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Lübeck Lust auf Blumen, Bagger und Erde
Lokales Lübeck Lust auf Blumen, Bagger und Erde
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22:46 29.09.2016
Ganz schön kippelig: Jule Horn (vorn, 14) und Mitra Kazeni (hinten, 15) testen ihr Geschick an der Schubkarre, angeleitet und beobachtet von Yannick Marczinske. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Johannes Heck hat seinen Beruf gefunden: Der 20-Jährige wird Garten- und Landschaftbauer und ist im zweiten Lehrjahr. „Es macht mir Spaß, im Freien, im Grünen zu arbeiten“, sagt er. Der Schüler der Emil-Possehl-Schule war am Donnerstag so etwas wie ein Lehrer: Beim sechsten Nachwuchtstag Gartenbau führte er Jungen und Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren über den Parcours. An zehn Stationen konnten insgesamt 260 Acht- und Neuntklässler aus sieben Lübecker Schulen ihr Geschick im Umgang mit Blumen, Setzlingen, einem Minibagger, einer Fräse samt Pflug und der guten alten Schubkarre testen und sich von fast Gleichaltrigen über die einzelnen Berufe informieren lassen.

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260 Schüler informieren sich beim Nachwuchswerbetag in der Emil-Possehl-Schule über Gartenbau-Berufe.

„Ich mag an meinem Beruf die bautechnischen Sachen am liebsten.“Dennis Maßmann (17), Azubi im Garten- und Landschaftsbau

Das ist dringend nötig, denn: Die Branche, zu der insgesamt sieben Ausbildungsberufe gehören, hat Nachwuchssorgen. Ende der 70er-Jahre, als Inke Lucht, Fachlehrerin Floristik an der Emil-Possehl-Schule, ihr Abitur machte, „gab es eine regelrechte grüne Welle, da sind viele in diesen Beruf gegangen“. Mittlerweile, ist sie sich mit Matthias Reder, Fachgruppensprecher Gartenbau, einig, seien nur noch die wenigsten Schulabgänger mit Abitur willens, eine handwerkliche Ausbildung zu absolvieren. Außerdem hätten viele Stadtkinder noch nie Kontakt zu Gartenarbeit oder Floristik gehabt.

Deshalb also die regelmäßigen Werbetage Gartenbau, an der sich nicht nur die Emil-Possehl-Schule, sondern auch Ausbildungsbetriebe aus der Region, die Landwirtschaftskammer und der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein beteiligen. Die letzten ein, zwei Jahre hätten sich die Zahlen ein wenig stabilisiert, „es geht leicht bergauf, vor allem im Gemüsebau“, sagt Reder.

Um Gemüsebau geht es an diesem Tag allerdings nicht. In einem Gewächshaus zeigen die Auszubildenden Finja Pirdzuhn (16) und Sarah Poggensee (16) Schülerinnen von der Trave Grund- und Gemeinschaftsschule, wie man einen bunten Blumenstrauß bindet: „Man muss einen Mittelpunkt haben, das Drumherum schräg stecken, außen mit Blättern stabilisieren“, erklärt Finja. Seyma und Jessica (beide 14) geben ihr Bestes, aber stellen fest: „Es ist ganz schön anstrengend“, so Seyma.

Draußen im Freien können die jungen Besucher an einer Grababdeckung arbeiten, eine Beetfläche planieren und pflügen oder aber per Minibagger einen Holzpfahl in eine schmale Röhre im Boden bugsieren.

Magnus Hürten (14) von der Prenski-Schule lässt sich von Dennis Maßmann (17) anleiten – erst bewegt sich die Baggerschaufel ein wenig ruckelig, dann schafft er die Aufgabe. „Es hat Spaß gemacht“, sagt Magnus hinterher, „aber der Bagger reagiert extrem sensibel“. Etwas gröber geht es da beim Schubkarre-Balancieren zu. Mitra Kazeni (15) stellt sich geschickt dabei an und hat Spaß an dem Schultag in Gewächshaus und Garten. Aber beruflich schwebt ihr etwas anderes vor: „Ich möchte gern Zahnärztin werden“, sagt sie.

 Sabine Risch

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