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19:19 16.01.2019
Die Wissenschaftlerin Barbara Richer am neuen NMR-Analysegerät der Universität. Quelle: Olaf Malzahn
St. Jürgen

Weinkenner können schmecken, woher ein Wein kommt. Behaupten sie zumindest. Aber mit Kernspinresonanz (nach dem englischen Ausdruck NMR abgekürzt) lässt sich die Herkunft exakt und unbeeinflusst von Vorlieben oder Tagesform bestimmen. Das ist eine der möglichen Anwendungen der Technik, die die EU, der Bund und das Land für die Universität zu Lübeck mit 4,2 Millionen Euro fördern. Der Löwenanteil davon entfällt auf drei NMR-Geräte. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) überbrachte am Mittwoch den Förderbescheid.

Von der NMR-Technik erhoffen sich Forscher am Uni-Institut für Chemie und Metabolomik neue Erkenntnisse über den Stoffwechsel – denn von den Molekülen, die den Stoffwechsel ausmachen, seien bisher nur zehn Prozent bekannt, sagte Institutsdirektor Thomas Peters. „Wir sind bei einer Analyse, die direkt in die personalisierte Medizin führt“, das heißt: zu einer Medizin, die Krankheiten nicht nur in groben Kategorien erfasst, sondern individuell – was auch die Therapien verändern wird.

Ministerpräsident Daniel Günther (r.) übergibt den Bescheid an Thomas Peters, Direktor des Instituts für Chemie und Metabolomik. Quelle: Olaf Malzahn

Die Wissenschaftlerin Barbara Richer, die aus dem Labor zugeschaltet wurde, gab zu Beginn der Veranstaltung eine Probe Lübecker Rotspons in das Gerät. Es sieht aus wie eine große Tonne. Im Innern steckt ein extrem starker Elektromagnet. Durch das Magnetfeld lassen sich Struktur und Konzentration von Molekülen in gemischten Substanzen sichtbar machen. „Im Prinzip können wir nahezu jede Art von Mischung analysieren“, sagte Richer.

Ministerpräsident Günther hob vor allem die Kooperationsmöglichkeiten mit der Ernährungswirtschaft hervor: „Wenn Wissenschaft und Wirtschaft mit solchen Geräten perfekt zusammenarbeiten können, ist das gut investiertes Geld.“ Am Ende präsentierte Barbara Richer das Ergebnis der Analyse und des Abgleichs mit einer Wein-Datenbank: Der Rotspon für den Ministerpräsidenten kam aus dem Languedoc. So, wie es auf dem Etikett stand.

Hanno Kabel

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