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Lübeck Lübecker Tafel zu anspruchsvoll?
Lokales Lübeck Lübecker Tafel zu anspruchsvoll?
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20:51 11.10.2017
2400 Personen etwa werden pro Woche von dem Verein mit Lebensmitteln versorgt. Täglich sind fünf Fahrzeuge im Einsatz, um die Spenden einzusammeln. Quelle: Foto: Künzel

„Das Fahrzeug sollte von meiner Firma geleast werden, die laufenden Unterhaltskosten inklusive Versicherungen oder möglicher Umbauten, wie Kühlaggregate, hätte die Tafel getragen“, sagt Christian Dankert aus Bad Schwartau.

Eine gute Idee. Denn für die ehrenamtliche Arbeit der Lübecker Tafel sind Spezialfahrzeuge unerlässlich. 2400 Personen etwa werden pro Woche von dem Verein mit Lebensmitteln versorgt. 224 Ehrenamtliche helfen dabei. Bei rund 100 Spendern wird gesammelt. Täglich sind dafür fünf Fahrzeuge im Einsatz. Sieben Ausgabestellen gibt es in Lübeck, an denen pro Jahr über 800 Tonnen Brot, Milchprodukte, Gemüse, Konserven und mehr an Bedürftige verteilt werden. Zudem werden mehrere soziale Einrichtungen beliefert.

Diese Arbeit wollte Dankert unterstützen. Er wurde zu einer Vorstandssitzung eingeladen, um zu erfahren, welche Voraussetzungen das Fahrzeug erfüllen müsse. „Auf dieser Sitzung wurde mir vom verantwortlichen Fahrdienstleiter mitgeteilt, dass ein Mercedes Sprinter 314 CDI mit einer frischediensttauglichen Innenverkleidung präferiert wird.“ Laut Dankert lautete die Begründung, dass die Tafel bei Mercedes einen 24-Stunden-Dienst erhalte.

Da das gewünschte Fahrzeug „deutlich über dem geplanten Budget“ des Spenders lag, hat Dankert als Alternative einen Ford Transit angeboten. Ansonsten müsse er sein Angebot zurückziehen, so der Spender. „Doch die Antwort der Tafel hat mir glatt die Sprache verschlagen“, sagt er und zitiert aus der Mail: „Sehr geehrter Herr Dankert, wir möchten uns ganz herzlich für Ihr Engagement bedanken!

Da ein Sprinter für Sie nicht finanzierbar ist, haben wir Verständnis dafür, dass Sie Ihr Angebot zurückziehen.“

Tafel-Vorsitzende Margot Bartsch und Bernd Wienicke vom Fahrdienst zeigen sich verwundert über Dankerts Verärgerung. „Wir hatten das Gefühl, dass wir ein sehr offenes, konstruktives Gespräch geführt haben, und natürlich haben wir uns sehr gefreut über die Spendenbereitschaft.“ Sie erklären, dass die Lübecker Tafel in ihrem Fuhrpark nur Sprinter von Mercedes Benz hat. Denn: „Diese Firma sponsert die Tafeln im gesamten Bundesgebiet, und wir möchten die gute Zusammenarbeit nicht infrage stellen.“ Hinzu komme, dass Mercedes einen 24-Stunden-Service anbiete. Dies bedeutet, dass die Fahrzeuge rund um die Uhr zur Werkstatt gebracht werden können. „Dies ist wichtig, da wir die Wagen täglich brauchen.“ Aus diesen Gründen habe man Dankerts Angebot leider nicht annehmen können, so die Tafel.

Nun könnte ein anderer Verein die Spende erhalten: „Weil bei der Tafel anscheinend kein Bedarf an dem von mir angebotenen Fahrzeug besteht, wäre ich bereit, eine andere soziale Einrichtung zu unterstützen“, sagt Dankert.

kü

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