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Lübeck Mahnwache für verstorbenen Obdachlosen
Lokales Lübeck Mahnwache für verstorbenen Obdachlosen
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19:13 26.11.2018
Mahnwache am Zob: Passanten trauern mit Kerzen und Rosen um den verstorbenen Obdachlosen Darius. Quelle: Agentur 54°/Christian Schaffrath
St. Lorenz Süd

In Gedenken an den am 7. November verstorbenen Obdachlosen Darius fand am Montagabend eine Mahnwache am Lübecker Zob statt. Eingeladen zu der Gedenkstunde hatten die Lübecker Linken. Die Obdachlosenhilfe Lübeck vermutete, dass der gebürtige Pole, der seit fast zwei Jahren in der Hansestadt war, erfroren ist. Die Polizei wollte sich zur Todesursache nicht äußern. Auch die Linken sprechen nun von einem Kältetod. „Es ist traurig, dass jeder Winter in einem der reichsten Länder der Welt Menschenleben kostet. Noch trauriger ist, dass es immer erst zum Äußersten kommen muss, bevor Politik und Öffentlichkeit ein Thema wahrnehmen“, so der Vorsitzende Sebastian Kai Ising. Die kalte Jahreszeit bedeute für immer mehr Menschen eine Bedrohung für Leib und Leben. Überfüllte Wohnheime und mangelnde Versorgung seien trauriger Alltag.

Wohnungsproblematik im Fokus

Neben dem Gedenken an Darius wollten die Linken auch die Wohnungsproblematik in den Fokus rücken. „Wir werden in der kommenden Bürgerschaftssitzung einen Dringlichkeitsantrag stellen und die Verwaltung auffordern, sich endlich mit den ehrenamtlichen Initiativen in der Obdachlosenhilfe zusammenzusetzen und gemeinsam ein tragfähiges Konzept für die Winterbetreuung Obdachloser zu erarbeiten“, so Ising. Dazu gehöre laut Linken nicht nur die Aufstockung des sozialen Wohnungsbaus, sondern auch die Erhöhung von Übernachtungsplätzen in den jährlich überfüllten Wohnheimen, die Bereitstellung von Wohnheimplätzen für von Obdachlosigkeit bedrohte Frauen, eine Neukonzeptionierung der Drogenpolitik, sowie ein Kältebus-Konzept zum Schutz aller Betroffenen.

Kältebus ist in Planung

Die Obdachlosenhilfe Lübeck hat einen solchen Kältebus bereits in Planung. Er würde Wohnungslosen zumindest in den Nächten Schutz vor Kälte bieten. Zustimmung für die Idee gibt es auch auf Landesebene: „Die Linke Schleswig-Holstein fordert nach dem Vorbild Berlin einen Kältebus, Wärmeräume mit Suppenküchen, mehr Plätze in Notunterkünften und die Unterstützung freier Träger und ehrenamtlichen Engagements. Ein Konzept aus der Einheit von Kältebussen und Kälteräumen sollte exemplarisch in allen Kommunen auf die Tagesordnung kommen und mit entsprechenden Finanzmitteln seitens der Städte und des Landes ausgestattet werden“, sagt der Bundestagsabgeordnete Lorenz Gösta Beutin.

mwe

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