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Lübeck Medien in der Schule: Jetzt anmelden!
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17:25 27.09.2018
An der Lübecker Geschwister-Prenski-Schule startet eine der ersten Klassen mit MADS (Medien an der Schule). Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Handys im Unterricht? An den meisten Schulen verboten. Funktionierendes WLan für alle? Fehlanzeige. Tablets und andere digitale Lernmöglichkeiten für Klassen? Eher selten.

Die Digitalisierung, in vielen Lebensbereichen so rasant voranschreitend, hält in schleswig-holsteinischen Bildungseinrichtungen eher schleppend Einzug. Mit MADS, dem neuen Schulprojekt der Lübecker Nachrichten, gibt es künftig ein multimediales Angebot mehr. Interessierte Pädagogen können sich jetzt anmelden.

MADS: Jetzt anmelden

Das Projekt „Medien an der Schule“ (MADS) wendet sich an Schüler aller Schulformen der Klassenstufen 7 bis 12. Die Schüler bekommen die LN in einem oder zwei Intensivzeiträumen täglich als Klassensatz in die Schule geliefert. Zusätzlich können während des gesamten Zeitraumes e-Paper und App einbezogen werden. Die Jugendlichen üben sich im kritischen Umgang mit Medien – auch den digitalen. Sie schlüpfen selbst in die Rolle von Reportern, recherchieren, schreiben, fotografieren oder filmen für die gedruckten MADS-Seiten sowie das Online-Portal mads.de. Ein Lehrermedientag am 23. Oktober informiert interessierte Pädagogen über Einsatzmöglichkeiten von MADS und bereitet die Teilnehmer vor. Die Agentur Raufeld Medien begleitet und unterstützt Lehrer und Schüler mit Unterrichtsmaterial, Tipps und Newslettern. Eine Anmeldung für Medien an der Schule ist unter info@mads.de möglich.

Mara Domin (14) erkennt das an Instagram angelehnte Symbol im neuen MADS-Logo sofort. Auch die Sprechblase, die man aus Nachrichtendiensten wie Whatsapp kennt, ist in den gelb-roten Buchstaben zu finden. MADS steht für „Medien an der Schule“. Maras Klasse an der Geschwister-Prenski-Schule in Lübeck ist eine der ersten, die sich für das crossmediale Projekt angemeldet haben, das ab jetzt das langjährige ZiSch-Projekt (Zeitung in der Schule) ablöst. Die Achtklässler sind schon sehr gespannt auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Tageszeitung im Unterricht.

Facebook ist out, Instagram ist in

Mara und ihre Klassenkameradinnen Hannah Tietz (14) und Oriana Sava (13) sind ohnehin viel online. Sie bewegen sich per Smartphone vor allem auf Instagram, Snapchat und bei Whatsapp, „Facebook ist out“, sagt Hannah. Die Teenager teilen Links, Bilder oder Videos mit Freunden, nutzen die neuen Medien ganz selbstverständlich.

Die 8d der Geschwister-Prenski-Schule gehört zu den ersten Klassen, die mitmachen

„MADS ist dichter an der Lebenswelt der Jugendlichen, als ZiSch es war. Es ist noch abwechslungsreicher, spannender und kreativer“, findet auch ihre Lehrerin Nicole Hattenbach. Die Erweiterung des Projektes auf digitale Medien biete viele Möglichkeiten je nach Interesse und Begabung der Schüler. Für die Pädagogin ist es „notwendig und zeitgemäß, dass sich die Teenager mit digitalen Medien, ihren Chancen, Risiken und Grenzen auseinandersetzen“.

