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Lübeck Witziges Video: Tennis, Rap und coole Sprüche
Lokales Lübeck Witziges Video: Tennis, Rap und coole Sprüche
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20:52 29.05.2018
Nur „Tennis im Kopf“ – diese Szene macht deutlich – „Spielen ganz klar in einer anderen Liga und natürlich ist am Ende auch nur einer Sieger.“
Lübeck

Politisch korrekt ist er nicht, der Songtext; die Zeilen sind zotig und vermitteln eher einen Ballermann- Duktus, mit medizinischer Fußnote. Deshalb findet sich auch direkt unterhalb der Liederstrophen bei Youtube gleich ein „Warnhinweis“ – „dieses Video repräsentiert in keiner Weise die Ansichten der Universität zu Lübeck und wurde unabhängig durch Studenten und alleinig im Kontext der Medimeisterschaften produziert.“

Denn kurz gefasst geht es um „sex, alc and rock’n roll“ – „es ist pure Satire und gibt keine Lebenseinstellung wieder“, betont daher Jan Sochurek. Zusammen mit seinen Kommilitoninnen Anna Jung und Philine Kischk produzierte der Medizinstudent der Lübecker Uni ein aufwendiges und kreatives Wettbewerbsvideo für die Anfang Juni anstehenden viertägigen Medimeisterschaften. Gesamt-Motto: Nur Liebe.

Die Vorsicht kommt nicht von ungefähr. So gab es vor zwei Jahren Wirbel um ein „Metzger“-Bewerbungsvideo aus Lübeck für die „Medis“. Da fühlte sich sogar der damalige Uni-Präsident Prof. Hendrik Lehnert bemüßigt, Stellung zu beziehen. Er bezeichnete es als „unwürdig, patientenverachtend und sexistisch“.

„Wir werden jetzt mit 450 Leuten aus unserem Studiengang vertreten sein“, sagt Sechstsemesterin Philine Kischk . „Damit sind wir als Campus relativ groß repräsentiert auf den Medis, obwohl wir eigentlich eine kleine Hochschule sind.“ Deshalb sollte mit dem Video „ein Ausrufezeichen mit hohem Qualitätsanspruch“ gesetzt werden, ergänzt ihr Kommilitone. Schließlich tritt man mit dem filmischen Werk in Konkurrenz zu den Beiträgen von mehr als 50 weiteren Hochschulen.

Dazu gibt es noch weitere Wertungskategorien wie unter anderem das Fußballturnier, mit dem alles mal begann, die besten Mottos, Fan-Fahrzeuge, Fan-Support, Bühnenshows, Flunkyball und Bubbleball, wie der Homepage zu entnehmen ist. „Und wenn man einen kleinen Siegerpokal mit nach Hause nehmen darf, ist das ja etwas fürs Uni-Ego“, merkt Philine Kischk schmunzelnd an.

Der Aufwand für die insgesamt fünf Minuten und 19 Sekunden Video-Spielzeit hatte es in sich. Das erschließt sich jedem Zuschauer. „Wir hatten sechs Locations – Holstentor, Ratzeburger See, Lübecker Hafen mit Kutterszene, Seepferdchen in der Clemensstraße sowie einen Lehr-OP“, erläutert Anna Jung, die Regie geführt hat. Sie war schon dreimal bei den „Medis“ und hebt vor allem das „starke Wir-Gefühl“ hervor.

Da der Rap-Song unter dem Titel „HL open“ – mit Anlehnung an ein Tennisturnier – bereits in den Semesterferien getextet und komponiert worden war, musste sie mit ihrer Freundin Philine Kischk Zeile für Zeile durchgehen und entsprechend nach passenden Drehorten suchen. „Danach mussten wir über Facebook die Leute aktivieren und ein Wochenende zum Filmen ausgucken“, berichtet sie. Am 5. und 6. Mai sei es soweit gewesen, und jeweils ab 8 Uhr wurde gedreht.

Mit dem Ergebnis, dass 40 Gigabyte allein an Drohnen- und 120 Gigabyte normales Videomaterial zusammengekommen sind. „Das bedeutete 25 Stunden Schneide-Arbeit in drei Nachtschichten für das Endprodukt“, so Sochurek, der erneut klarstellt, dass alles mit einem „Augenzwinkern“ gemeint sei.

Vom Mini-Fußballturnier zum Mega-Event mit 20 000 Studis

Anfang der 2000er Jahre fing alles mal mit einem kleinen Fußballturnier für angehende Ärzte und ein paar hundert Studenten an. Zehn Jahre später gab es die Veranstaltung immer noch, und man wanderte von Stadt zu Stadt, so 2012 nach Kiel. Dort nahmen sich Arzt Tobias Heising und Friedemann Egender der Sache an und professionalisierten das Event. Mittlerweile nehmen Medizin- Studierende von über 50 Hochschulen aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland teil. In den vergangenen Jahren traf man sich im thüringischen Obermehler auf einem Flugplatz-Gelände.

 Michael Hollinde

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