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Lübeck „Lübeck hat seine Infrastruktur nicht im Griff“
Lokales Lübeck „Lübeck hat seine Infrastruktur nicht im Griff“
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18:25 04.06.2016
Spricht Klartext: Michael Weiß, Präses der Kaufmannschaft. Neben ihm sitzt Gastrednerin Simone Menne (Lufthansa). Quelle: Olaf Malzahn

Es waren markige Worte, mit denen die Kaufmannschaft zu Lübeck anlässlich ihrer ersten Mitgliederversammlung des Jahres eine unmissverständliche Position bezog. Vor Mitgliedern und Gästen sagte der Präses der Kaufmannschaft, Michael Weiß, im Bürgerschaftssaal des Lübecker Rathauses: „Altstadt, Hafen, Flughafen: Das alles gehört zu Lübeck und muss sich weiterentwickeln.“ Unter anderem legte Weiß den Fokus auf den Hafen: „4,8 Millionen Euro Defizit – das ist fast so viel wie 2009, als das mehrheitlich städtische Unternehmen (62,5 Prozent, Anm. d.

Red.) sein bisher schlechtestes Ergebnis einfuhr. Ursache war damals die Wirtschaftskrise. Davon hat sich das Unternehmen bis heute nicht erholt.“ Zudem hätten große Kunden der LHG den Rücken gekehrt, weil Konkurrenten billiger seien. „Der Aufsichtsrat sucht heute nach einer Lösung. Mit Umstrukturierungen und der Reduzierung auf drei Standorte soll die Wende geschafft werden. In weiteren Schritten müssen nun aber die Kostennachteile aufgehoben und die Verlässlichkeit gestärkt werden“, sagte Weiß im öffentlichen Teil der Versammlung.

Weiter mahnte Weiß, dass Lübeck seine Infrastruktur – „sowohl innerstädtisch als auch in der Anbindung an die Region – immer noch nicht im Griff hat“. Der Präses forderte ein vorausschauendes Baustellenmanagement ein, begrüßte aber gleichzeitig das positive Signal der Hansestadt Lübeck zu einer Diskussionsbereitschaft – bezogen auf die zukünftige Ausrichtung der Altstadt. Der Chef der Kaufmannschaft wagte auch einen Blick über den Tellerrand. Zur Beltquerung sagte er: „Es geht voran. Der Tunnel ist eines der Zukunftsprojekte der EU und Teil des strategischen Verkehrswegeplans der EU-Kommission.“ Neben der schnellen Querung des Belts und der damit verbundenen schnellen Verbindung von Hamburg nach Kopenhagen ergäben sich dadurch für die strukturschwache Region Ostholstein infrastrukturelle Möglichkeiten; ebenso die Ansiedlung neuer Unternehmen, die auch für den Wirtschaftsraum Lübeck wichtig seien.

Auch den Lübecker Airport hatte Weiß auf dem Zettel: „Nach den Fehlschlägen der letzten Jahre ist eine schnelle, aber tragfähige Lösung gefragt.“ In dieses Horn stieß auch die Gastrednerin des Abends, Simone Menne. Das Mitglied des Finanzvorstandes der Deutschen Lufthansa AG sprach über die Geschäftsmodelle im Wandel und die daraus resultierenden Veränderungen in der Luftfahrtindustrie.

„Für die Zukunft des Lübecker Flughafens muss ein schlüssiges Konzept her, welches auch den Charterflugbereich berücksichtigt“, sagte Menne. „Nur mit Low-Cost-Carriern ist es schwer, lukrativ zu arbeiten.“ Eine Einschätzung, die die Gäste mit großem Applaus honorierten. jac

LN

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