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Lübeck Luft in der City zu sauber: Station zieht um
Lokales Lübeck Luft in der City zu sauber: Station zieht um
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11:17 07.11.2013
An der Moislinger Allee, Höhe Einmündung Lachswehrallee, steht jetzt die Messstation. Quelle: Holger Kröger

Der Standort Große Burgstraße erfülle nicht mehr die Anforderungen der Luftqualitätsrichtlinien der Europäischen Union, begründet das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) den Umzug. Im Klartext heißt das, dass sich die Werte für Stickstoffdioxid, Feinstaub und Benzol deutlich verbessert haben. Was Joachim Lehmhaus, Leiter der Lufthygiene-Überwachung Schleswig-Holstein, bestätigt.

Der wichtigste Wert, der für Stickstoffdioxid, habe im Jahr 2012 bei 35 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gelegen — und damit fünf Mikrogramm unter dem seit 2010 geltenden Grenzwert. 2004, nach Aufstellung der Messstation, und in den ersten Jahren danach hatte der Wert zunächst 46 Mikrogramm betragen, später 44. Erst ab 2009 lag er im Jahresmittel zunehmend unter dem Grenzwert.

„Wir wissen im Detail nicht, was die Ursache für den Rückgang ist, vermuten aber, dass es damit zusammenhängt, dass der Stadtverkehr immer mehr Euro-5- und Hybridbusse einsetzt“, sagt Lehmhaus. Lkw fahren ohnehin wenig durch die Große Burgstraße, vorrangig wird sie von Pkw und Bussen genutzt. Auf alle Fälle sind weitere Dauer-Messungen überflüssig. Gerlinde Zielke, Sprecherin des Stadtverkehrs, sieht ebenfalls einen Zusammenhang. „Wenn man bedenkt, dass täglich zwischen 6 und 20 Uhr sieben Linien von Stadtverkehr und LVG durch die Große Burgstraße fahren, sind das 200 Busse in die eine, 200 in die andere Richtung.“

Seit 2008 habe man 50 Prozent der 200 Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 5 ausgestattet, die vergangenen zwei Jahre habe man zudem 30 neue Fahrzeuge mit modernster Technik angeschafft. Zudem fahren mittlerweile zehn Hybridbusse.

Dass nun die Moislinger Allee, stadtauswärts fahrend kurz vor dem Abzweig der Lachswehrallee, neuer Standort ist, hat gute Gründe. „Wir suchen Standorte in Straßen, die repräsentativ sind“, erklärt Lehmhaus. Was bedeute, dass es nicht nur stark befahrene Straßen sein müssen, sondern auch Straßen mit durchgängiger Wohnbebauung. Was an Moislinger Allee und Lachswehrallee eindeutig der Fall ist.

Von Juli 2012 bis Juni 2013 hatte das Landesamt sogenannte orientierende Messungen mit kleinen Röhrchen, die an Verkehrsschildern angebracht werden, an sechs Hauptverkehrsstraßen vorgenommen. Die höchste Konzentration an Stickstoffdioxid ergab sich — erwartungsgemäß — an der Fackenburger Allee. Doch die weist, wie Lehmhaus sagt, eben keine durchgängige Wohnbebauung auf, sondern auch Geschäfte und Parkplätze. Weshalb die Wahl auf die Moislinger Allee fiel.

In den Kreuzungsbereichen der Fackenburger Allee will das Landesamt ergänzende Messungen vornehmen, „und wenn alles gut geht, werden wir nächstes Jahr dort eine dritte Messstation aufbauen“. Nummer zwei nämlich befindet sich im Hochschulstadtteil. Dort lag die Belastung im Jahresmittel für 2012 bei gerade einmal 15 Mikrogramm. Was sich jetzt, durch den Parkhaus-Bau in Nähe der Messstation, ändern könnte.

Übrigens: Landesweit sei die Grundbelastung der Luft durch Schadstoffe wie Stickstoffdioxid, Stickstoffmonoxid, Benzol und Schwefeldioxid relativ gering, teilt das LLUR für 2012 mit.

Die Grenzwerte
40 Mikrogramm pro Kubikmeter Außenluft beträgt seit 2010 der einzuhaltende Grenzwert der EU. Ein einstündiger Wert von 200 Mikrogramm darf nicht öfter als 18-mal im Jahr überschritten werden.
Stickstoffdioxid (NO2) ist ein Indikator für Luftschadstoffe, die vor allem vom Kraftfahrzeugverkehr verursacht werden. Ein Bericht zu den Messungen in Lübeck ist in Kürze im Internet unter www.luft.schleswig-holstein.de zu finden. Dort befinden sich auch Jahresmittel-Messdaten.

Sabine Risch

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