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Lübeck WLan an allen Schulen
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17:16 28.08.2018
Jörg Haltermann, Leiter der Schule Tremser Teich, mit einem Laptopwagen. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Bei der Digitalisierung ihrer Schulen startet die Hansestadt überraschend durch. Bis zum Sommer 2019 sollen alle 68 Schulstandorte (56 Schulen plus ihre Außenstellen) mit professionellen und flächendeckenden WLan-Netzen ausgestattet sein. 43 Lehreinrichtungen wurden nach Angaben der Stadtverwaltung bereits bis zum Ende der diesjährigen Sommerferien damit ausgestattet. 20 weitere Schulen, in denen ohnehin der Brandschutz erneuert wird oder die gerade an-, um- oder neugebaut werden, bekommen im Zuge dieser Baumaßnahmen das drahtlose Internet. Fünf Schulen müssen noch warten, bis umfangreichere Baumaßnahmen bei ihnen starten.

Überraschende Entwicklung

Die Nachricht kommt überraschend. Denn noch im November vergangenen Jahres stoppte der Bereich Haushalt und Finanzen der Stadt die geplante Digitalisierung der Schulen, für die 2,5 Millionen Euro vorgesehen waren. Schulrat Helge Daugs warnte damals davor, dass Lübeck in Sachen Digitalisierung abgehängt würde. Die geplante Streichung von Geldern sei auch deshalb ärgerlich, weil an den Schulen bereits Projekte wie „Lübecks Kinder surfen sicher“ und das Internet-Abc laufen würden.

Die Bürgerschaft beschloss Ende November auf Antrag der CDU und mit knapper Mehrheit, dass für die Digitalisierung wenigstens eine Million Euro in den Haushalt eingestellt werden. Mit diesem Geld wird jetzt der WLan-Ausbau vorangetrieben. Die Stadt kann dabei auf das vorangegangene Projekt „Schulen ans Netz“ aufsatteln. Die Schulen verfügen bereits über Internetanschlüsse und Netzwerkdosen in den Klassenräumen. Der Strom für die Sender/Empfänger (Access Points) kommt durch die ohnehin vorhandenen Kabel. Die Stadt musste keine Wände aufstemmen, um neue Kabel zu verlegen. Die Access Points wurden einfach an die Decken oder Wände der Klassenräume geklebt. „Da die Geruchs-, Lärm- und Staubbelästigung der Installationen gleich null ist, konnte sogar parallel zum Unterrichtsbetrieb gebaut werden“, erklärt das Gebäudemanagement. Das „innovative Klebeverfahren“ sei mit fünf regionalen Firmen zusammen erarbeitet worden und mit Denkmalschutz und Feuerwehr abgestimmt worden. Für die Fortbildung der Lehrkräfte hat das Institut für Qualitätsentwicklung des Landes (IQSH) einen Mitarbeiter ganzjährig nach Lübeck abgeordnet. Medienberater Axel Seebahn habe „das Thema Digitalisierung in den Schulen im letzten Schuljahr unheimlich vorangebracht“, sagt Schulrat Daugs.

Schulrat fordert Medienkonzepte und Endgeräte

„Wir haben ein hervorragendes WLan im ganzen Gebäude“, zeigt sich Jörg Haltermann, Leiter der Schule Tremser Teich, sehr zufrieden. Seine Schule sei die sechste gewesen, die das drahtlose Internet erhalten habe. Dank einer großzügigen Spende des Dräger-Konzerns verfügt die Grund- und Gemeinschaftsschule über 90 Laptops, die auf sogenannten Laptop-Wagen stehen und in die Klassen gefahren werden können. Haltermann: „Jedes Kind kann sich dann einen Laptop vom Wagen nehmen und damit arbeiten.“ Die Schule denkt auch über die Anschaffung von Tablets nach. In der Pestalozzi-Schule in der Fackenburger Allee wurde das WLan in den Sommerferien installiert. Das Hauptgebäude sei mit dem drahtlosen Internet versorgt, die Außenstelle in der Dornbreite noch nicht, erklärt Schulleiter Stefan Bertram: „Wir arbeiten damit noch nicht, werden das aber in diesem Schuljahr angehen.“ Die Grundschule hat einen kleinen Computerraum, in den aber keine ganze Klasse hineinpasst.

Schulrat Helge Daugs fordert Medien- und technische Konzepte. Quelle: Lutz Roeßler

„Mit WLan ist ein erster Schritt getan nach vielen Jahren der Stagnation“, erklärt Schulrat Daugs. Jetzt bräuchten alle Schulen Medienkonzepte – und die Stadt müsste eine Investitionsplanung in Sachen Digitalisierung für jede Lehreinrichtung auf die Beine stellen. Daugs: „Wir brauchen eine Planung für die Präsentationstechnik und die Endgeräte, ein Wartungs- und Supportkonzept sowie ein Fortbildungs- und Qualifizierungsprogramm.“

Müssen bald alle Schüler ein Smartphone haben, um dem Unterricht folgen zu können? „Ab Klasse fünf oder sechs haben 99 Prozent der Schüler ein Smartphone“, schätzt Schulleiter Haltermann. Schulrat Daugs kennt Städte, die ihre Schulen mit Endgeräten ausrüsten. „Andernorts wird mit privaten Geräten gearbeitet – oder es gibt Tablet-Klassen“, berichtet Daugs: „Wir müssen allen Kindern und Jugendlichen den Zugang ermöglichen. Ich empfehle, zumindest für einen gewissen Prozentsatz der Schülerschaft Leihgeräte des Schulträgers vorzusehen.“ Auch diese Frage müsse die Hansestadt noch klären.

Kai Dordowsky

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