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10:29 20.06.2016
Beste Ausstattung im Tonstudio der Fachhochschule: Thorben Wolkowski ist froh, dass er die Technik nutzen kann. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

„Die letzten Tage waren die Hölle“, räumt Thorben Wolkowski unumwunden ein. „Erst hier die Tonabnahme, dann in Berlin die Grading-Abnahme. Und als alles fertig war, habe ich plötzlich ziemliche Bauchschmerzen bekommen.“ Denn gerade eben hat der 23-jährige Student der Informationstechnologie und Design (ITD) an der Fachhochschule (FH) Lübeck seinen ersten Spielfilm fertiggestellt. Zwar ist es ein Kurzfilm von knapp 30 Minuten Länge, aber ein richtiger, ziemlich professioneller Film, der nach der Premiere am gestrigen Sonnabend im Cinestar zunächst einmal auf diversen internationalen Festivals laufen wird. „Und hoffentlich auch bei den Nordischen Filmtagen“, sagt Wolkowski.

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Mit Unterstützung der Fachhochschule und der Possehl-Stiftung hat ein 23-Jähriger das Roadmovie „Irgendwo Zuhause“ gemacht – Es ist sein erster Schritt auf dem Weg zum Drehbuchautor, Produzenten und Regisseur.

Und obwohl er – dem Wunsch der Eltern folgend – zunächst einmal „etwas Handfestes“ studiert hat, möchte er gern künftig Filme machen. Sein großes Vorbild ist der britisch-amerikanische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Christopher Nolan, der unter anderem „Batman begins“, „The Dark Knight Rises“, „Memento“ und „Insomnia – Schlaflos“ gemacht hat.

Doch Thorben Wolkowski steht noch ganz am Anfang. Sein Film „Irgendwo Zuhause“, in dem es um Fragen wie: „Wo gehöre ich hin? Wo ist mein Platz?“ geht und um Probleme mit den Eltern, ist ein Teil seiner Bachelor-Prüfung. Der andere Teil ist eine wissenschaftliche Abhandlung über das Team. Das hat sich ebenso ehrenamtlich Stück für Stück zusammengefunden, wie der Film entstanden ist. Für eine Freundin, die ein Demo-Band wollte, hatte Wolkowski 2012 eine erste Filmskizze geschrieben. 2014 suchte er über eine Facebook-Gruppe Leute und lernte Kameramann Patrick Wegenerkennen.  Anfang 2015 stand ein komplettes Exposé für den Film – doch nachdem sich eine Fachfrau das angesehen hatte, schrieb Wolkowski das Drehbuch noch einmal komplett um.

Kommilitone Andreas Voos zeichnet für den Ton verantwortlich, Melissa Baudouin übernahm den Schnitt. Mit Hauptdarstellerin Carolin Dietrich kam Wolkowski über die sozialen Netzwerke zusammen, den männlichen Hauptdarsteller Torben Appel kennt er vom Theater Lübeck. Als „Irgendwo Zuhause“ schließlich im Sommer 2015 in Schleswig-Holstein und in Dänemark gedreht wurde, waren 22 Leute am Set dabei. Auf Fehmarn, im Niendorfer Hafen, aber auch über den Dächern von Lübeck sowie an der B 207 Richtung Hochschulstadtteil. „Die größte Herausforderung waren die Drehgenehmigungen für die Straßen“, erzählt der 23-Jährige, doch die seien absolut notwendig gewesen, „weil ,Irgendwo Zuhause‘ ein Roadmovie ist“.

Auch technisch lief nicht alles superglatt. „Der Datentransfer zwischen den einzelnen Programmen klappte nicht so richtig.“ Doch schließlich hat es der Student geschafft, einen „richtigen“, wenn auch kurzen Film fertigzustellen – mit tatkräftiger Unterstützung von vielen Seiten. „Irgendwo Zuhause“ ist ein „No-Budget-Film“ geworden, obwohl Kosten im unteren fünfstelligen Bereich anfielen. Aber:

Studiengangleiter Gert Hillringhaus hat Wolkowski viele Wege geebnet – Wege zur Possehl-Stiftung und anderen Sponsoren. „Ihm bin ich wirklich sehr dankbar“, sagt der 23-Jährige.

Aktuell hat er einige Bewerbungen als Regie-Assistent laufen, doch so bald wie möglich möchte er wieder einen Film machen.

Der Film

Die Geschichte: Die 17-jährige Lena muss nach dem Tod des geliebten Großvaters lernen, allein mit Verlust und Schmerz klarzukommen. Sie bricht mit ihren Eltern (Simona Brokmann und Maik Möller) und zieht allein los auf der Suche nach Geborgenheit. Unterwegs begegnet sie Eric und erkennt auf der Reise, dass sie sich ändern muss, um ihr Ziel zu erreichen.

20 mögliche Festivals für Kurzfilme stehen in der zweiten Jahreshälfte an, weitere europäische Festivals sollen 2017 folgen.

 Sabine Risch

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