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Lübeck Rudern gegen Krebs fährt 31 000 Euro ein
Lokales Lübeck Rudern gegen Krebs fährt 31 000 Euro ein
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17:18 08.09.2018
Sie rudern für die Sana-Klinik (v. l.): Florian Nolte, Michele Tarquinio, Dr. Christian Frank und Benjamin Regorz. Quelle: Wolfgang Maxwitat
St. Jürgen

Es hat schon ein wenig Volksfestcharakter, wenn so viele gut gelaunte Teams zum Rudern gegen Krebs antreten. Und so gab es auch bei der 7. Auflage der Benefizregatten gestern „eigentlich nur Gewinner“, wie Radio-Moderator Andreas Otto sagte. 55 Boote wurden für den guten Zweck zu Wasser gelassen.

Die Benefiz-Veranstaltung der Stiftung Leben in Kooperation mit dem Lübecker Frauen Ruder-Klub (LFRK) und dem Lübecker Ruder-Klub (LRK) ist die 99. Regatta gegen Krebs. Steffen Börms, Chef des LRK, und Margrit Wermbter, Vorsitzende des LFRK, rechnen mit einem Erlös in Höhe von 31 000 Euro. „Die Stiftung Leben ist eine ganz wunderbare Sache für uns. Wir erfahren Wertschätzung, weil andere für uns da sind“, sagt eine Krebspatientin, die anonym bleiben möchte. „Wir freuen uns ganz besonders darüber, dass man uns das Rudern zutraut“, sagt die Frau, die sich darin „stetig verbessere“. Es sei auch die Gemeinschaft auf dem Wasser, die sie schätze. Gestern stieg die Patientin auch in ein Boot, das Patienten-Boot „die Trave Nessies“. Jährlich widmet sich Christof Degen, Physiotherapeut bei der Sana-Klinik, etwa 15 Patienten. „Während im Sommer gepaddelt wird, geht es im Winter auf die Ergometer der Ruder-Klubs“, sagt Degen. „Mich freut besonders, dass Patienten bei der heutigen Regatta dabei sind, die schon seit Beginn der Aktion mitrudern.“ Das Training eigne sich „sehr gut“ für Krebspatienten. „Die Intensität des Trainings passen wir an die Tagesform des Patienten an“, sagt Degen. Werde der Körper nicht bewegt, baue er ab. Claus Feucht Vorstandsmitglied der Stiftung Leben mit Krebs, fügt hinzu: „Wir brauchen diese therapeutischen Projekte. Es geht um Stärkung des Immunsystems, Fitness, und, was ganz besonders wichtig ist, um den Ausbau sozialer Kontakte.“ Feucht dankte gestern unter anderem der Possehl- und der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung, „ohne die die Aktion nicht denkbar wäre“.

„Hier wird Spaß und Lebensgeist trainiert“, sagte Otto. In der Tat: Die Sana-Klinik startete gleich mit 20 Teams. Und die hatten sich lustige Namen wie „Die flotten Krebse“, „Sana-Bettenflitzer“ oder „Sa(h)na-Schnitte“ ausgedacht. Kreativ war auch das Zentrallabor Lübecker Ärzte mit dem Team „Juventus Urin.“ Überhaupt waren eine Menge Mediziner am Start. Als Steuermann begleitet der Lübecker Facharzt Jörg Ruser eines der Boote. Und Bauvereins-Vorstand Stefan Probst – selbst begnadeter Ruderer beim LRK – hatte Kardiologen der Sana-Klinik, die „Hard Attacks“, für die Benefizregatten fit gemacht. Heute geht auch Probst als Steuermann ins Boot. Als einer der ersten Teilnehmer ist Mitja Schöllkopf wieder an Land. „Es war wackelig und lustig“, sagte Schöllkopf aus einem der Sana-Teams. „Außerdem kann man wunderbar helfen.“ Helfen lassen konnte man sich auch bei Marvin Schneider von der Grone-Schule. Sie ist immer dabei, wenn gegen Krebs gerudert wird. Bei Schneider und seinem 12-köpfige Schülerteam konnten sich geschundene Ruderer wohltuend massieren lassen.

250 Meter lang ist die Strecke auf dem Kanal-Trave. Während die Boote vorbeiziehen, gibt es frenetischen Applaus. Den erhalten auch die Sieger: Abgeräumt haben bei den Einsteigern die Hörakustiker mit dem Team „Hörschnecke“. Bei den Experten siegen die „Wellenreiter“ von Dräger. Und die Patientenboote „Rosa Mäuse“ (Segeberger Kliniken), „Trave Nessies“ (Sana), „Alsterchaoten“ (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) und „Die flotten Krebse“ (Sana) rudern alle auf den ersten Platz.

Die Versteigerung des alten Gig-Doppelzweiers „Ratzeburg“ brachte 450 Euro ein und ging an eine private Sammlung von Sana-Mitarbeitern. „Künftig wird das Boot das Foyer zieren“, so Sana-Sprecherin Birte Gruhle.

Rüdiger Jacob

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