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Lübeck Lübecker Firma Euroimmun an US-Konzern verkauft
Lokales Lübeck Lübecker Firma Euroimmun an US-Konzern verkauft
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10:18 20.06.2017
Der US-Diagnosespezialist PerkinElmer will die Mehrheit aller Euroimmun-Aktien kaufen. Winfried Stöcker hat den Vertrag bereits unterschrieben.  Quelle: Lutz Roessler
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Lübeck

„Ich freue mich darüber, meine Firma diesen ausgewiesenen Experten anzuvertrauen, die in der Lage sind, den Fortbestand dessen zu sichern, was wir in dreißig Jahren erfolgreich aufgebaut haben“, sagt Euroimmun-Gründer Winfried Stöcker, der das Unternehmen 1987 in Lübeck gegründet hat und heute weltweit 2400 Mitarbeiter beschäftigt. Die Geschäftsfelder von Euroimmun bleiben erhalten, erklärt Stöcker.

Wir machen den Vergleich: Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um interessante Fakten über die beiden Firmen PerkinElmer und Euroimmun zu erfahren.

Beide Firmen wollten in vielen Bereichen kooperieren, die Geschäftsfelder von Euroimmun blieben aber erhalten, erklärt Stöcker. Die wirtschaftliche Entwicklung von Euroimmun sei weiter sehr positiv, das durchschnittliche Umsatzwachstum in den vergangenen fünf Jahren habe bei 19 Prozent gelegen. „Gerade deshalb gilt es, diesen Standort zu erhalten. Aus jetziger Sicht können wir uns unseren Partner aussuchen, während ich ansonsten davon ausgehen muss, dass wir im Falle meines Ablebens und der dann anstehenden Erbauseinandersetzung andere Partner bekommen würden und dann eine Zerschlagung des Unternehmens nicht ausgeschlossen sein könnte“, sagt Stöcker.

Mehr über die Firma erfahren Sie auf unserer Themenseite

Forschung und Entwicklung sollen weiter bei Euroimmun betrieben werden. Perkin-Elmer-Vorstandschef Robert Friel glaubt, in Stöcker und seinem Team „den perfekten Begleiter“ für die Weiterentwicklung des Konzerns gefunden zu haben. Er sei sehr gespannt darauf, wie „zwei innovative, ergebnisorientierte Kulturen mit einer gemeinsamen Mission zur Verbesserung der globalen Gesundheit zusammenzubringen“, sagt Friel.

Mehr lesen: Nach der Unterschrift: Wie geht es bei Euroimmun weiter?

„Es erfordert menschliche Größe, rechtzeitig die Weichen für eine Zukunft ,im Fall der Fälle’ zu stellen, und ich gratuliere Herrn Dr. Stöcker dazu, diesen Schritt zu gehen“, sagt Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Er hoffe, dass Lübeck auch in der neuen Konstellation gestärkt werde und freue sich darauf, „die Repräsentanten des neuen Players auf der Lübecker Bühne bald kennenzulernen“ und mehr über die Pläne zu erfahren.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von unserem Autor: "Das Motiv ist ehrenwert"

Für Noch-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) steht im Vordergrund, dass Standort und Jobs hier erhalten bleiben. Dass künftig weniger Entscheidungen in Schleswig-Holstein getroffen werden, sei bedauerlich. Umso wichtiger sei deshalb, dass sich beide Unternehmen gut ergänzen. Sein designierter Nachfolger Bernd Buchholz (FDP) bewertet die Übernahme nach einem Telefonat mit seinem Parteifreund Stöcker positiv. „Der Firmengründer selber hat sich den Investor sehr genau angesehen, und er bleibt ja im Unternehmen, was immer ein gutes Zeichen ist.“

Die IHK zu Lübeck hält es für wichtig, dass Euroimmun als „Impulsgeber und attraktiver Arbeitgeber“ erhalten bleibt.




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