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Lübeck Drogendealer aus Lübeck steht vor Gericht
Lokales Lübeck Drogendealer aus Lübeck steht vor Gericht
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15:15 27.09.2018
Insgesamt neun Objekte durchsuchten die Beamten am 21. März. Hier sind sie gerade in der Lindenstraße unterwegs. Quelle: Holger Kröger
St. Lorenz Nord

Von langer Hand hatten Beamte des Landeskriminalamtes die Durchsuchung im Drogenmilieu geplant, bei der insgesamt neun Objekte in Lübeck unter die Lupe genommen wurden. Darunter auch die Wohnung des inzwischen 26-jährigen Lübeckers Kevin H. (Name geändert) in Buntekuh. Dort wurde er am Morgen des 21. März dieses Jahres festgenommen. Seit heute muss er sich vor dem Landgericht Lübeck verantworten. Ihm werden bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Als der Angeklagte in den Gerichtssaal geführt wird, sieht er sich etlichen Verwandten und Freunden auf den Zuschauerplätzen gegenüber. „Unsere Familie hält zusammen“, sagt eine Frau, und die anderen nicken zustimmend. Kevin H., ein kräftiger junger Mann mit modischem Undercut und Tätowierungen zwischen Auge und Schläfe, an Jochbein und Hals, verliest wenig später eine schriftliche Einlassung, macht aber sofort klar, dass er nur für sich spreche und zu keinerlei Aussagen gegen mögliche andere Beteiligte bereit sei.

Angeklagter räumt geplanten Deal ein

Kevin H. räumt ein: „Es ist zutreffend, dass ich Marihuana und Haschisch veräußern wollte, zuvor hatte ich entsprechende Kontakte geknüpft.“ 5,3 Kilo Cannabisblüten und 500 Gramm Haschisch, gepresst als Platte, hatten die Beamten bei der Durchsuchung morgens um 6 Uhr in der Wohnung gefunden. Dazu noch zwei einsatzbereite Schusswaffen, die in einer Box auf einer Vitrine im Flur der Wohnung lagen. Die Waffen in der Wohnung, so der Angeklagte, seien dort nur umzugsbedingt „zwischengelagert“ gewesen.

Zu dem geplanten Drogendeal kam es gar nicht erst. Kevin H. hatte zuvor nach eigener Aussage Kokain und Alkohol konsumiert, um sich auf eine schmerzhafte Sitzung beim Tätowierer vorzubereiten, schließlich den Termin für den Deal verschlafen. „Ich bin erst wach geworden, als die Polizei in die Wohnung stürmte.“

Konspirative Telefonate abgehört

Ins Visier der Ermittler war der 26-Jährige geraten, weil Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) Kiel schon längere Zeit im Lübecker Drogenmilieu ermittelten und Telefonüberwachungen und Observierungen verschiedener Verdächtiger vornahmen. Und dabei sei irgendwann auch Kevin H. aufgetaucht, der sich unter anderem durch „sehr konspirative Gespräche“, so ein als Zeuge geladener Kriminalbeamter aus Kiel, verdächtig gemacht habe.

In seinen Einlassungen zu Beginn der Verhandlung unter Vorsitz von Richter Kai Schröder schilderte Kevin H. den bisherigen Verlauf seines Lebens: Nach dem Realschulabschluss hatte er eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann absolviert, sein Fachabitur gemacht und kurz Betriebswirtschaft studiert. Nach Abbruch des Studiums muss es irgendwann einen Knacks in seinem Leben gegeben haben: H. arbeitete offenbar zeitweise im Hamburger Wachgewerbe, bezog darüber hinaus Hartz IV und konsumierte zunehmend Drogen.

Früher Kontakt mit Drogen

Dabei hatte seine Drogenkarriere, wie er selbst schilderte, schon deutlich früher begonnen: mit 14 Jahren Speed, mit 18 Kokain, irgendwann auch Ecstasy, dazu Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Anabolika. Schließlich, so ist zu vermuten, brauchte er Deals zur Finanzierung der eigenen Sucht.

Der Prozess wird am Mittwoch, 17. Oktober, ab 9.30 Uhr in Saal 315 des Landgerichts, Schwartauer Landstraße 9-11, fortgesetzt. Dann wird ein psychiatrisches Gutachten erwartet. Zudem soll die ehemalige Lebensgefährtin des Angeklagten aussagen.

Sabine Risch

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