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Lübeck Lübecks Polizeichef sagt Tschüs
Lokales Lübeck Lübecks Polizeichef sagt Tschüs
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07:26 12.04.2016
Offizieller Wechsel an Lübecks Polizeispitze: Heiko Hüttmann (links) übergab gestern im Rathaus den „Staffelstab“ an seinen Nachfolger Norbert Trabs. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Heiko Hüttmann geht in den Ruhestand, ohne in den Ruhestand zu gehen. Der Leitende Polizeidirektor, seit 16 Jahren an der Spitze der Polizeidirektion Lübeck, die für die Sicherheit von mehr als 400 000 Menschen in Lübeck und Ostholstein verantwortlich ist, kann aufs Polizist-Sein noch nicht ganz verzichten. Die nächsten Monate arbeitet er im Führungsteam der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Flüchtlinge SH“ in Kiel. Er ist dort unentbehrlich. Die BAO hilft, die Flüchtlingswelle in geordnete Bahnen zu lenken.

„Ich habe elf Innenminister verschlissen.“Heiko Hüttmann

Im Audienzsaal des Lübecker Rathauses sagte Hüttmann gestern im Beisein der gesamten Polizeiführung Schleswig-Holsteins ganz offiziell und wörtlich „Tschüs“. Und offiziell übernahm der Leitende Polizeidirektor Norbert Trabs die Leitung der Polizeidirektion Lübeck, die er seit dem 1. März innehat.

Hüttmann, in Stockelsdorf wohnender leidenschaftlicher Lübecker („Ich liebe diese Stadt“), ist seit 41 Jahren Polizist und würde es immer wieder sein wollen. Den Großteil seines Polizeidienstes versah der heute 60-Jährige in Lübeck und dem Umland. „Ich habe elf Innenminister verschlissen“, erzählte er gestern mit Ironie und freut sich jetzt auf „die wunderschönen Opa-Aufgaben, die auf mich zukommen“.

Was waren seine bleibendsten Eindrücke vom jahrzehntelangen Polizeidienst? Hüttmann nennt die 1990er-Jahre und den Brandanschlag in der Hafenstraße auf das Asylbewerberheim, bei dem zehn Menschen starben; und er spricht von den Anschlägen auf Lübecker Kirchen und die Synagoge. Die „Häufung der Gewalt“ wird er nie vergessen. „Wir kamen nicht mehr aus den Stiefeln“, erinnert sich Hüttmann. „Da haben wir wirklich unsere Grenzen gespürt.“ Nazi-Demos in Lübeck, Rockerkriege, Fan- Krawalle rund um den VfB Lübeck, das G7-Außenministertreffen 2015 in Lübeck mit den höchsten Sicherheitsvorkehrungen seit Jahrzehnten und die Flüchtlingswelle, sind für Hüttmann die prägenden Ereignisse.

Viele Redner würdigten gestern die herausragenden Führungsqualitäten von Heiko Hüttmann und dessen Nachfolger Norbert Trabs. Bürgermeister Bernd Saxe dankte Hüttmann für die „überaus gute Zusammenarbeit“. Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) sagte auf der Feierstunde, die musikalisch vom Bundespolizeiorchester umrahmt wurde, der scheidende Polizeichef sei „untrennbar mit Lübeck verbunden“. Hüttmann habe „Fachkenntnisse auf höchstem Niveau“, sei „stressresistent“ und besitze „hanseatische Bodenhaftung“. Seine Arbeit sei geprägt von „hohen Qualitätsansprüchen und hohen Maßstäben an sich selbst“.

Polizeidirektor Ulf Witt betonte, Hüttmann habe in Lübeck die „rechten Aufmärsche in ihre Schranken verwiesen“. Ostholsteins stellvertretender Landrat Timo Gaarz nannte ihn eine „authentische Persönlichkeit“. Hüttmann habe die Sorgen und Ängste der Menschen sehr ernst genommen. Der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas-Michael Hoffmann beschrieb Hüttmanns Credo als Polizeichef:

„Die Polizei schützt die Freiheit, eine Meinung zu haben.“

Norbert Trabs, der von der Spitze der Polizeidirektion Itzehoe nach Lübeck wechselt, „freut sich sehr“ auf seine Arbeit als Chef der Polizeidirektion Lübeck. Wesentliche Stationen seiner Polizeikarriere lagen in der Region Lübeck. Trabs: „Es ist für mich, als ob ich nach Hause gekommen bin.“

Von Torsten Teichmann

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