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Lokales Lübeck Lübecker läuft Marathon als Holstentor
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17:17 16.09.2018
Richard Mietz im Kostüm des Lübecker Holstentores läuft beim 45. BMW-Berlin-Marathon ins Ziel. Quelle: Soeren Stache/dpa
Lübeck/Berlin

Einen Marathon zu laufen, das ist beachtlich. Doch Richard Mietz (33) reichen die rund 42 Kilometer als Herausforderung nicht. Der Lübecker tritt die Distanz am Sonntag in einem Holstentor-Kostüm an. So will er beim 45. Berlin Marathon einen Guinness-Weltrekord aufstellen. Er geht er als einziger Läufer in der Kategorie „Schnellster Marathon verkleidet als Wahrzeichen“ an den Start. Insgesamt stehen 44 389 Läufer auf der Meldeliste. So viele wie noch nie.

„Meine Bestzeit bei einem Marathon ist zwei Stunden 47 Minuten“, erzählt er, „mit dem Holstentor im Gepäck will ich es unter drei Stunden 54 schaffen.“ Dann hätte er den bisherigen Rekord geknackt, den ein Läufer in einem Londoner Wahrzeichen zurückgelegt hat, erzählt er. Doch einfach wird das nicht. Mietz ist mit einem Kostüm unterwegs, das geschätzt vier Kilo wiegt und höchstwahrscheinlich windanfällig ist. Probegelaufen ist er damit erst einmal in Lübeck. Trainiert hat er mit einem Rucksack.

Das Holstentor besteht aus Holzrahmen, Rankhilfen und Stoff

Einer der größten Marathons der Welt

Der BMW Berlin Marathon ist einer der größten Marathons der Welt. Er fand erstmals im Oktober 1974 als Berliner Volksmarathon statt. Auf der Strecke wurden bisher zehn Weltrekorde aufgestellt. Die Veranstaltung zählt zur Vereinigung der Abbott World Marathon Majors (AWMM), einem Zusammenschluss der bedeutendsten Marathons weltweit. Dazu zählen die Läufe von New York, Tokio, Boston, Berlin, London und Chicago.

Beim Bauen des Tores ist der Sportler kreativ gewesen. Die Unterkonstruktion besteht aus einem Holzrahmen, den er mit Latten aus dem Baumarkt zusammengezimmert hat. Für die beiden Türme wählte er Rankhilfen für Pflanzen. „Danach haben wir rundherum Stoff befestigt, den ein Graffiti-Künstler gestaltet hat.“ Inklusive Inschrift, Rasenfläche und 875-Jahre-Logo für das Stadtjubiläum. Geholfen haben ihm beim Basteln und Nähen Lauffreundin Birgit Reinecke und seine Frau, Iris Schmuck-Barkmann.

Mietz ist „definitiv stolz“, dass er mit Lübecks Wahrzeichen bei dem Mega-Ereignis dabei ist. „Ich habe in Lübeck studiert und wohne sehr gerne hier, obwohl ich in Hamburg arbeite“, sagt der Informatiker. Seit über zehn Jahren gehört er zu einer Laufgruppe der Uni Lübeck, mit der er auch regelmäßig trainiert. „Ich laufe drei bis fünf Mal die Woche Strecken von vier bis 33 Kilometern.“ Mal schnell, mal auf Ausdauer. Mal am Elbe-Lübeck-Kanal, mal an der Wakenitz.

Bereits zehn erfolgreiche Teilnahmen in Berlin

Inzwischen ist der Sportler schon über 30 Marathons gelaufen, im Schnitt drei pro Jahr. Meist in Berlin, Hamburg und Lübeck. Außerdem hat er eine 100-Kilometer-Strecke in der Schweiz und den Ironman Hamburg bewältigt.

Der Marathon in der Hauptstadt ist für Mietz nicht nur aufgrund des Guinness-Weltrekords ein besonderes Ereignis. „Ich bin in Berlin letztes Jahr zum zehnten Mal gefinisht und daher im Jubilee-Club.“ Außerdem hat er seiner Frau 2016, im Anschluss an den Marathon, vor dem Reichstag einen Heiratsantrag gemacht. „Sie ist auch Läuferin, das passt perfekt.“

Weitere Rekorde werden anvisiert

Der Lübecker ist nicht der einzige Teilnehmer, der einen ungewöhnlichen Rekord aufstellen will. „Guinness World Records“ und der BMW Berlin Marathon kooperieren zum dritten Mal und geben insgesamt vier Läufern und einem Skater in ungewöhnlichen Outfits eine Chance. Mit dabei sind neben Mietz eine Frau im Sari und drei Männer als Superheld, Astronaut sowie französisches Dienstmädchen.

Wenn der Lübecker heute, 16. September, an den Start geht, hofft er auf eine gute Position und wenig Gedrängel. „Ich nehme ja schon ziemlich viel Platz in Anspruch mit meinem Holstentor“, sagt er lachend. So wird er auch beim Publikum für Aufsehen sorgen.

Hier kann man gut zuschauen beim Berlin-Marathon

Die beliebtesten Zuschauerplätze entlang der Strecke sind unter anderem Siegessäule, Bundeskanzleramt/Reichstag, Friedrichstadtpalast, Gedächtniskirche, Potsdamer Platz, Unter den Linden und das Brandenburger Tor. Dass er es bis zum Ziel schafft, stellt er nicht infrage. „Aufgeben ist für mich keine Option.“ Nur das mit der Zeit könnte schwierig werden, sagt er. „Aber es wird sicherlich eine Menge Adrenalin dabei sein und mich hoffentlich pushen.“

Cosima Künzel

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