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Lübeck Eisarsch-Regatta auf der Lübecker Wakenitz
Lokales Lübeck Eisarsch-Regatta auf der Lübecker Wakenitz
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18:30 01.12.2018
Die 50. Eisarsch-Regatta startet vor dem Lübecker Yacht Club. Dabei steigen erwachsene Männer in Kinderboote. Quelle: John Garve/Agentur 54°
St. Gertrud

Lübeck – Stadt der Traditionen. Und der Eisarsch-Gilde. Richtig gelesen: Eisarsch. Ein Wort, das erst mal zum Nachdenken anregt. Und zum Schmunzeln. Denn jene Gilde hatte sich vor genau 50 Jahren zusammengefunden, um die Eisarsch-Regatta ins Leben zu rufen. Am Sonnabend steigen 60 Segler in die Boote, um die vorgeschriebene Route zu bezwingen.

Erwachsene Männer in kleinen Nussschalen

„Das Ganze ist eine Spaßregatta“, sagt Jan Stemmler vom veranstaltenden Lübecker Yacht-Club. Bei der kann man auch ein ziemlich kaltes Hinterteil bekommen. Eigentlich sind die Optis ja Anfängerboote für Kinder und Jugendliche. Und bei zwei bis drei Windstärken aus Südwest haben die Segler nicht unbedingt die besten Wetterbedingungen – und die Wakenitz hat nur ein paar Grad. Kentern wäre da nicht so witzig. Aber die Herren, sie sind alle mindestens 25 Jahre alt, lassen sich nicht lumpen. Und keiner geht baden, obwohl die Mannen mitunter ganz schön in ihren kleinen Nussschalen wackeln.

Erwachsene Männer in kleinen Booten: Eisarsch auf der Wakenitz. Quelle: John Garve/Agentur 54°

Die Spaßregatta gelte als „eine der letzten großen Segelherausforderung Deutschlands ausschließlich für gestandene Männer“, juxen die Macher zum 50-jährigen Jubiläum. Es gibt Live-Jazz von und mit den Hamburger und Lübecker Jazzern Ralf Böcker (Saxofon, Klarinette und Vocals), Kay Franzen (Piano), Martin Bergmeier (Drums) und Kai Stemmler (Bass). Bei Wurst und heißer Suppe genießen die Zuschauer das Panorama. Einige Segler haben sich in Weihnachtsmann-Klamotten geschmissen. Auch ein Pinguin-Outfit ist dabei. „Von 25 bis um die 80 Jahren ist alles dabei“, sagt Stemmler. Und so gibt es auch einen Grufti-Preis für den Schnellsten der Generation 50 plus.

Walter Mielke, ehemaliger oberster Wettfahrtleiter der Travemünder Woche – er vertritt das Präsidium des Deutschen Segler-Verbandes – präsentiert erstmals in der Geschichte des Eisarsch-Wettstreits ein neues Startverfahren. Mielke steuert das Begleitboot, das die Startlinie wie einen Reißverschluss öffnet. Alles klappt, die Optis setzen sich in Bewegung.

Im Winter auf die Wakenitz

An Land beobachten etwa 150 Schaulustige das bunte Treiben. Auch Dr. Michael Jahnke. Er erinnert sich: „Es war einst bei einem Stammtisch in der Lübecker Rudergesellschaft, als wir die Idee hatten, mit einigen Optimisten-Jollen ein paar Juxregatten zu segeln.“ Daraus sei schließlich der Gedanke geboren, auch mal im Winter auf die Wakenitz zu gehen. „Das ist doch eine schöne Tradition“, ist sich Jahnke sicher. „Und die ist schon oft kopiert worden“, sagt der leidenschaftliche Segler.

Einer, der dem Segelsport ebenso passioniert gegenübersteht, ist Peter Schweder. Der Ex-Chef des Lübecker Segler-Vereins zieht es auch vor, nicht in eine Jolle zu klettern. „Dafür bin ich inzwischen zu ungelenkig“, scherzt der Mann, der auf Traditionen wie die lustige Regatta setzt. Vor 20 Jahren habe er selbst mitgesegelt. „Eine tolle Sache und ein zünftiger Jahresabschluss“, sagt Schweder. Als eine „ganz besondere Veranstaltung“ lobt Dr. Petra Rosskopf, Lübecks Hochschulsport-Beauftragte, das Rennen. „Ich schätze diese Tradition. Und es steckt viel ehrenamtliche Arbeit dahinter.“ Dass sie nicht mitsegeln darf, stört Rosskopf nicht. Ja, die Statuten sind streng. Frauen bleiben an Land.

Sieger Thomas Schulz (r.) mit Michael Jahnke, Gründungsmitglied der Eisarsch-Gilde. Quelle: John Garve/Agentur 54°

Gut bei wenig Wind

Thomas Schulz aus Bad Segeberg segelt schließlich als Schnellster durchs Ziel. Was ihn denn so stark gemacht hat, will Wettkampfleiter Walter Mielke wissen. „Weiß ich auch nicht. Ich bin eben bei wenig Wind immer gut“, sagt der Segler. Ein „Leichtwindsegler“ sei er, der Mann, der später mit dem originalen Eisarsch geehrt wird. Einer hölzernen Trophäe der Extraklasse. Mit einem geformten Abbild eines Hinterteils.

Rüdiger Jacob

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