Schüler sind in der digitalen Welt zu Hause

Diesen Aspekt betont auch LN-Chefredakteur Gerald Goetsch: „MADS soll unsere jungen Leser dort abholen, wo sie unterwegs sind. Und das ist die digitale Medienwelt, in der auch die Lübecker Nachrichten längst eine starke Reichweite haben. Wir freuen uns auf die Anregungen, die wir von den MADS-Klassen bekommen. Und natürlich freue mich über jeden Schüler, der zwischendurch mal in die gedruckte Zeitung schaut.“

Die Print-Ausgabe der Lübecker Nachrichten lesen die Achtklässlerinnen der Prenski-Schule auch. In der Schule gibt es jede Woche eine aktuelle Runde zu Themen, die die Schüler interessieren. „Zum Beispiel US-Präsident Trump oder die Proteste gegen die Rodung des Hambacher Forstes“, sagt Oriana. Wie bislang auch bekommen die teilnehmenden Klassen im Projektzeitraum die LN täglich in die Schule geliefert, lernen das Medium kennen und nutzen und setzen sich damit kritisch auseinander. Jetzt sollen e-Paper und App verstärkt im Unterricht verwendet werden. „Spannend“, finden die Mädchen.

Projektwebsite für die jungen Reporter

Die MADS-Schüler schlüpfen auch weiterhin in die Rolle von Reportern. Sie recherchieren Artikel, besuchen Unternehmen, führen Interviews und fotografieren für die wöchentliche MADS-Seite in den LN. Zusätzlich werden die Beiträge nun auch auf der Projektwebsite mads.de veröffentlicht, was die Vielfalt der Darstellungsformen vergrößert. Links, Videos, Bildergalerien und andere Elemente ergänzen die klassischen Printartikel. Soziale Medien wie Instagram können in die Projektarbeit integriert werden.

Normalerweise gibt es an der Geschwister-Prenski-Schule ein ausdrückliches Handyverbot im Unterricht. „Nur manchmal dürfen wir das Smartphone für Recherchen verwenden“, sagt Mara. Die Mädchen wünsche sich vor allem mehr Interaktion, die Möglichkeit „öfter etwas zu sagen“. Dass die LN einen Instagram-Account haben, finden sie toll. „Das sollten mehr Schüler wissen.“

Das Internet ist schneller

Auch an anderen Schulen findet MADS Anklang. Michael Janneck, Schulleiter am Johanneum zu Lübeck, sagt: „Die kritische Auseinandersetzung mit Medien ist eine wichtige Kompetenz, die wir in der Schule vermitteln.“ Das ZiSch-Projekt sei eine große Bereicherung für die Schüler gewesen. Die gedruckte Zeitung werde aber als Informationsquelle zunehmend von Online-Medien abgelöst, so dass es nur konsequent sei, wenn nun aus „ZiSch“ „MADS“ werde. Am Johanneum veröffentlicht die Presse-AG ihre Artikel vorwiegend auf der Homepage. „Für die Schüler ist es viel motivierender, wenn sie ihre Texte und Bilder schnell veröffentlichen können, für die Leser interessanter, wenn sie sich zeitnah über schulische Aktivitäten informieren können. Ich bin zuversichtlich, dass sich dieser Motivationsaspekt auch bei MadS zeigen wird“, sagt Janneck.

Freie Presse und Demokratie

Bildungsministerin Karin Prien hebt daneben die Bedeutung von Medienerziehung für Demokratie hervor: „Die Pressefreiheit ist eine wesentliche Säule der demokratischen Kultur. Aber eine freie Presse ist nur dann wirkungsvoll, wenn sie wahrgenommen, gelesen und auch kritisch geprüft wird“, sagt die CDU-Politikerin. Projekte wie „Zeitung in der Schule“ oder jetzt „Medien an der Schule“ würden da einen wichtigen Beitrag leisten. „Sie ermöglichen den Schülern den Blick auf den Arbeitsalltag von Medienschaffenden und fördern den reflektierten Umgang mit den täglichen Nachrichten. Angesichts der Informationsflut durch die sozialen Medien, angesichts von Fake News und Social Bots ist das wichtiger denn je.“

Für das Projekt ist neben der LN-Redaktion die Agentur Raufeld Medien in Berlin zuständig. Sie unterstützt die Lehrer – wie sie es bislang kennen – mit Unterrichtsmaterialien und vielen Tipps rund um die Einsatzmöglichkeiten der Zeitung im Lernalltag. Regelmäßige aktuelle Newsletter ergänzen das Angebot. Interessierte Lehrer können sich unter info@mads.de für das Projekt anmelden.

Nina Gottschalk

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