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20:30 21.10.2013
Micha Thamm (l.) und André Nimz proben vor einem Flugzeughangar in Termez für ihren Auftritt vor Soldaten der Bundeswehr. Quelle: Two to Rock

Sie haben Usbekistan und Afghanistan gerockt. Die Lübecker André Nimz und Micha Thamm haben ihren bislang ungewöhnlichsten Gig hinter sich. „Ich mache seit 25 Jahren Musik, aber das war bislang das Größte, was ich auf einer Bühne erlebt habe“, so Micha Thamm, die eine Hälfte von Two to Rock. Die beiden Musiker waren von der Bundeswehr eingeladen worden, Konzerte für die Truppe zu geben (LN berichteten).

Mit einer Transall wurden sie zum knapp 5000 Kilometer entfernten Luftwaffenstützpunkt in Termez in Südusbekistan geflogen. An Bord: 1000 Kilogramm Ausrüstung und Gepäck. In Termez wurden die Lübecker gleich nach der Landung begeistert empfangen. Tags darauf sollten sie auf dem dortigen Oktoberfest auftreten. Entsprechend groß war die Erwartungshaltung innerhalb der Truppe. „Wir waren schon sehr aufgeregt, wussten wir doch nicht, was uns erwartet“, sagt Micha Thamm. Doch schon nach den ersten Akkorden hatten sie das Publikum auf ihrer Seite — vom Gefreiten bis zum Kommandeur. Etwa 150 Soldaten und Soldatinnen feierten das Lübecker Gitarrenduo in der Bar „Area 51“. Zweieinhalb Stunden begeisterten Two to Rock mit Titeln von AC/DC und Metallica, aber auch von Lady Gaga und Abba.

Hardrock statt Blasmusik, das kam bei den uniformierten harten Jungs und Mädels an. Am Ende erlebte Micha Thamm sein erstes Stage-Diving. Die Soldaten trugen ihn auf Händen. „Ein irres Erlebnis“, schwärmt der Musiker. Überhaupt waren beide von der Herzlichkeit überrascht.

Nach dem Auftritt in Termez ging es weiter nach Mazar-i-Scharif in Afghanistan. Dort sind etwa 8000 Soldaten im Rahmen der internationalen Schutztruppe ISAF stationiert. „Wir waren plötzlich in einer ganz anderen Welt“, erzählt André Nimz. „Während es in Termez wie in einer kleinen Stadt zugeht, ist Mazar-i-Scharif ein befestigtes Lager aus Zelten und Containern in einer steinigen Wüstenlandschaft.“ Der Ort wirke mit seinen strengen Sicherheitsvorkehrungen, den Wachtürmen und Mauern wie eine Festung — sehr bedrückend. „Wenn du dich zum Essen anstellst, stehen vor und hinter dir mit Maschinenpistolen bewaffnete Soldaten in der Schlange. Das ist schon sehr skurril“, so Micha Thamm. Gefährlich sei es aber nicht gewesen. In Afghanistan spielten sie am Abend auf einer Freilichtbühne vor rund 1000 Zuhörern. Auch dort wurden die deutschen Akustik-Hardrocker gefeiert. In der Messe hängt jetzt das Banner von Two to Rock neben der Deutschlandfahne. Zum Abschied standen die Soldaten auf dem Rollfeld Spalier. Jetzt hat André Nimz und Micha Tamm der Alltag wieder. Am Wochenende spielten Two to Rock in ihrem „Wohnzimmer“ im Mac Thomas.

hp

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