Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Lübeck wird schwarz
Lokales Lübeck Lübeck wird schwarz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:27 25.09.2017
Großer Jubel bei der CDU (v.l.): Senatorin Kathrin Weiher (parteilos), Kreischefin Anette Röttger freuen sich mit Claudia Schmidtke über den historischen Sieg. Die Herzchirurgin gewinnt den Wahlkreis direkt. Es ist das erste Direktmandat für die Union seit 52 Jahren.  Quelle: Neelsen
Anzeige
Lübeck

Es ist lange ein enges Rennen: Claudia Schmidtke (51, CDU) holt 35,3 Prozent, Gabriele Hiller-Ohm (64, SPD) 33,8 Prozent. „Das ist ein sensationeller Erfolg“, jubelt Schmidtke, die mit 30 Anhängern in einem italienischen Restaurant feiert. Die CDU habe auf eine Quereinsteigerin gesetzt, sagt die Kreischefin Anette Röttger, „das war der richtige Schritt zur richtigen Zeit“.

Schmidtke steht morgen wieder im Herzzentrum Bad Segeberg im OP und fährt am Dienstag nach Berlin. Sie schwärmt von einem tollen Wahlkampf und einer guten Stimmung in der CDU. Außerdem habe sie konsequent auf das Thema Pflege gesetzt, was bei den Konkurrenten kaum eine Rolle gespielt habe.

Mehr zum Thema

Alle aus Ihrem Wahlkreis 11 finden Sie hier

Alles zur Bundestagswahl lesen Sie auf unserer

Die Bundestagswahl in Lübeck und Umgebung

Die Bundestagswahl aus Sicht unserer Berliner Kollegen

Nachrichten, Geschichten und Kandidaten-Porträts aus dem (Hansestadt Lübeck und Teile des Kreises Herzogtum Lauenburg)

Diskutieren Sie die Bundestagswahl mit uns auf

Zunächst scheint der Sieg von Hiller-Ohm sicher, das Blatt dreht sich am Wahlabend um 22 Uhr. Hiller-Ohm muss sich Schmidtke geschlagen geben – einem absoluten Polit-Neuling, die erst vor zweieinhalb Jahren in die CDU eingetreten ist. "Ich bedauere das sehr", sagt Hiller-Ohm. Der Verlust des Direktmandats habe sicher auch mit dem Bundestrend zu tun. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen", sagt sie. Hiller-Ohm sitzt seit 2002 im Bundestag – und ist jetzt bei ihrer fünften Kandidatur gescheitert. Ob sie über ihren Listenplatz fünf in den Bundestag einzieht, weiß sie nicht. „Verdient hätte sie das allemal“, sagt der SPD-Kreischef Thomas Rother, „sie war eine der fleißigsten Bundestagsabgeordneten und hat viel für Lübeck erreicht.“

Bei den Zweitstimmen ist es lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen von CDU und SPD. Die Sozialdemokraten immer leicht vorne. Dann zieht die CDU mit 29,5 Prozent der Stimmen an der SPD vorbei. Sie kommt auf nur 25,4 Prozent. Damit ist die rote Hochburg Lübeck eingestürzt. Schon vor vier Jahren zeichnete sich dieser Trend ab: Da lag die SPD nur noch knapp vor der CDU: Die SPD kam auf 34,8 Prozent, die CDU  auf  34,7 Prozent.

Hiller-Ohm darf trotzdem nach Berlin

Dank ihres Platzierung auf der Landesliste (Platz 5) hat es Gabriele Hiller-Ohm (SPD) doch noch geschafft: Sie darf ihren Wahlkreis zusätzlich zu Claudia Schmidtke (CDU) auch in den nächsten vier Jahren im Bundestag vertreten.

Platz drei belegen in Lübeck die Grünen – bei der Öko-Partei herrscht große Freude. Denn sie holen das beste Ergebnis bei einer Bundestagswahl,  sowohl bei den Erst- und den Zweitstimmen. Direktkandidat Thorsten Fürter holt 13 Prozent. Er hat auf einen Internet-Wahlkampf gesetzt - völlig ohne Plakate. „Das Ergebnis bestätigt meine Einschätzung, das Plakate nichts bringen“, sagt Fürter. Bei den Zweitstimmen holen die Grünen satte 12,8 Prozent - und schneiden damit besser ab als im Bund.

Glücklich ist auch die FDP. „Wir haben bundesweit Rückenwind“, sagt Fraktionschef Thomas Rathcke. Nach dem Absturz der Liberalen 2013 kommt die Lübecker FDP langsam wieder an die Ergebnisse von 2009 heran. Bei den Erststimmen kommen sie auf 6,5 Prozent. Bei den Zweitstimmen holen die Lübecker Liberalen 10,9 Prozent.

Die Linken sind ebenfalls zufrieden, auch wenn sie diesmal keinen Direktkandidaten haben. Sascha Luetkens (40) hatte einen Formfehler in seiner Bewerbung und konnte daher nicht kandidieren. Bei den Zweitstimmen holen die Linken 9,4 Prozent. Das ist etwas mehr als vor vier Jahren (6,6 Prozent).

Und die AfD? Sie legt in Lübeck kräftig zu –  landet aber in der Hansestadt nur auf Platz sechs. Kandidat Hans-Eberhard Knust (80) holt 8,6 Prozent. Das ist mehr als doppelt so viel wie sein Vorgänger Christoph Elfenkämer mit 3,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen kommt die AfD auf 8,9 Prozent, vor vier Jahren waren es noch 4,4 Prozent.

Eine erfreuliche Entwicklung: Die Wahlbeteiligung ist gestiegen – auf 72,1 Prozent. Vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 68,6 Prozent.

Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige