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Lübeck Lübecker Taxen wollen den Flughafen-Bus ersetzen
Lokales Lübeck Lübecker Taxen wollen den Flughafen-Bus ersetzen
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22:15 21.10.2013
Bereit für Kunden: Vom Zob aus könnte Tobias Neumann künftig Flugpassagiere mit dem Sammeltaxi nach Hamburg bringen. Quelle: Fotos: Neelsen, Maxwitat
Lübeck

Die Lübecker Funktaxen überlegen, die Lücke zu füllen, die der Trave-Elbe-Express hinterlassen hat. Das Unternehmen Hamburg- Bus hatte den Traveliner ersetzt, einen Shuttle vom Zob zum Flughafen der Elbmetropole angeboten. Dann wurde überraschend Ende August das Aus der Verbindung erklärt, durch mehrere Parteien geforderte Gespräche zur Wiederaufnahme wurden in der Bürgerschaft abgelehnt.

„Wir sehen Potenzial in dem Angebot“, sagt Andreas Wagner, Geschäftsführer der Lübecker Funktaxen. Nach dem Wegfall des Busses hätten sich häufig Reisende bei der Zentrale nach einer Fahrt zum Hamburger Airport erkundigt — oder eine Taxi- Strecke als Ersatz vorgeschlagen. Wagner: „Unser Vorbild sind die Sammeltaxen, die für den Stadtverkehr im Einsatz sind.“ Bei rechtzeitiger Bestellung fährt dann ein Großraum-Taxi nach Hamburg.

Ein normaler Transfer zum Hamburger Airport kostet knapp 90 Euro. Mit dem neuen Sammeltaxi kalkuliert Unternehmer Wagner derzeit mit einem Preis um die 25 Euro pro Person. „Die Logistik haben wir auf jeden Fall“, sagt er. „Nur regelmäßige Abfahrtzeiten wie mit dem Bus sind nicht machbar.“ Vorstellbar sei dagegen, dass sich die Reisenden einige Tage vorher anmelden und ähnlich wie beim Trave-Elbe- Express zum Zob kämen. In direkter Nachbarschaft gibt es einen Taxistand, „von wo aus die Fahrt starten kann“. Alternativ wäre die Funktaxen- Zentrale in der Schützenstraße eine Option.

Die Rücktour wird ebenfalls vorab gebucht, da Taxen in fremden Städten keine Kunden anwerben dürfen.

Dass die Route funktioniert, zeigt Nightliner aus Hannover. Das Taxi-Unternehmen ist auf Flughafen-Transfers spezialisiert und pendelt seit etwa drei Monaten zwischen Hamburg und Lübeck. „Den Wegfall des Busses haben wir deutlich gemerkt“, sagt Thomas Schubmann. Die Firma habe etwa 20 bis 30 Touren pro Tag. Der Trip nach Hamburg kostet die erste Person 26 Euro, alle weiteren jeweils zehn — sofern sie die Stationsoption buchen. Das heißt, das Sammeltaxi steuert unterwegs mehrere Haltepunkte an. Wer den direkten Weg will, zahlt den normalen Taxitarif.

„Der Bedarf ist offenbar da“, sagt André Marx von der Interessengemeinschaft Lübecker Taxiunternehmer und Taxifahrer. „Wir befürworten es, wenn das Gewerbe neue Felder erschließt.“ Der Service müsse jedoch ungebunden sein. Andrea Gastager, Chefin der Lübeck und Travemünde Tourismus GmbH: „Ein Sammeltaxi, das die Lübeck-Gäste schnell und bequem zum Hamburg Airport bringt, wäre ein zusätzliches Serviceangebot, das wir als ,Wunscherfüller‘ begrüßen würden.“

Politischer Rückenwind für die Planungen der Lübecker Funktaxen kommt von den Bürgern für Lübeck. „Das wäre prima“, sagt BfL- Fraktionschef Marcel Niewöhner. Zusammen mit CDU, FDP und Partei-Piraten strebte die BfL Gespräche der Verwaltung mit dem Hamburg-Bus-Betreiber an, um die Linie wiederzubeleben — aber SPD, Grüne, Linke und Freie Wähler stimmten dagegen. Es sei nicht Aufgabe der Stadt, Unternehmen hinterherzurennen, entgegneten etwa die Linken. Niewöhner: „Gerade ältere Menschen brauchen aber eine direkte Verbindung zum Hamburger Flughafen.“ Wann das Angebot der Funktaxen jedoch startet, ist noch völlig offen. Geschäftsführer Wagner nennt als möglichen Termin „allerfrühestens Januar“.

„Die Logistik haben wir auf jeden Fall.“
Andreas Wagner, Lübecker Funktaxen

Peer Hellerling

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