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Lübeck Lübecks Sparliste: Auch die Nordischen Filmtage sind dabei
Lokales Lübeck Lübecks Sparliste: Auch die Nordischen Filmtage sind dabei
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22:42 31.10.2013
Lübeck braucht Geld. Quelle: Lutz Roessler
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Lübeck

Hiobsbotschaft für die Nordischen Filmtage: Während das Lübecker Festival zum 55. Mal die Besucher anlockt, taucht es auf der 1,3 Millionen Euro schweren Sparliste von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) auf. Die Stadt will ab 2014 weniger Geld für die Nordischen Filmtage ausgeben. Dabei geht es um 67000 Euro. Aktuell beläuft sich der Gesamtetat der Nordischen Filmtage auf 690000 Euro. Die Stadt steuert 250 000 Euro bei, Schleswig-Holstein 70000 Euro und die EU 60000 Euro. Der Rest kommt durch Sponsoren, Stiftungen und Spenden zusammen. Das Festival zieht 26000 Gäste an.

Saxes Sparliste

„Auf der Sparliste stehen schmerzhafte Maßnahmen“, gibt Saxe zu. Aber die Stadt habe sich per Vertrag mit dem Land verpflichtet bis 2017 insgesamt 28,7 Millionen Euro zu sparen. „Wenn sich Lübeck nicht daran hält, müssen wir Millionen-Hilfen vom Land zurückzahlen“, warnt Saxe. Kultursenatorin Annette Borns (SPD) sieht es anders: „Eine weitere Reduzierung des Zuschusses führt zur Aufgabe der Filmtage.“ Das Festival sammele 70 Prozent seines Etats über Drittmittel ein. Wenn sich die Stadt immer weiter aus der Finanzierung zurückziehe, führe das auch zu einer Reduzierung dieser Gelder. „Das haben die Verhandlungen des letzten Jahres deutlich gezeigt.“

Außerdem ziehe das Festival stetig mehr Besuche an, sowie hochrangige Vertreter anderer Länder und Touristen und sei ein „ein Identifikationsfaktor für viele Lübecker“.
Ob die Politiker den Sparvorschlag absegnen, ist unklar. Sehr kritisch beurteilt Grünen-Fraktionschef Thorsten Fürter die Kürzung. „Es ist fraglich, ob es für Lübeck unter dem Strich eine Einsparung ist.“ Denn das Festival locke in der touristenarmen Zeit viele Menschen an.

Auf keinen Fall dürfe das Festival in seiner Existenz bedroht werden. „Die Preise für die Filmtage werden sowieso erhöht“, wundert sich SPD-Fraktionschef Jan Lindenau über den Vorschlag. Für drei Kategorien sollen die Preise ab 2014 um je 50 Cent steigen: Das bringt 1500 Euro. Das reicht Saxes Fachleuten nicht. Sie fordern, dass alle Tickets 9,50 Euro für Erwachsene und ermäßigt 7,50 Euro kosten. Ragnar Lüttke (Linke) lehnt sowohl die Kürzung des Zuschusses als auch höhere Preise ab. „Die Filmtage sind ein Aushängeschild und haben einen Wert über Lübeck hinaus.“ Lüttke: „Die Veranstalter sollen an anderen Stellschrauben drehen.“ Ihm ist die kostenlose Verpflegung der Besucher von Eröffnungs- und Abschlussgala ein Dorn im Auge. Henning Stabe (CDU) kritisiert ebenfalls: „Bei der Eröffnung waren 300 Leute, und nicht einer hat einen Euro gezahlt“. Genauso wie bei der von der Stadt regelmäßig ausgerichteten Stunde der Begegnung sollten die Teilnehmer zur Kasse gebeten werden. Stabe sieht durchaus „Luft zum Einsparen bei den Nordischen Filmtagen“

Josephine von Zastrow und Kai Dordowsky

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