlaubnis gibt, sind nicht wenige überrascht, wie schwer die 507 Gramm wiegende Medaille doch sei. Wie viel Eindruck der 28-Jährige mit seinem Olympia-Auftritt hinterließ, beweisen die zahlreichen Gratulanten am Holstentor und am Markt. „Was die Ruderer in Rio geleistet haben, ist der Hammer“, sagt Birgit Schwill. „Ein tolles Erlebnis“, resümiert Munski beim Empfang durch Bürgermeister Bernd Saxe im Rathaus. „Es ist schön, so etwas mit den Mitgliedern aus dem Verein erleben zu können.“ Am Abend werden sie erneut bei der LRG anstoßen. Dann freut sich Munski darauf, im Urlaub „einfach mal die Seele baumeln zu lassen“.

Lange Tradition

1960in Rom, bei den olympischen Spielen, führte der Ratzeburger Karl Adam den deutschen Achter zu Gold. Vier Jahre später gründete Adam, der nie aktiv als Sportler an einer Ruderregatta mitwirkte, die Ruderakademie Ratzeburg mit. Als Olympiastützpunkt, Leistungszentrum des Deutschen Ruderverbandes und Landesleistungszentrum des Ruderverbandes Schleswig-Holstein hat die Akademie auch heute noch einen herausragenden Stellenwert.

Christoph Brandt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

TC Hanseatic bietet Ferienprogramm.

24.08.2016

Kunst am Kai: Im Hafenschuppen C proben 40 Mädchen und Jungen Gabriele Potts Jugendoper „Gestrandet“.

24.08.2016

Sehbehinderte Lübeckerin will 2020 in Tokio bei den Paralympics starten.

24.08.2016
Anzeige