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Lokales Lübeck Lübecks bunte Ausgehmeile
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18:25 01.07.2017
Die angehenden Hörgeräteakustiker Eric Brücker, Tobias Kraus (l.) und Sascha Vidotto sind – wenn sie in Lübeck sind – Stammkunden bei Leo’s Juice and Burger. Sie finden die Location cool, schätzen aber vor allem die guten Burger. Quelle: Fotos: Lutz Roessler
Innenstadt

Die Mühlenstraße mausert sich zur Ausgehmeile. Lang etablierte Wirtshäuser und Gastronomien wie der Alte Zolln, Bei Ulla, oder das Restaurant Alte Schmiede bekommen immer buntere Gesellschaft. Zwischen Jazz Café, Friends, Kino und Spielhallen haben in den letzten Jahren und Monaten kleine und große, arabische, australische oder koreanische Bars und Restaurants eröffnet. Und bisher scheint das zu funktionieren.

In Mühlenstraße und Mühlendamm reiht sich eine Gastronomie an die nächste – Exotisch und vielfältig präsentiert sich die Straße im Süden der Altstadt – Doch es gibt auch Befürchtungen.

Zugang zu den Mühlen

Die Mühlenstraße wurde 1259 als eine breite Torstraße angelegt. Sie bildete den Zugang zu den seit 1920 an den Mühlendamm verlegten städtischen Mühlen.

2010 wurde der Klingenberg am nördlichen Ende der Mühlenstraße aufwendig umgestaltet. Der neue Platz mit Wasserspielen sollte sich auch positiv auf die Attraktivität der Straße auswirken.

„Wir werden gut angenommen“, erzählt Yonn-Jun Kang (56), Inhaberin des koreanischen Restaurants Onni. Seit anderthalb Jahren gibt es die kleine gemütliche Gastronomie, in der man viel Wert auf regionale Produkte und hauseigene Rezepte legt. Sehr gelungen findet das die fünfköpfige Familie Behm aus Dresden. „Wir lieben Koreanisch und informieren uns vor jedem Urlaub über die besten Restaurants vor Ort“, erzählt Katrin Behm (46). Bei Onni gibt es für die fünf einen Bulgogi Rindfleischtopf und Bibimbap. „Das sind ganz viele verschiedene kleine Gerichte auf einem Teller“, erklärt Vater Kai-Uwe Behm (47). Sein Fazit: richtig gutes Essen.

Gegenüber, bei Leo’s Juice and Burger, sind die Gäste nicht minder angetan. „Wir sind angehende Hörgeräteakustiker und kommen während des Blockunterrichts in Lübeck eigentlich immer hierher“, erzählt Eric Brücker (21), der zusammen mit seinen Freunden Sascha Vidotto (19) und Tobias Kraus (20) je einen Burger und eine große Portion Pommes bestellt hat. Sie finden: In der Mühlenstraße ist viel los, vor allem weiter unten. Das sieht auch Betriebsleiter Maximilian Lindau (28) so. „Die Mühlenstraße ist eine richtig entspannte Meile mit vielfältiger Esskultur geworden. Früher gab es viel Fast Food, jetzt finde ich es super hier.“

Was viele allerdings noch immer stört, ist das leerstehende C&A-Gebäude. „Das ist nicht so schön, auch für die Laufkundschaft nicht“, sagt Yonn-Jun Kang. Und auch Hardy Büttner, der seit 40 Jahren den Alten Zolln führt und Mitglied der Interessengemeinschaft Mühlenstraße ist, erklärt: „ Leerstehende Schaufenster wirken natürlich nicht gerade einladend.“

Und Büttner sieht auch noch andere Schwierigkeiten: „Generell ist es richtig, dass die Vielfalt hier zunimmt, das gilt aber erst einmal nur für die Gastronomie und nicht für den Einzelhandel.“ Um eine Straße dauerhaft gesund zu halten, brauche es aber Vielseitigkeit. „Früher war die Engelsgrube zum Beispiel die absolute Kneipenmeile“, erinnert sich Büttner. „Dann gab es irgendwann zu viele Beschwerden – und jetzt ist fast nichts mehr da. Wo nur Monostruktur ist, können schnell Probleme entstehen.“ Deswegen wünscht sich Büttner mehr qualifizierten Einzelhandel in der Mühlenstraße; damit die Straße nicht ausstirbt und die bunte Gastronomie bestehen bleiben kann. Und von Kontinuität versteht Büttner etwas. Seit rund 40 Jahren führt er Lübecks ältestes Wirtshaus, dessen Kundschaft die urige Atmosphäre seit jeher zu schätzen weiß.

„Das erste Mal war ich hier in der Uni-Vorwoche“, erzählt Medizinstudentin Katrin Löchte (24), die zusammen mit drei Kommilitoninnen und ihrem Professor Karl Klotz (59) zum Mentorentreffen im Alten Zolln zusammengekommen ist. Klotz findet: „In der Mühlenstraße gibt es tatsächlich mehr Kneipen und Möglichkeiten, draußen zu sitzen als noch vor einigen Jahren.“ Das gelte genauso für die Mühlenbrücke, wo sich ebenso Restaurant an Restaurant und Bar an Bar reihen. Dennoch: Eine gesunde Mischung fände auch Olivia Kempke vom Lübeck Management für die Mühlenstraße besser. Doch „leider ist die Straße für den Einzelhandel mitunter schon zur D-Lage geworden“, sagt Kempke. In dieser Hinsicht solle man die Entwicklung nicht aus den Augen lassen. Doch in der Zwischenzeit heißt es erst einmal: genießen und flanieren.

Luisa Jacobsen

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