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Lübeck Manege frei für fliegende Sänger und schnelle Jongleure
Lokales Lübeck Manege frei für fliegende Sänger und schnelle Jongleure
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16:29 14.09.2013
Die heimlichen Stars des Abends: Die Clowns der Tonito-Truppe. Quelle: Lena Schüch

Das Publikum hält die Luft an. Fünf Königstiger betreten die Manege; majestätisch, aber mit wachsamen Blick — wie jederzeit zum Angriff bereit. Lea-Sophie rutscht unruhig auf ihrem Platz herum.

„Mama, die greifen jetzt aber doch niemanden an?“, fragt die Sechsjährige und kuschelt sich eng an ihre Mutter. Durch ein Schutzgitter verfolgen beide das Geschehen in der Manege: Dompteurin Carmen Zander lässt ihre Tiger auf Podesten posieren, durch Ringe springen — die Zuschauer klatschen bei jedem Kunststück begeistert. Zwischendurch kuschelt die Ziehmutter der fünf Raubtiere mit ihren Tigern, als wären sie bloß zahme Hauskatzen. Sogar Küsschen gibt es, links und rechts. Lea-Sophie ist erleichtert. „Mir haben aber auch die kleinen Ponys sehr gut gefallen“, sagt sie. Das Publikum ist von den vielen Tieren überhaupt ziemlich begeistert: Ob Kamele, die neugierig ins Publikum schauen, und über die anschließend Lamas springen oder die Pferde, die von Natascha Wille-Busch imposant in Szene gesetzt werden — alles wird mit anerkennendem „Aaaah“ und „Ooooh“ von den Zuschauern begleitet.

Circus Busch gastiert auf dem Volksfestplatz.

Dass im Zirkus Carl Busch viel Wert auf die Haltung und Pflege der Tiere gelegt werde, betont Manuel Wille-Busch noch einmal kurz vor der Pause. „Unser Zirkus wurde ausgezeichnet wegen artgerechter Tierhaltung“, sagt der Dompteur, „davon können Sie sich nun in der Tierschau ein Bild machen.“ Anders als zuvor in Kiel, wo es beim Gastspiel des Zirkus Carl Busch laute Proteste von Tierschützern gegeben hatte, ist es auf dem Lübecker Volksfestplatz am Premierenabend ruhig geblieben.

Hinter dem Zelt bestaunen die Zuschauer in der Pause die Tiere. Größter Anziehungspunkt: Die beiden indischen und afrikanischen Elefantendamen „Karla“ und „Maschibi“, die sich gutmütig streicheln lassen. „Das ist schon toll, mal zu fühlen, wie rau die Haut eines Elefanten ist“, sagt Jessica Paulin, die sich schon den ganzen Tag auf den Zirkus gefreut hat. „Die Tiere einmal aus der Nähe anzuschauen, gehört einfach dazu“, sagt die 18-Jährige.

Aber nicht nur die Tiere, auch die Artisten begeistern die Zuschauer. Erik Muñoz jongliert temporeich mit Keulen. Angefeuert durch das Publikum springt Artist José Muñoz hoch auf dem Seil über eine spanische Flagge — und kann beim Landen gerade noch die Balance wiedererlangen: Schrecksekunde für das Publikum. Alexandra Gerbey fliegt nicht nur an den seidenen Tüchern akrobatisch durch die Manege, sondern singt zum Teil über Kopf noch eine Arie aus der Bellini-Oper „Lucia di Lammermoor“. Ihr Kollege Juri Kovalchuk, mit dem sie zusammen singend durch den Abend führt, persifliert diese Nummer später als verkleidete Diva — das Publikum lacht ausgelassen. Sowieso sind die Clowns die heimlichen Stars des Abends: Während der Umbaupausen erheitern sie die Zuschauer mal mit misslungener Tellerjonglage, mal mit schrägem Saxophon-Spiel. „Die Zeit ist schnell vergangen“, sagt Besucherin Rhonda Czaplicki am Ende der Vorstellung.

Vorstellungen heute um 15 und 20 Uhr, morgen um 15 und 18 Uhr und am Montag um 15 Uhr. Karten gibt es ab 15 (ermäßigt zehn) Euro, am Montag kosten sie zehn Euro.

Lena Schüch

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