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Lübeck Die Bilanz des Gründungsviertels
Lokales Lübeck Die Bilanz des Gründungsviertels
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16:22 18.12.2018
Blick auf das Gründungsviertel: Am Fuße von St. Marien entsteht ein modernes Wohnquartier – aufgebaut nach historischen Parzellen. Quelle: Timon Ruge
Lübeck

Außergewöhnliches Wohnquartier: das Gründungsviertel am Fuße von St. Marien. Jetzt sind fast alle Parzellen verkauft und die Stadt zieht Bilanz. Investiert wurden in dem neuen Viertel 70 bis 80 Millionen Euro. Die Stadt selbst hat acht Millionen Euro ausgegeben – und 7,8 Millionen Euro eingenommen. Unterm Strich macht sie 200 000 Euro Minus.

2021 soll alles fertig sein

Historische Parzellen, moderne Häuser – das ist die Devise im Gründungsviertel. Das aufwendige Projekt hat die Stadt selbst entwickelt. Es ist in dieser Form bundesweit einmalig. Mitten in der historischen Welterbe-Altstadt entsteht ein modernes Wohnviertel für 500 Menschen. Es wird durch drei Parallel-Straßen gebildet: Braun-, Fisch- und Alfstraße. Geplant wurde das Quartier bereits 2012 – vom damaligen Bausenator Franz-Peter Boden (SPD). Baustart war 2017, fertig soll alles 2021 sein. Die Straßen werden dann ab 2022 hübsch gemacht.

Zwei Grundstücke frei

Jetzt ist das Projekt so gut wie abgeschlossen, obwohl erst zwei Häuser stehen. Denn: Fast alle Grundstücke sind verkauft. Das 10 000 Quadratmeter große Areal gehört der Stadt. Darauf sind 38 Grundstücke entstanden – nach den Grundrissen der historischen Parzellen des Mittelalters. Davon sind 36 Grundstücke vergeben. 14 Grundstücke sind verkauft. Zwei werden Anfang 2019 veräußert. Die restlichen Grundstücke haben sich Interessenten per Vertrag gesichert. Sie dürfen das Grundstück eine Zeit lang entwickeln und dann kaufen. Zwei Grundstücke sind noch zu haben. Das Haus in der Braunstraße 14 bleibt im Eigentum der Stadt. Es wird nicht abgerissen, da es sonst die Statik des benachbarten Hauses gefährdet. Die Stadt saniert es und veräußert es. Und das Haus in der Braunstraße 20 wurde von einer Familie wieder zurückgegeben, weil das ganze Projekt zu teuer wurde. Projektleiterin Anette Bartels-Fließ: „Das ist sehr bedauerlich.“

Alle Häuser mussten in den Gestaltungsbeirat

Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt 70 bis 80 Millionen Euro. Das Geld wird zum größten Teil von Privatleuten ausgegeben. Denn die Hälfte der Grundstücke wurde an Familien und Baugemeinschaften verkauft – zu einem Festpreis. Die andere Hälfte ging an den Meistbietenden. Im neuen Gründungsviertel entstehen insgesamt 140 bis 170 Wohnungen und Häuser. Jedes Gebäude musste durch den Gestaltungsbeirat. Dort wurde die Architektur abgesegnet. Denn die Fassaden der Häuser sollten nach historischem Vorbild gestaltet werden, aber modern. „Das Gründungsviertel ist ein besonderer Fall – so wie es ihn sonst nicht gibt“, sagt Jörg Springer aus Berlin. Er gehört dem Gremium an, das über Lübecks Baukultur wacht. Er freut sich, dass sehr individuelle Häuser entstanden sind. Aber: „Alle haben sich der Situation in dem Viertel sehr verpflichtet gefühlt“, lobt Springer die Architektur.

Mitten in der Altstadt: Am Fuße von St. Marien entsteht das neue Gründungsviertel.

Stadt macht Minus statt Plus

Die Stadt hat acht Millionen Euro investiert. Vier Millionen Euro, um die Grundstücke herzurichten, für weitere vier Millionen Euro werden die drei Straßen hübsch gemacht. Eingenommen hat die Stadt durch den Verkauf der Grundstücke 7,8 Millionen Euro. Bleibt unterm Strich ein Minus von 200 000 Euro. Eigentlich hatte die Stadt mit einem Plus von mindestens 2,5 Millionen Euro gerechnet. Allerdings: Sie hatte die Straßenausbaubeiträge mit eingerechnet, die jeder neue Anwohner zahlen sollte. Das sind immerhin 3,75 Millionen Euro. Doch die Bürgerschaft hat diese Beiträge jetzt abgeschafft. Bartels-Fließ: „Darüber haben sich die Anwohner natürlich gefreut.“

Josephine von Zastrow

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