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Lübeck Lübeck senkt die Müllgebühren 2017 um bis zu 31 Prozent
Lokales Lübeck Lübeck senkt die Müllgebühren 2017 um bis zu 31 Prozent
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18:31 16.11.2016
49300 Abfallbehälter müssen die Müllwerker der Entsorgungsbetriebe regelmäßig leeren. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler
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Lübeck

Die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) senken zum 1. Januar 2017 die Müllgebühren. Je nach Größe des Behälters fallen die Preise zwischen 13,2 und 31,5 Prozent. Ein Durchschnittshaushalt mit drei Personen, 120-Liter-Gefäßen für Rest- und Biomüll sowie 240-Liter-Altpapiertonne spart knapp 20 Prozent. Bürger mit kleinen Abfallgefäßen sparen 31,5 Prozent, Vermieter mit großen Gefäßen (1100 Liter) immer noch 13,2 Prozent. Insgesamt werden die Lübecker um fünf Millionen Euro entlastet. „Wir halten ein, was wir versprochen haben“, erklärt EBL-Chef Dr. Jan-Dirk Verwey auf LN-Anfrage.

Bürger werden um rund fünf Millionen Euro entlastet – Durchschnittshaushalt spart über 50 Euro im Jahr – Defizite aus früheren Jahren sind abgebaut – Neue Serviceangebote.

21700 Bürger haben die klassischen 120-Liter-Tonnen in braun und grau vor der Tür stehen. 209,40 Euro werden bald fällig (17,45 Euro im Monat). Ab nächstem Jahr werden diese Bürger um 51,72 Euro entlastet. Die 13200 Bürger mit den 80-Liter-Tonnen zahlen künftig 11,63 statt 15,12 Euro im Monat, die 1200 Bürger mit den kleinen 40-Liter-Behältern blättern 5,82 statt 8,50 Euro auf den Tisch. Die größten Behälter, die 1100-Liter-Gefäße, werden um 13,2 Prozent billiger – die Preise sinken von 184,19 auf 159,93 Euro. Das gesamte Gebührenaufkommen der EBL aus der Müllabfuhr sinkt von zuletzt 30 auf künftig 25,7 Millionen Euro. Nach Angaben der Entsorgungsbetriebe ist das eine Entlastung von 15,25 Prozent.

2014 hatten die Entsorgungsbetriebe die Abfallpreise um 24,8 Prozent angehoben. Mit den zusätzlichen Gebühreneinnahmen mussten Defizite aus der früheren, misslungenen Privatisierung der Müllabfuhr ausgeglichen werden. Gegen die Anhebung von 2014 läuft sogar ein Klageverfahren des Verbandes Haus & Grund vor dem Verwaltungsgericht Schleswig. Auch der Mieterverein Lübeck hatte dagegen heftig protestiert.

„Wir haben den Gebührenzahlern in den letzten drei Jahren viel zugemutet“, räumt EBL-Direktor Verwey ein. Drei Jahre lang bluteten die Lübecker dafür, jetzt sinken die Preise nach Angaben des EBL- Spartenleiters Manfred Rehberg auf das Niveau von 2008. Im bundesweiten Müllgebühren-Ranking arbeiten sich die Entsorgungsbetriebe demnach auf Platz 13 unter den 100 größten Städten vor. „Ich freue mich, dass wir die Gebühren senken können, bei den Erhöhungen die es immer Mal wieder gibt“ sagt auch Umweltsenator Ludger Hinsen (CDU).

Das ist allerdings kein Geschenk der EBL-Chefetage. Gebührenfinanzierte Betriebe sind verpflichtet, Überschüsse in angemessener Zeit wieder an die Bürger zurückzugeben. Umgekehrt müssen sie bei Verlusten an der Preisschraube drehen. EBL-Chef Verwey kann aber für 2017 versichern, dass sowohl die Abwassergebühren als auch die Tarife für Straßenreinigung und Winterdienst stabil bleiben.

Die EBL schlagen den Kommunalpolitikern in einer neuen Abfallsatzung zugleich einen Ausbau von Serviceleistungen vor. So sollen Bürger das Angebot erhalten, dass Müllwerker innerhalb weniger Tage ihren Sperrmüll abholen. Wer es besonders bequem mag oder schwere Gegenstände nicht mehr selber schleppen kann, kann den Sperrmüll sogar aus der Wohnung holen lassen. Das kostet aber eine Extragebühr: Die EBL schlagen 45 Euro für die Abholung und je neun Euro pro Mitarbeiter für den Abtransport aus den eigenen vier Wänden vor. Außerdem werden gegen geringe Zusatzgebühr weitere Biotonnen angeboten, und die sogenannte Kofferraumgebühr auf den Wertstoffhöfen soll um die Hälfte sinken. Über diese neuen Serviceangebote müssen die Politiker Ende November noch abstimmen.

 Kai Dordowsky

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