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Lübeck „Lübeck ist keine Sportstadt“
Lokales Lübeck „Lübeck ist keine Sportstadt“
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18:20 10.09.2016
Podiumsgäste zum Thema Zukunft des Sports in der Hansestadt: Pito Bernet (v. l. ), Wolfgang Baasch, Olympionike Max Munski und Marek Lengen. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Lübeck ist eine Sportstadt – ein Titel, mit dem sich die Politiker der Hansestadt gern schmücken. Doch wie sieht es wirklich aus? 140 Sportvereine mit rund 40000 Mitgliedern gibt es derzeit in der Hansestadt. In der Realität kämpfen die Vereine um finanzielle Zuschüsse, Sponsoren und gegen den Mitgliederschwund.

„Das Thema Förderungen reizt mich, ohne geht heute nichts mehr.“ Henry Klüssendorf, Regatta-Verein
„Es hätte alles ein bisschen konkreter sein können.“Friedel Schrader, Vorsitzender TuS Lübeck
„Das Thema Förderungen reizt mich, ohne geht heute nichts mehr.“ Henry Klüssendorf, Regatta-Verein

Zu einer Diskussion über die Zukunft des Sports in Lübeck luden am Freitagabend die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm und Marek Lengen, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft, in die Diele des Turn- und Sportbundes (TSB) in der Mengstraße ein. Rund 60 interessierte Vereinsvorstände und Sportbegeisterte nahmen an der Diskussion teil. Die kam allerdings nicht recht in die Gänge und lieferte nur wenige Antworten.

Wie kann der Sport in der Hansestadt besser gefördert werden? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es von Seiten des Landes und der Stadt? Welche Alternativen zur staatlichen Unterstützung gibt es?

Über diese Fragen wollten Hiller-Ohm und Lengen mit den Experten auf dem Podium und den Zuhörern sprechen. Eingeladen waren unter anderem Pito Bernet, stellvertretender Vorsitzender des TSB, sowie SPD-Landtagsabgeordneter Wolfgang Baasch, der für den erkrankten sportpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Jürgen Weber, einsprang. Einen Hauch von Olympia brachte Ruderer und Silber-Medaillen-Gewinner Max Munski mit, der aus der Sicht eines Spitzensportlers über Förderungen und Sporthilfe sprach.

Ein Konzept, welche Fördertöpfe wofür anzuzapfen sind, hatte allerdings keiner der Podiumsgäste parat. „Viele Vereine haben Wege, Förderungen zu finden“, sagte Wolfgang Baasch. Doch auch der Unterrichtsausfall an den Schulen, der oftmals die Sportstunden betrifft, und längere Schulzeiten bis in den Nachmittag durch G8 sind für viele Vereine der Hansestadt Faktoren, die eine ordentliche Nachwuchsarbeit schwierig machen. Harald Rösch, Leichtathletik-Abteilungsleiter des LBV Phönix sieht gerade beim Thema G8 schwarz. „Welches Kind geht denn nach einem langen Schultag noch zum Training?“, fragte er. Für Pito Bernet stehen allerdings auch die Vereinsvorstände mit in der Verantwortung. „Kein Vorsitzender ist politisch engagiert“, kritisierte er. „Da könnte mehr gehen. Dann würde der Sport vielleicht eine andere Rolle in der Stadt spielen.“

Rund 163 Millionen Euro gibt der Bund pro Jahr an Förderung für den Leistungssport in Deutschland aus. Die Landessporthilfe Schleswig-Holstein hat einen Etat von rund sechs Millionen Euro. Gelder, die nicht nur in Investitionen für Sportstätten gehen, sondern auch in Maßnahmen des Breiten- und Jugendsports. Dagegen hat der TSB Lübeck – immerhin Dachverband der Vereine in der Hansestadt – nur einen Etat von 10000 Euro. „Wir brauchen mehr Geld, da brauchen wir uns nichts vorzumachen“, so Bernet.

Friedel Schrader, Vorsitzender des TuS Lübeck, hatte keine großen Erwartungen an die Diskussion. „Es hätte ruhig konkreter sein können.“ Für den Kreisschulsportbeauftragten Holger Bull war die Veranstaltung ein erster Schritt. „Wir müssen mehr über Nachwuchsförderungen und Vereine reden.“

Das letzte Wort des Abends hatte allerdings Max Munski. Lübecks sportliches Aushängeschild fand klare Worte. Ohne Breitensport und Vereine sei ein Weg, wie er ihn begangen hat, nicht möglich. „Das ist das Fundament für Leistungssport.“ Dennoch ist für ihn Lübeck alles, aber keine Sportstadt. Zu gering sei die Förderung von Nachwuchs und Talenten. „Da fehlt noch einiges.“

Majka Gerke

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