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Lübeck Lübecker Wirtschaft begrüßt Stöckers Flughafen-Kauf
Lokales Lübeck Lübecker Wirtschaft begrüßt Stöckers Flughafen-Kauf
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22:12 14.06.2016
Der Lübecker Flughafen in Blankensee. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Das Universitätsklinikum (UKSH) überlegt, seinen Rettungshubschrauber in Blankensee zu stationieren.

„Durch unsere weltweite Unternehmensausrichtung würden wir den Lübecker Flugplatz sehr gern direkt nutzen“, sagt Stefan Ritt, Sprecher der Lübecker Firma SLM Solutions (3-D-Drucker). Voraussetzung dafür wäre jedoch eine direkte Anbindung an große Drehkreuze. „Kunden und Geschäftspartner könnten uns direkter und schneller erreichen.“ SLM lobt die Risikobereitschaft Stöckers.

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Architekt und Hotelier Heinz Besser (Hanseatischer Hof) hat selbst zwei Maschinen in Blankensee stationiert und sagt: „Ich bin nicht der Einzige, der den Flughafen für Geschäftsflüge braucht.“ Tatsächlich sind nach Angaben des Vereins Hansebelt weitere Unternehmen zwischen Lübeck und Hamburg brennend daran interessiert, geschäftliche Flüge über Blankensee abzuwickeln.

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„Zukunftsweisend“ nennt Jens Scholz, Vorstandschef des UKSH, die Entscheidung Stöckers. Er zählt die Vorteile auf: Der Erhalt des Flughafens steigere die Attraktivität des Klinikums. In der Transplantationsmedizin sei es wichtig, ein Organ möglichst schnell anzuliefern. „In Ausnahmen könnte der Flughafen hilfreich sein“, sagt Scholz. Wegen der Nähe zum UKSH biete sich die Infrastruktur des Flughafens für die Stationierung und Wartung des Rettungshubschraubers an. Auch für Businessflüge würde das UKSH den Airport gern nutzen. Andere Kliniken in der Region ließen bereits in der Vergangenheit Privatpatienten über Lübeck einfliegen.

Der Flughafen sei von großer Bedeutung für die Standortqualität, teilt die IHK Lübeck mit, die Stöckers Einstieg als Gewinn für die gesamte Region einschätzt. Für Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) ist die verkehrliche Erreichbarkeit einer Touristenstadt wie Lübeck – unter den Top Ten Deutschlands – „von herausragender Wichtigkeit“. Saxe setzt darauf, dass in nicht ferner Zukunft neben den Geschäftsfliegern auch wieder Urlaubsflieger ab Blankensee in die Luft gehen. 27 000 Lübeck-Besucher jährlich reisten laut einer Gästebefragung zuletzt mit dem Flugzeug an.

„Unsere wirtschaftlichen Chancen im zukünftigen Wachstumsmarkt Ostseeraum hängen stark von den Verkehrsbedingungen ab“, sagt Christian Martin Lukas, Geschäftsführer beim Lübeck- und Travemünde-Marketing (LTM). Für die Unternehmen am Standort, besonders überregional oder gar weltweit tätige, wünscht Saxe sich genauso wie die Wirtschaft eine schnelle Anbindung an die großen Knotenpunkte des Luftverkehrs wie Frankfurt oder München.

Die Mitarbeiter des Flughafens wurden gestern über den angekündigten Stellenabbau informiert. Winfried Stöcker übernimmt den insolventen Airport zum 1. Juli. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Von Curd Tönnemann

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