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Lübeck Luna Simao zwischen Schule, Job und Musikkarriere
Lokales Lübeck Luna Simao zwischen Schule, Job und Musikkarriere
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14:32 09.11.2013
Luna Simao tritt am 16. November im Schuppen 6 auf. Quelle: Neelsen
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Lübeck

Lübecker Nachrichten: Sechs Wochen ist es her, seit Du beim Bundesvision Song Contest von Stefan Raab die Menschen begeistert hast. Wie hat sich Dein Leben seitdem verändert?

Luna Simao: Das Interesse an meiner Person ist viel größer geworden. Wenn ich durch die Stadt laufe, kommen ständig Leute auf mich zu und wollen ein Foto mit mir. Das ist ein Wahnsinnsgefühl. Ich denke dann immer: Das bin doch nur ich. Ich fühle mich wie vorher.

LN: Gab es eine Begegnung, die Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Simao: Ja, einmal musste ich echt lachen. Ich arbeite nach der Schule noch in einem Bekleidungsladen. Eine Kundin fragte mich, ob ich Luna Simao kennen würde, ich sähe ihr nämlich total ähnlich.

Ich habe sie dann aufgeklärt.

LN: Und Deine Mitschüler, wie haben sie auf Deinen Erfolg reagiert?

Simao: In meiner Klasse werde ich wie vorher behandelt, und das ist auch gut so. Auf dem Pausenhof kommen öfter mal jüngere Schüler an und wollen ein Autogramm oder sagen einfach nur „Hallo Luna“. Das ist süß.

LN: Du gehst zur Schule und arbeitest nebenbei. Bleibt da überhaupt noch Zeit für die Musik?

Simao: Es ist schon eine Herausforderung. Aber bisher klappt es ganz gut. Wenn ich nicht mehr genug Zeit zum Lernen hätte, dann würde ich mit der Musik kürzer treten. Die Schule geht vor.

Zurzeit arbeite ich an meinem ersten Album. Es ist aber nicht so, dass ich mich drei Stunden lang hinsetze und Songs schreibe. Das passiert immer zwischendurch, wenn mich etwas inspiriert.

LN: Was denn zum Beispiel?

Simao: Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal höre ich Musik von anderen Künstlern, und dann habe ich tierisch Bock, auch so etwas hinzubekommen. Wenn man etwas Eigenes kreiert hat, ist das ein gutes Gefühl.

LN: Welche Rolle spielt Deine Heimat dabei?

Simao: Auch wenn man es nicht direkt hört, ist jeder Song von Lübeck inspiriert. Die Stadt ist einfach meine ständige Umgebung — und das beeinflusst dann natürlich auch meine Musik.

LN: Wann erscheint Dein Album?

Simao: Anfang nächsten Jahres. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Aber ein Großteil des Albums ist bereits fertig.

LN: Wovon handeln die Songs?

Simao: Es geht, wie so oft, viel um Liebe und Freundschaft. Das sind Gefühle, die jeder kennt und mit denen sich jeder identifizieren kann.

LN: Können die Lübecker Dich demnächst noch einmal live erleben?

Simao: Ja, am 16. November singe ich im Schuppen 6 bei einem Rock- und Popkonzert der Musik- und Kunstschule. Ich freue mich sehr darauf und bin gespannt, was für ein Publikum mich erwartet.

LN: Und anders herum? Worauf dürfen sich die Zuschauer freuen?

Simao: Ich werde die Songs von meinem Mini-Album singen und auch einen Coversong: „Liebeslied“ von den Absoluten Beginnern. Ich höre sehr viel Hip-Hop und Rap und möchte den Leuten damit zeigen, was mich beeinflusst.

LN: Hat der Wettbewerb Deine musikalischen Ziele verändert?

Simao: Eigentlich nicht. Klar, ich will in den nächsten eineinhalb Jahren mein Abi schaffen. Aber jetzt und auch in Zukunft möchte ich unbedingt Musik machen. Die Reaktionen auf meinen Auftritt beim Bundesvision Song Contest haben mich in diesem Wunsch bestätigt. Ich habe auch noch keinen Plan B, falls das nicht klappen sollte.

LN: Willst Du dann in Lübeck wohnen bleiben?

Simao: Ich möchte nach dem Abitur auf jeden Fall erstmal raus aus Lübeck. Ich liebe die Stadt und bin froh, hier aufgewachsen zu sein. Aber auf Dauer ist sie zu klein, wenn man Musik machen will. Außerdem möchte ich viel von der Welt sehen.

Vor zwei Jahren entdeckt
Luna Simao wurde 1996 in Lübeck geboren. Sie hat acht jüngere Geschwister. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater stammt aus Angola. Zurzeit besucht sie die zwölfte Klasse des Johanneums. Mit sieben Jahren begann Luna Simao, Klavierunterricht zu nehmen. Mit zwölf Jahren lernte sie Gitarre spielen. Vor zwei Jahren wurde der Berliner Produzent Dennis Schneider auf Youtube auf die Lübeckerin aufmerksam. Im September startete die 17-Jährige beim Bundesvision Song Contest von Stefan Raab und wurde Sechste.
Konzert: Sonnabend, 16. November, 19 Uhr, Schuppen 6. Ebenfalls dabei: Ole Feddersen und Splonc. Karten 7,50 Euro (Schüler fünf Euro) in der Musik- und Kunstschule, Kanalstraße 42-50, und Abendkasse.

Interview: Janina Dietrich

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