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Lübeck Senator: HVV Riesenchance
Lokales Lübeck Senator: HVV Riesenchance
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17:14 28.09.2018
Nur der Zugverkehr in Lübeck soll in den HVV überwechseln – das ist die Idee von Politikern. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Mit einem leidenschaftlichen Appell hat Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) in der Bürgerschaft für einen kleinen HVV-Beitritt Lübecks geworben. „Diese kleine Lösung bietet unglaubliche Potenziale“, sagte Schindler, „damit können wir den attraktivsten Verkehrsverbund Deutschlands in unsere Stadt ziehen.“ Die kleine Lösung, die SPD und Linke fordern, sieht vor, nur schienengebundenen Verkehr in den HVV zu überführen – also Bahnstrecken nach Hamburg, Travemünde oder in den Hochschulstadtteil. Der Busverkehr würde erst einmal im SH-Tarif bleiben.

Ulrich Pluschkell (SPD) erwartet die Unterstützung des Landes. Quelle: LN-Archiv

Seit Jahren hält die Stadt die Debatte am Köcheln. Gutachten wurden eingeholt, Beschlüsse gefasst, doch passiert ist bisher nichts. Die Verwaltung hat Verkehrsexperten von Land, Kammern und Verbänden befragt. Die senken den Daumen (LN berichteten), halten Lübecks Beitritt in den HVV für verkehrt. Ein Sprecher des Kieler Verkehrsministeriums bestätigt auf LN-Anfrage, dass die Einbeziehung der Schienenverkehre Lübecks in den HVV zwar rechtlich grundsätzlich möglich sei, aber weder vom Land noch von der landesweiten Verkehrsgesellschaft Nah SH noch vom HVV selbst als sinnvoll erachtet werde. Der Sprecher: „Das würde zu verschiedenen Tarifen führen und das Ziel eines Nordtarifs konterkarieren.“

Die Politiker fast aller Parteien in Lübeck haben aber den Pendlern nach Hamburg versprochen, dass sie sich für den HVV-Beitritt einsetzen. Ulrich Pluschkell, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, verweist auf vier niedersächsische Kreise, in denen genau das passiert sei, was Lübeck wolle – nur die schienengebundenen Verkehre seien in den HVV gewechselt. Pluschkell: „Die niedersächsische Landesregierung gibt dafür Geld. Das erwarten wir auch von unserer Landesregierung.“

Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) spricht von einer Riesenchance. Quelle: Ulf Neelsen

Aber es gibt auch Bedenken gegen die kleine Lösung. „Wir haben Bauchschmerzen damit“, sagt Grünen-Fraktionsvize Bruno Hönel. Die Grünen befürchten, dass viele Pendler mit dem Auto zum Bahnhof fahren, wenn die Busse nicht im HVV sind. Das befürchtet auch die GAL. Die lehnt zudem einen Finanzierungsvorschlag von Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) ab. Lindenau hatte vorgeschlagen, dass die Stadt weiter Straßenausbaubeiträge kassiert. Dann habe man Geld, um den HVV-Beitritt zu finanzieren. GAL-Fraktionschefin Antje Jansen: „So einen Tausch machen wir nicht mit.“ Die FDP lehnt Lübecks HVV-Beitritt ganz ab. Fraktionschef Thomas Rathcke: „Das Land wird das nie und nimmer mittragen. Das Vorpreschen Lübecks ist kontraproduktiv zum Nordtarif.“ CDU-Fraktionschef Oliver Prieur macht sich Gedanken um die „vielen Pendler, die nicht nach Hamburg, sondern gen Norden fahren und die bei einem Wechsel in den HVV draufzahlen würden“.

Die Bürgerschaft traf in ihrer Sitzung am Donnerstag nach langer Debatte keine Entscheidung, Verhandlungen mit Land und HVV werden erst einmal nicht aufgenommen. Stattdessen gehen die Beratungen weiter, demnächst im Bauausschuss der Bürgerschaft.

Kai Dordowsky

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