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Lübeck Lübecker wegen Missbrauchs seiner Tochter (2) vor Gericht
Lokales Lübeck Lübecker wegen Missbrauchs seiner Tochter (2) vor Gericht
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22:49 19.04.2017
Die Staatsanwaltschaft Lübeck erhebt Anklage gegen zwei Männer wegen des Verdachts auf schweren sexuellen Missbrauchs eines Kleinkindes. Quelle: Sabine Latzel
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Lübeck

„Einer der Angeklagten ist der Vater des Kindes“, informierte Staatsanwalt Christian Braunwarth gestern die LN. Der 28-Jährige habe seine Tochter vom Sommer des vorigen Jahres bis zu seiner Festnahme im November neunmal schwer sexuell missbraucht, geschlagen und in drei Fällen vergewaltigt. „Zweimal brachte er sie durch Knebelung in die Gefahr des Todes“, sagte Braunwarth. Ein 47-Jähriger ist in vier Fällen als Mittäter angeklagt. Er war bei den Vergewaltigungen und den Knebelungen dabei.

Ihre sexuellen Handlungen filmten die Männer und verbreiteten das so hergestellte kinderpornographische Material auf Foren im Dark net. Auf diese Weise bekam auch ein Zeuge die Bilder zu Gesicht, den der Vater des Kindes auf einer Internet-Dating-Plattform kennengelernt hatte.

Der neue Bekannte sei jedoch auf der Suche nach homosexuellen Kontakten gewesen, berichtete der Staatsanwalt. Braunwarth: „Der Kindsvater schickte ihm im Rahmen eines Chats per Whatsapp Fotos und Videos von den Missbrauchshandlungen.“ Offenbar war der Mann von den gezeigten Gewalttaten so schockiert, dass er sich Anfang November an das Lübecker Jugendamt wandte. Dieses wiederum benachrichtigte die Polizei, die den Vater drei Tage später festnahm.

Der Angeklagte habe die Taten teilweise eingeräumt, stellte der Staatsanwalt fest. Aufgrund seiner Aussagen konnte auch der 47-jährige Mittäter gefasst werden. Wegen weiterer Beteiligter ermittelt die Staatsanwaltschaft noch. „Es gab etwa 50 Abnehmer“, erklärte Braunwarth. Sie hätten den Missbrauch in Live-Chats mitverfolgt. Den Tätern sei es dabei nicht um Geld gegangen, führte Braunwarth aus.
Die Spuren führen unter anderem nach Ostholstein, wo im Januar ebenfalls ein Mann festgenommen wurde, der inzwischen laut Staatsanwaltschaft jedoch wieder auf freiem Fuß ist. Braunwarth: „Dagegen haben wir Beschwerde eingelegt.“ Zusammen mit dem Vater des Kindes soll dieser Beschuldigte eine weitere Tat zum Nachteil des Kindes geplant haben.

Das Kleinkind sei schwer traumatisiert, sagt Christian Braunwarth. Es befinde sich in Obhut der Mutter, die von den Taten nichts gewusst habe. „Das geschah nachts oder wenn die Mutter arbeiten war.“ Der Vater selbst sei zuletzt arbeitslos gewesen, zuvor habe er wechselnde Jobs gehabt, unter anderem in einem Schnellrestaurant in Lübeck. Der wegen Eigentumsdelikten vorbestrafte Mann sitzt nun, ebenso wie der 47-jährige Mittäter, in Untersuchungshaft in der Lübecker JVA Lauerhof.

Von Marcus Stöcklin

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