Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Travemünder Allee: Politiker stoppen Umbau
Lokales Lübeck Travemünder Allee: Politiker stoppen Umbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:42 04.12.2018
Travemünder Allee: Die Stadt will die Straße umbauen. Der Mittelstreifen soll wegfallen – damit ist mehr Platz für Radfahrer. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Die Stadt will die Travemünder Allee völlig neu gestalten – zwischen Gustav-Radbruch-Platz und Eschenburgstraße. Kosten: eine gute Million Euro. Der Grund: Die Radwege sollen verbreitert werden. Das gefährdet aber die alte Baum-Allee. Daher wird die komplette Straße umgebaut. Radfahrer erhalten eine eigene Spur auf der Travemünder Allee. Dort fällt der Mittelstreifen weg. Betroffen sind täglich mehr als 12 450 Autofahrer und 3650 Radfahrer. Der Bauausschuss hat das Thema auf Januar vertagt. Denn die Politiker wollen ein Gesamtkonzept. Allerdings: Dadurch fallen jetzt 200 000 Euro vom Land weg.

Kritik von allen Parteien

Kritik an dem Bauprojekt gibt es von allen Fraktionen. „Mit der Planung kann ich nicht zufrieden sein“, fasst Ulrich Brook (CDU) den Unmut der Politiker zusammen. „Da ist nicht viel Fantasie dabei“, so der CDU-Mann. Es werde ein Teilaspekt geplant, „aber das große Ganze wird nicht im Blick behalten“. Sauer sind die Politiker vor allem über drei Punkte.

Radwege-Geld für Straßen-Umbau

Nummer eins: Für den Umbau der Travemünder Allee soll das gesamte Geld aus dem Topf für den Ausbau der Radwege ausgegeben werden. Das gefällt den Grünen gar nicht. „Da geht ja für eine Maßnahme das gesamte Geld drauf“, kritisiert Arne-Matz Ramcke (Grüne). Und dabei würde die komplette Straße umgebaut, nicht nur der Radweg. „Dann reicht das Geld aus dem Radwege-Topf gar nicht aus“, sagt Ramcke. Oder es könne 2019 nur ein einziger Radweg gemacht werden.

Wegfall von Parkplätzen

Nummer zwei: Der Wegfall der Parkplätze. Denn von 108 Stellplätzen werden 23 gestrichen. Damit verbleiben 85 Stellplätze. „Hat jemand bedacht, dass das Landgericht derzeit in der Schwartauer Landstraße ist“, fragt Brook. Wenn die Mitarbeiter 2021 wieder an die Travemünder Allee ziehen, werde es eng. Denn nicht nur die Gerichtsangestellten würden dann Parkplätze suchen, sondern auch Zeugen und Zuschauer.

Alte Pläne ignoriert

Nummer drei: Die alten Pläne für das Areal werden gar nicht berücksichtigt. 2014 hatte die Bauverwaltung eine Frischzellenkur für den Gustav-Radbruch-Platz vorgestellt. Der Betonplatz sollte verschwinden und in einen Park verwandelt werden. Die Straßen sollten quadratisch angeordnet werden, die Busse an den Seiten halten. „Werden diese Pläne jetzt zu den Akten gelegt?“, will Christopher Lötsch (CDU) wissen, Vorsitzender des Bauausschusses. Und Roland Vorkamp (Grüne) merkt an: „Dann sollte man die historische Baum-Allee wieder herstellen.“ Aktuell stehen die Bäume in drei Reihen zur Seite der Travemünder Allee. Historisch waren es vier Reihen – eine Doppel-Baum-Allee.

Pläne von 2014: Das ist die Skizze der Stadt zum Umbau des Gustav-Radbruch-Platzes. Quelle: Sergio di Fusco

Kein Geld vom Land

Jetzt hat der Bauausschuss das Thema auf Januar geschoben. Die Bauverwaltung soll die Pläne überarbeiten. Das Problem: Dadurch fallen Gelder weg. Denn: Das Projekt kostet 1,04 Millionen Euro. Das Land übernimmt davon 200 000 Euro – aber nur, wenn die Politiker grünes Licht für das Projekt geben. Bis zum 14. Dezember. Oder die Gelder müssen neu beantragt werden. Dann startet der Umbau frühestens 2020.

So sieht der Umbau aus

Die Pläne im Detail: Der grüne Mittelstreifen auf der Travemünder Allee fällt weg. Dadurch gibt es mehr Platz – und die Straße wird völlig neu aufgeteilt. Stadtauswärts: Aktuell verläuft der Radweg fernab der Straße neben der alten Baum-Allee. Dieser Radweg wird aufgegeben, die Fläche begrünt. Die Radfahrer kommen auf die Straße und erhalten eine eigene Radspur. Die Straße teilt sich dann so auf: parkende Autos auf einer Breite von 2,50 Meter, der Radweg ist zwei Meter breit und die Autospur misst 3,25 Meter. Stadteinwärts: Dort verläuft der Radweg neben dem Gehweg. Der Radweg wird auf drei Meter verbreitert und kann in beide Richtungen befahren werden. Denn diese Strecke nutzen viele Schüler. Die Straße stadteinwärts teilt sich so auf: der Radweg mit drei Metern Breite, daneben die Parkplätze mit 2,50 Meter Breite und die Autospur mit 3,25 Metern.

Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Gratis-Busfahren am Adventssonnabend in Lübeck war ein voller Erfolg. Der Stadtverkehr zählte in ausgewählten Bussen 30 Prozent mehr Fahrgäste. Politiker fordern, das Potenzial an neuen Fahrgästen zu heben.

03.12.2018

Auf der B 75 kam es am Sonntagabend zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein 29-Jähriger hatte das Fahrzeug zuvor gestohlen und eine Schranke am Herrentunnel durchbrochen.

04.12.2018

Mit Darbietungen der Weltklasse haben etwa 1000 Gäste eine hinreißende Tanz- und Showgala erlebt. Mit dabei waren Profitänzer der Spitzenklasse.

03.12.2018