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Lokales Lübeck Lübeck plant die vierte Fahrradstraße
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20:42 26.07.2017

Die Stadt will die Verbindung von der Altstadt nach Karlshof zu einer komfortablen Piste für Radler ausbauen. Kernstück ist eine neue Fahrradstraße in der Eschenburgstraße. Die Strecke führt über die Große Burgstraße nördlich aus der Altstadt heraus. Am Gustav-Radbruch-Platz dann links über den Kreisel, anschließend auf dem Radweg auf der linken Seite der Travemünder Allee weiter, am Hotel und der Schule vorbei. An der Staatsanwaltschaft knickt der Radweg ab, es geht in die Eschenburgstraße. Von dort über die Kreuzung Neue Hafenstraße/Sandberg in die Luisenstraße bis in den Forstmeisterweg.

Es wäre die vierte Fahrradstraße in Lübeck. 1989 wurde die Fahrradstraße in der Altstadt in Betrieb genommen, 2009 folgte das kleine Stück Wallstraße parallel zur Possehlstraße, ein Jahr später die Dorfstraße. Jüngste Zählungen in der Eschenburgstraße und der Travemünder Allee haben die Verkehrsplaner ermutigt, etwas gen Norden zu machen. 1340 Radler wurden am 6. Juli in 24 Stunden auf der Eschenburgstraße gezählt, sogar 2000 auf der Travemünder Allee. Für eine Fahrradstraße reichen 500. „Ganz Karlshof fährt über diese Verbindung in die Innenstadt“, erklärt Nils Weiland, bislang Fahrradbeauftragter und jetzt Abteilungsleiter Verkehrsplanung.

Und das ist im Detail geplant: Der Radweg an der Travemünder Allee wird von derzeit 1,60 auf drei Meter Breite ausgebaut und wird weiterhin in beide Richtungen befahren. Die Fahrbahn und der Parkstreifen werden schmaler – Autos stehen statt 7,50 Meter wie bisher künftig 5,70 Meter für Fahren und Parken zur Verfügung. „Das sind immer noch sehr komfortable Breiten“, sagt Weiland. An der Einmündung der Straße Am Gertrudenkirchhof wird der Radweg baulich hervorgehoben. Der abknickende Radweg, der von der Travemünder Allee in die Eschenburgstraße führt, wird begradigt. Die Baumaßnahme kostet 390000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Anpassung der Radverkehrsführung im Bereich Gustav-Radbruch-Platz (82000 Euro). Dort soll es künftig eine Vorrangregelung für Radfahrer an der Ausfahrt zur Burgtorbrücke geben. Förderanträge hat die Stadt bereits beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr eingereicht. Gebaut wird voraussichtlich 2018.

Wenn die Eschenburgstraße Fahrradstraße wird, haben Radler absoluten Vorrang. Aber hier gibt es noch Diskussionen, räumt Weiland ein. Denn bisher gilt dort die Rechts-vor-Links-Regelung. Würde man die aufheben, würde sie auch für Autos nicht mehr gelten. In der Luisenstraße wird noch in diesem Jahr ein Schutzstreifen von je 2,50 Meter Breite auf beiden Fahrbahnen aufgetragen. Die Straße ist saniert und zwölf Meter breit – nach Auffassung der Verkehrsplanung genug, damit sich Radler und Autofahrer nicht in die Quere kommen. Damit Radfahrer, die aus der Luisenstraße kommen und Richtung Eschenburgstraße weiterrollen, nicht wieder auf den Radweg wechseln müssen, wird es eine Furt wie an der Untertrave geben. Weiland geht davon aus, dass eine durchgehende Verbindung von Karlshof in die Altstadt die Zahl der Radler ansteigen lassen wird. Daten aus der Dorfstraße nähren diese Hoffnung. 2009 verkehrten 1144 Fahrradfahrer und 1765 Kraftfahrzeuge am Tag in der Dorfstraße. 2016 waren es 1829 Radler und 1581 Autos.

Der Fahrradclub ADFC begrüßt das Vorhaben. „Fahrradstraßen machen das Radeln sicherer“, sagt Vorsitzender Rolf Hagen. „In vielen Städten werden Fahrradstraßen vermehrt ausgewiesen.“ Das Konzept „Fahrradfreundliches Lübeck“ von 2013 sieht noch ein gutes Dutzend weiterer Fahrradstraßen für Lübeck vor.

dor

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