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Lübeck Handwerkskammer: Trave-Campus 2026 fertig
Lokales Lübeck Handwerkskammer: Trave-Campus 2026 fertig
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14:51 03.12.2018
Blick aus der Vogelperspektive: Das Areal für den neuen Trave-Campus der Handwerkskammer ist im Bild rot markiert und liegt 400 Meter von der Autobahn A 20 entfernt. Quelle: GeoBasis-DE/LVermGeo SH
Lübeck

Es ist ein Mega-Projekt: Die Handwerkskammer Lübeck investiert 95 Millionen Euro in ihr neues Ausbildungszentrum – den Trave-Campus. Er wird auf dem Areal der alten Ziegelei an der Kronsforder Landstraße 60 bis 68 errichtet. Das Grundstück hat die Handwerkskammer gekauft. Der Baustart ist für 2022 vorgesehen. Fertig soll alles 2026 sein. Dann verlässt die Handwerkskammer den Priwall. Dort haben die Berufsbildungsstätte und die sechs Landesberufsschulen ihre Adresse. An dem neuen Standort wird zudem das Fortbildungszentrum der Kammer untergebracht, das derzeit an der Konstinstraße in drei Gebäuden untergebracht ist.

Millionen von Bund und Land

Wichtig: Das Großprojekt hat jetzt einen Titel – und erhält Fördergelder. „Das Baby hat einen Namen“, freut sich Andreas Katschke, Geschäftsführer der Lübecker Handwerkskammer. Für die Bezeichnung Trave-Campus haben sich die Mitarbeiter der Verwaltung und die Vollversammlung entschieden. Und vor allem: Es gibt Geld. „Wir haben die Zusage, dass wir gefördert werden“, sagt Katschke. Noch steht das Projekt am Anfang, deshalb gibt es auch keine Schecks. Aber generell fördern Bund und Land solche Bauvorhaben mit 75 Prozent. Das macht bei 95 Millionen Euro Investitionsvolumen gute 70 Millionen Euro aus. Den Rest muss die Handwerkskammer selbst aufbringen und teils finanzieren.

Etliche Werkstätten

Das fünf Hektar Grundstück an der Kronsforder Landstraße ist nahezu quadratisch geschnitten. Die neuen Gebäude dürfen drei bis vier Geschosse hoch sein. „Ich gehe davon aus, dass vieles ebenerdig angelegt werden wird“, sagt Christina Friedrich, Leiterin der Bauabteilung der Handwerkskammer. Denn: Es entstehen etliche Werkstätten, die im Erdgeschoss angesiedelt werden müssen – beispielsweise für Kfz-Lehrlinge oder angehende Bootsbauer. Auf dem neuen Campus werden jeden Tag etwa 700 junge Auszubildende unterrichtet – im Alter von 18 bis 20 Jahren. Teilweise übernachten die Lehrlinge mehrere Wochen dort. Hinzu kommen die Besucher des Fortbildungszentrums.

Handwerkskammer Lübeck

Zum Bezirk der Handwerkskammer Lübeck zählen 20 500 Betriebe mit 110 000 Beschäftigten. Dort werden 10 350 Lehrlinge ausgebildet. Der Bezirk erstreckt sich nicht nur über das Lübecker Stadtgebiet, sondern umfasst den Süden Schleswig-Holsteins. Dazu zählen neben der Hansestadt auch Kiel, Neumünster sowie die Kreise Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg und Stormarn.

Gästehaus und Mensa

Daher müssen auf dem Areal etliche Gebäude und Räume untergebracht werden. Vorgesehen sind insgesamt 37 350 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und 13 000 Quadratmeter Nutzfläche. Gebraucht werden: Werkstätten, Seminarräume und Büros für die Verwaltung. Außerdem sind geplant ein Gästehaus mit 218 Zimmern und 427 Betten, eine Mensa mit Cafeteria und Küche, eine Sporthalle mit Fitnessbereich. Zudem werden mehrere Hundert Parkplätze sowie Fahrradstellplätze errichtet. Außerdem wird die Außen-Anlage neu gestaltet.

Architektur-Wettbewerb für den Campus

Aktuell läuft der Architektur-Wettbewerb für den Trave-Campus. Anfang März sollen die Ergebnisse vorliegen. „Wir sind sehr gespannt darauf“, sagt Katschke. Anschließend wird mit den preisgekrönten Architekten die genaue Planung verhandelt. Dann muss das große Bauvorhaben ausgeschrieben und Firmen engagiert werden. Baurecht gibt es bereits auf der Fläche.

Zufahrt zur Autobahn

Das Grundstück wird auf der einen Seite von der Kronsforder Landstraße eingefasst, auf der anderen Seite von der Straße An der Wasserfahr. Dieser Weg soll für Autos geöffnet werden – damit das geplante neue Gewerbegebiet südlich der Autobahn 20 angebunden wird. Damit hat dann auch der Trave-Campus eine direkte Zufahrt zur Autobahn A 20. Zudem hält die Buslinie 16 direkt vor der Tür. Bis zum Hauptbahnhof dauert es 25 Minuten. Die Linie 15 soll künftig ebenfalls dort halten.

Priwall: Noch keine Pläne für das Areal

2016 beginnt auch der Umzug. Die Handwerkskammer verlässt das 4,5 Hektar große Gelände auf dem Priwall, das ihr gehört. Was damit passiert? „Wir wissen es noch nicht“, sagt Katschke. Klar ist: Er und die Stadt müssen sich einigen, was dort geschehen soll. Denn offiziell ist die Fläche ein Sondergebiet für Bildung. Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) hatte erklärt, dass es keine Pläne für weitere Touristen-Unterkünfte gibt. Das ist die große Sorge der Priwallianer.

Josephine von Zastrow

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