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Lokales Lübeck Lübeck auf Platz drei im Fahrrad-Ranking der Studenten
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17:51 15.10.2018
Cara Ammann (18) fährt drei Minuten mit dem Rad zur Uni. Sie studiert Medizinische Ingenieurwissenschaften. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

 Fahrräder, wohin das Auge blickt. Die Fahrradständer vor allen Gebäuden auf dem Campus sind bis auf den letzten Platz vollgestellt. Ein warmer, sonniger Herbsttag. Vor allem Erstsemester sind unterwegs. Jan Magonov schiebt sein Rad über den Campus. „Mit dem Rad bin ich einfach schneller unterwegs“, erklärt der Student der Medizinischen Ingenieurwissenschaften. Magonov ist mit Radwegen und Stellplätzen zufrieden. Annika Wille, die gerade den Bachelor-Studiengang Pflege begonnen hat, kommt sogar von der Dornbreite mit dem Rad. „Für das Auto finde ich keinen Parkplatz, und mit dem Bus brauche ich länger“, berichtet die 19-Jährige, die mit Radwegen und Stellplätzen für ihren Drahtesel zufrieden ist.

74,9 Prozent der Lübecker Studierenden nutzen das Fahrrad, um zur Hochschule zu gelangen. Das hat das Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh bei einer bundesweiten Studie „Verkehrsmittel für den Weg zur Hochschule“ herausgefunden, für die 150 000 Studierende befragt wurden. Die Studie vergleicht zudem Daten einer Befragung von 2003 mit denen von 2018. Danach gehört die Hansestadt zu den Top-10-Fahrradorten und landet sogar auf dem dritten Platz – hinter Greifswald (93 Prozent mit dem Rad zur Uni) und Münster (82,2 Prozent), noch vor Freiburg oder Heidelberg. Das ist umso erstaunlicher, als Lübeck nicht als Fahrradstadt gilt. Beim letzten bundesweiten Fahrradklimatest des Fahrradclubs ADFC kam die Hansestadt auf Platz 20 von 39. Die Lübecker Radfahrer gaben ihrer Stadt wie in den Vorjahren die Note vier.

Schnell und flexibel

In Lübeck wurden 606 Studierende befragt, in Kiel waren es 846. Zwischen den beiden Unistädten gibt es beim Thema Verkehr eklatante Unterschiede. Die Kieler Studierenden fahren zu 49,2 Prozent mit dem Rad zur Hochschule, benutzen deutlich häufiger als die Lübecker das Auto (31 zu 14,9 Prozent) und den Busverkehr (49,5 zu 30,4 Prozent). Die angehenden Akademiker an der Kieler Förde gehen auch häufiger zu Fuß als ihre Lübecker Kommilitonen (23,5 zu 13,9 Prozent). Bei der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich. Das Centrum für Hochschulforschung wird von der Bertelmanns-Stiftung und einer weiteren Stiftung getragen.

Für die Gütersloher Forscher waren vor allem die Veränderungen in den vergangenen 15 Jahren interessant. Weil in Lübeck die Zahl der Befragten von 2003 (290) zu 2018 (606) stark zugenommen hat, sei der Langzeitvergleich für die Hansestadt nicht so aussagekräftig, erklärt Sonja Berghoff, eine der beiden Autoren der Studie. Bundesweit zeige sich aber ein „deutlicher Rückgang der Nutzung von Kraftfahrzeugen für den Weg zur Hochschule“, sagen die Autoren. Das Centrum für Hochschulentwicklung führt diese Entwicklung auf den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, die flächendeckende Einführung von Semestertickets, die Schaffung von Wohnraum in Uni-Nähe und eine „klimabewusstere Einstellung der Studierenden“ zurück.

„Ich bin gern draußen, betreibe viel Sport und fahre auch im Winter mit dem Fahrrad“, sagt Bente Boomhuis, die Medizin studiert und an der holländischen Grenze aufgewachsen ist. Der Bus sei ihr zu stickig, und „ich bin dann von einem Fahrplan abhängig“, erklärt die 19-Jährige, die natürlich ein Holland-Rad fährt. „Mit dem Rad bin ich schnell und flexibel“, erklärt Martin Blankenburg. Der 39-jährige, wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Softwaretechnik ist ausschließlich mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs. „Ich habe kein Auto.“ Den Bus nimmt er nur, „wenn es sein muss“.

Paulina Pavenstädt kommt aus Münster und lässt an Radwegen und Busangebot in Lübeck kein gutes Haar. „Es gibt oft keine Radwege, und wenn ich dann auf dem Bürgersteig fahre, werde ich angemeckert“, berichtet die 19-jährige Medizinstudentin. „Aus Münster bin ich ein sehr gutes Busnetz gewöhnt“, sagt Pavenstädt, „dort muss ich nie länger als fünf Minuten warten.“ Die Qualität der Radwege wird unterschiedlich beurteilt. Cara Ammann findet sie in Ordnung, Annika Wille hat auch nichts auszusetzen, und Martin Blankenburg weist auf große Qualitätsunterschiede hin. „Die Ratzeburger Allee ist streckenweise schlimm“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter, „der Mönkhofer Weg ist okay.“

Kai Dordowsky

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