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Lübeck Ein Lübecker ist in der SPD spitze
Lokales Lübeck Ein Lübecker ist in der SPD spitze
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16:04 05.11.2018
Vor vier Jahren begleitete Enrico Kreft (l.) den damaligen SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz bei dessen Lübeck-Besuch. Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

„Wir sind stolz, dass er als Spitzenkandidat der schleswig-holsteinischen SPD in den Europawahlkampf zieht.“ Die Lübecker SPD hat endlich mal wieder ein Aushängeschild auf Landesebene. Lange musste der Kreisverband darauf warten. Enrico Kreft, der am Wochenende die Nominierung zum Spitzenkandidaten der Nord-SPD zur Europawahl im Mai 2019 gewann und sich dabei gegen harte Konkurrenz durchsetzte (LN berichteten), „ist der zweite Lübecker nach Gerd Walter“, sagt der Kreisvorstand. Und Gerd Walter saß von 1979 bis 1992 im Europäischen Parlament.

Enrico Kreft, der mit seiner Familie im Hochschulstadtteil wohnt, Werder Bremen-Fan ist und seine Brötchen als Verlagsangestellter in Hamburg verdient, war vom europäischen Gedanken schon als Jura-Student erfüllt. „Er vertritt seit vielen Jahren mit großer Kontinuität dieses Thema in unserer Stadt und in ganz Schleswig-Holstein“, sagt der Kreisverband, „er macht Europapolitik mit viel Herzblut“. Für ein Mandat in Brüssel hat sein Engagement bisher nicht gereicht. Kreft kümmerte sich stattdessen ehrenamtlich um europäische Themen im Kreis- und im Landesverband.

1978 kam er in Grevesmühlen zur Welt. Seit 20 Jahren lebt Kreft in Lübeck, seit 18 Jahren ist er SPD-Mitglied. Kreft war Schülersprecher und Stadtschülersprecher und zwölf Jahre lang Vorsitzender des Ortsvereins Burgtor. Der 40-Jährige sitzt sowohl im Landes- als auch im Lübecker Kreisvorstand der Partei. Er hat auch schon für die Lübecker Bürgerschaft kandidiert, allerdings erfolglos.

Die jetzige Spitzenkandidatur ist auch keine Garantie für einen Sitz in Brüssel. Am 9. Dezember legt eine Bundesdelegiertenkonferenz in Berlin die bundesweite SPD-Liste für die Europawahl fest. Kreft rechnet als Neueinsteiger nicht mit einem vorderen Listenplatz. Trotzdem will er sich in Kürze in den Wahlkampf stürzen. Der Mann mit dem sympathischen Lächeln muss durch das ganze Land touren und will sich auch in Regionen zeigen, wo die CDU besonders stark ist oder wo die Nichtwähler die größte Gruppierung stellen.

Kreft ist ein Kritiker der Großen Koalition in Berlin. „Es wäre besser für die SPD gewesen, nicht hineinzugehen“, erklärt der SPD-Politiker, „aber jetzt einfach rauszugehen, ist auch schwierig.“ In Brüssel wolle er sich um eine Begrenzung des digitalen Kapitalismus und ein sozialeres Europa kümmern. „Wir müssen über einen europäischen Mindestlohn sprechen und Steueroasen austrocknen“, sagt Kreft.

Bei der Europawahl 2014 wurde die SPD in Lübeck mit 34,2 Prozent klar stärkste Partei vor der CDU, die die Urnengänge 2009 und 2004 für sich entschieden hatte. Die Wahlbeteiligung betrug 37,6 Prozent. Enrico Kreft: „Das spornt mich an.“

Kai Dordowsky

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