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09:34 26.06.2013
Von Torsten Teichmann
Mitarbeiter der ZukunftsWerkStadt“ übergaben Bürgermeister Bernd Saxe (r.) im Beisein des stellvertretenden Stadtpräsidenten Klaus Puschaddel (Zweiter v. r.) und Wissenschaftsmanagerin Iris Klaßen (Fünfe v. r.) die Arbeitsergebnisse. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Ein Jahr haben Lübecker Bürger gemeinsam mit Experten der Hochschulen in der „ZukunftsWerkStadt“ erfolgreich eine neue Form der Bürgerbeteiligung geprobt und sich dem Ziel eines „leisen und klimafreundlichen Lübecks“ verschrieben. Diese neue Form der Zusammenarbeit im Rahmen des Wissenschaftsjahres ist zukunftsweisend. Wissenschaftsmanagerin Iris Klaßen spricht von einer „wissensbasierten Stadtentwicklung“, die vorangetrieben werden müsse.

Bürgermeister Bernd Saxe lobte das große Engagement der Lübecker, die in Arbeitsgruppen, auf Foren und Aktionen die Themen „Lärm und Klima“ in die Stadtteile trugen. Die Vizepräsidentin des Kieler Landtags, Marlies Fritzen, erklärte vor 100 geladenen Gästen, die Bürger müssten sich verstärkt in politische Entscheidungsprozesse einmischen und Lösungsvorschläge einbringen. Konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz seien wichtiger denn je. Das gelungene Projekt „ZukunftsWerkStatt“ habe viele Menschen zusammengeführt und deren Erfahrungen zusammenfließen lassen.

Anna Renkamp, Projektmanagerin des Programms „Zukunft der Demokratie“ der Bertelsmann Stiftung, appellierte an eine neue „Beteiligungskultur“ und warnte Politik und Verwaltung davor, Ideen und Vorschläge von Bürgern zu ignorieren. Sie verwies auf eine Studie, wonach 60 Prozent der Bürger bereit seien, aktiv an Entscheidungsfindungen mitzuwirken, nur zehn Prozent es aber tatsächlich täten:

„Es gibt ein großes Mobilisierungsproblem.“

Der stellvertretende Stadtpräsident Klaus Puschaddel hofft, dass künftig das „bürgerschaftliche Engagement bei Stadtentwicklungsprojekten noch stärker eingebracht wird. Birgit Wille, die schleswig-holsteinische Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten, nannte die Bürgerbeteiligung an Zukunftsprojekten „einen Schatz“. Verwaltungen würden besser durch die Einbindung der Bürgermeinungen. Für Wolfgang Pötschke, Vorstand der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung, ist „das bürgerliche Engagement elementar wichtig für das Gemeinwesen.“ Es müsse verhindert werden, dass sich die Menschen zurückziehen. Innensenator Bernd Möller erklärte, eine „praktizierende Bürgerbeteiligung“ sei unerlässlich für die Weiterentwicklung einer Gesellschaft. Prof. Alexander Katalinic, Leiter des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie der Uni Lübeck, brachte seine Überzeugung mit diesem Satz auf den Punkt: „Durch Bürgerbeteiligung ist die Universität in Lübeck geblieben.“

Im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung übergaben Teilnehmer des Projekts Bürgermeister Bernd Saxe die Ergebnisse der „ZukunftsWerkStadt“ mit den Empfehlungen der Lübecker Bürger. Aufgeführt sind unter anderem fünf Projekte: „Wo machen Blitzer Sinn“, ein „Bike-Sharing-System“, entwickelt von Schülern der OzD, zwei Projekte der Arbeitsgemeinschaft Mobilität „Radschnellweg an der Ratzeburger Allee“ und „Weniger Autoverkehr zur Schule Grönauer Baum“ und eine „Mitfahr-App, erdacht von Schülern der Baltic-Schule.

Torsten Teichmann

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