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Lübeck Lübecker Martensmann geht wieder auf die Reise – diesmal aber anders
Lokales Lübeck Lübecker Martensmann geht wieder auf die Reise – diesmal aber anders
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07:37 09.11.2018
Stefan Pagel startet in seiner Rolle als historischer Lübecker Martensmann zu seiner traditionellen Tour nach Schwerin. Quelle: Markus Scholz/dpa
Lübeck

Der Lübecker Martensmann alias Stefan Pagel bricht wieder zu seiner traditionellen Reise nach Schwerin auf, um dort ein Fass Rotwein abzuliefern. Lübecks stellvertretende Stadtpräsidentin Silke Mählenhoff (Grüne) wird ihn am Freitag (14.00 Uhr) im Rathaus verabschieden.

Anders als in den Vorjahren wird Pagel allerdings vor dem Rathaus nicht in eine Pferdekutsche steigen, sondern sich mit dem Auto auf den Weg machen. Der Kutscher sei erkrankt, hieß es aus der Bürgermeisterkanzlei zur Begründung. Auf dem Weg in die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern macht der Martensmann in Schönberg und Rehna (beide Kreis Nordwestmecklenburg) Station. Der Brauch des Lübecker Martensmannes wurde im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt und 1991 wiederbelebt.

Lange Tradition

Bis 1520 reicht die Tradition der Martensmann-Besuche nachweislich zurück. Der Lübecker Bote brachte bis 1817 alljährlich ein Fass Wein nach Schwerin – ob als Zeichen der Freundschaft oder aus Pflicht und Schuldigkeit, ist ungeklärt. 1817 erlosch der Brauch. Wiederbelebt wurde er 1991 im Rahmen der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland. 2017 scheiterte der Versuch, den Brauch in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen.

Dem Wunsch widersetzte sich ein Komitee, das vom Vorstand der deutschen Unesco-Kommission berufen wird. Es argumentiert, die Wiederentdeckung des Martensmannbrauches nach der deutschen Wiedervereinigung werde vor allem als Initiative von staatlichen Stellen präsentiert. Nötig sei aber eine möglichst weitreichende Beteiligung von Gemeinschaften, Gruppen und Einzelpersonen, die dieses Erbe schaffen, pflegen und weitergeben.

RND/dpa

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