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Lübeck Lübecks kleine Großmeister
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00:11 11.01.2017
Maxi Gossing (8, v. l.), Niklas Schmitz (8), Ole Fenski (7), Justus Sommer (7) und Hanno Hellenbroich (6) sind als bestes U-8-Team der Deutschen Vereinsmeisterschaft ausgezeichnet worden. Bei dem U-10-Turnier in Magdeburg konnten sie sich auch gegen deutlich ältere Gegner durchsetzen. Quelle: Fotos: Jan Dresing
Lübeck

Stolz trägt Niklas Schmitz (8) den goldenen Pokal vor sich her. Er hat auch allen Grund dazu. Denn gemeinsam mit seinen vier Mitspielern ist er Deutscher U-8-Meister – sozusagen. Denn bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft im Schach für die Altersklasse U 10 wurde die Mannschaft vom Lübecker Schachverein von 1873 (LSV) als bestes U-8-Team des Turniers ausgezeichnet.

„Es war wirklich cool, gegen andere Kinder aus ganz Deutschland anzutreten“, sagt Justus Sommer (7). 60 Mannschaften nahmen an der Meisterschaft in Magdeburg teil. Der LSV war gleich mit zwei vertreten: einem U-10- und einem U-8-Team, das sich gegen deutlich ältere Kontrahenten behaupten konnte. Neben der Lübecker nahmen noch zwei weitere reine U-8-Mannschaften teil.

„Die Jüngsten brauchten ein bisschen Zeit, um sich ins Turnier zu finden“, sagt LSV-Jugendwart Michael Weiss (58). „Aber alle haben sich eingesetzt und toll gekämpft.“ In der letzten von sieben Runden wurden gar alle vier Partien gewonnen. „Das gab einen Schub in der Platzierung.“ Am Ende kamen sie auf Platz 45. Den Titel als bestes junges Team gab es derweil als besondere Anerkennung.

Für die Kinder war der dreitägige Ausflug in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts ein Riesenabenteuer. Im Hotel fuhren sie ausgiebig mit dem gläsernen Fahrstuhl, spielten auf den Gängen Räuber und Gendarm. Zwischendurch mussten sie immer wieder in den Wettkampfmodus umschalten. Ein Spiel kann dabei bis zu zwei Stunden dauern – echter Denksport, sagt Niklas.

Parallel zum Denken schrieben die Kinder die Partien auf. Das habe einen Lerneffekt, erklärt Weiss. „Wir können die Partien dann nachspielen und besprechen.“ Obwohl der Leistungsgedanke auch im Schachverein eine Rolle spiele, sollte aber gerade bei jungen Spielern Freude und Begeisterung im Vordergrund stehen.

Das Spiel mit König und Dame wird unter Lübecker Jugendlichen immer beliebter. „In den Schulen hat sich in den letzten zehn Jahren viel getan“, betont Michael Weiss. Seit 2006 betreibt er eine Schachschule, die an Schulen AGs anbietet. Der Jugendwart betont, dass Schach die Schulkinder sehr umfassend bildet: „Der Sport fördert die Konzentration, Ausdauer und soziale Kompetenz sowie das räumliche Sehen und Vorstellungsvermögen. Die Kinder spielen und merken gar nicht, was sie dabei alles lernen.“

Wenn die Schüler mehr wollen, steht ihnen der Weg in den Vereinssport offen. Im LSV, der rund 180 Mitglieder zählt, spielen mehr als 70 Jugendliche. „Gute Nachwuchsarbeit geht nur, wenn man früh anfängt“, so Weiss.

Hanno Hellenbroich (6) und Ole Fenski (7) haben die Begeisterung für Schach von ihren Vätern geerbt. Zwar interessieren sich beide auch für Fußball, dem Schach gilt allerdings ihr Hauptaugenmerk. Justus Sommer mag vor allem die strategische Natur: „Es macht echt Spaß, den Kopf anzustrengen.“

Die jungen Schachspieler haben in Magdeburg viel lernen können, sagt Weiß. „Für die Kinder war es ein ganz tolles Erlebnis.“ Auch Maxi Gossing (8), das einzige Mädchen im Team, ist zufrieden: „Ich habe Selbstvertrauen bekommen, auch gegen Ältere gewinnen zu können.“

Mit großer Delegation in Magdeburg

13 Kinder zählten zur LSV-Delegation in Magdeburg. Sie spielten in zwei Mannschaften. Dazu war je ein Elternteil dabei. Michael Weiss: „Es ist toll, dass sie ihre Kinder so unterstützen.“ Die Teilnahme wurde von der Michael-Haukohl-Stiftung ermöglicht.

Die Deutschen Vereinsmeisterschaften werden in verschiedenen Altersklassen ausgetragen. Die Jüngsten starteten beim U-10-Turnier. Es wurden sieben Runden gespielt, die Bedenkzeit betrug pro Spieler und Partie 60 Minuten. In Magdeburg wurde auch das Turnier der U-12-Teams ausgetragen. Die Mannschaften mit Spielern unter 14 Jahren spielten dagegen in Düsseldorf, die mit Spielern unter 16 Jahren in Neumarkt in der Oberpfalz. Die Ältesten trafen bei der U-20-Meisterschaft in Borken (NRW) aufeinander.

 Jan Dresing

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