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Lübeck Marien-Krankenhaus: Mehr Geburten, mehr Platz
Lokales Lübeck Marien-Krankenhaus: Mehr Geburten, mehr Platz
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08:22 18.01.2017
Blick von der Parade zum Dom: Neben dem Marien-Krankenhaus (l.) erstreckt sich der geplante Anbau. Quelle: GRAFIK: MEDING-PLAN + PARTNER, HAMBURG

Mitten in der Innenstadt will sich das Marien-Krankenhaus erweitern. Das wurde im Bauausschuss berichtet. Es sind ein Erweiterungsbau und ein Ärztehaus geplant. Die Kosten betragen bis zu 17,5 Millionen Euro. Der Anbau schlägt mit 12,5 Millionen Euro zu Buche. Einen entsprechenden Förderantrag ans Land hat das Marien-Krankenhaus bereits vor einem Jahr gestellt. Das Ärztehaus kostet schätzungsweise vier bis fünf Millionen Euro. Wann der Bau startet, ist noch unklar. Das hängt davon ab, ob und wann Landesgeld fließt.

„Unsere Geburtshilfe ist gut und kommt gut an“, sagt Volker Krüger, Geschäftsführer des MarienKrankenhauses. Die Zahl der Geburten ist von 1200 im Jahr 2011 auf jetzt 1600 (2015) gestiegen. Daher will sich das Marien-Krankenhaus erweitern. Die Pläne gibt es bereits seit sechs Jahren. Doch die bisherigen Entwürfe haben den Gestaltungsbeirat nie passiert. Jetzt hat das Marien-Krankenhaus einen Architekten-Wettbewerb ausgelobt – nun liegt das Ergebnis vor. Gewonnen hat das Hamburger Büro Meding-Plan und Partner. „Es ist ein sehr hübscher Entwurf“, freut sich Krüger. Die Bauverwaltung ist ebenfalls zufrieden. „Der Entwurf hat sich sehr feinfühlig mit den umliegenden Gebäuden auseinandergesetzt“, lobt Bausenator Franz-Peter Boden (SPD). „Er nimmt sich gegenüber dem Außenraum zurück“, beschreibt Chef-Stadtplaner Karsten Schröder die Architektur. Dadurch werde das Grundstück zwar kompakt bebaut, aber die neuen Gebäude wirken neben dem benachbarten Dom und der Herz-Jesu-Kirche nicht aufdringlich. Schröder: „Wir würden es begrüßen, wenn dieser Entwurf realisiert werden würde.“

Das Grundstück an der Parade gehört dem Erzbistum Hamburg, das Marien-Krankenhaus pachtet es. Darauf steht bereits das jetzige Krankenhaus. Es hat etwa 8500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Hinzu kommt noch einmal die Hälfte der Fläche – etwa 4800 Quadratmeter. Angeordnet sind die Häuser des jetzigen Marienkrankenhauses in einer U-Form – mit der Öffnung Richtung Dom.

Geplant ist der Bau von drei weiteren Gebäuden. Es ist vorgesehen, das jetzige Haus an der Parade zu verlängern. Dort soll es einen kleinen Übergang geben und dann einen langen Neubau. Der liegt etwas zurückgesetzt von der Straße, so dass der Blick auf den Dom offener wird und nicht verstellt ist. Daran schließt sich ein Quergebäude an mit der Front zum Dom, dahinter steht ein drittes Haus.

Alle Gebäude sind miteinander verbunden. Das jetzige Marien-Krankenhaus zählt vier Geschosse plus Dach. Auch die neuen Gebäude haben vier Geschosse und ein Satteldach ohne Fenster. Das quergestellte Haus in Richtung Dom zählt sogar nur drei Geschosse. Zudem ist die Dachkante bei den neuen Häusern ein wenig niedriger als bei den jetzigen Gebäuden.

Im Marien-Krankenhaus soll vor allem die Geburtshilfe ausgebaut werden, die der Schwerpunkt der Klinik ist. So ist ein neuer Kreißsaal geplant. Damit würde die Zahl auf fünf Säle wachsen. Zudem sollen Stationen vergrößert werden. Vorgesehen ist ebenfalls die Erneuerung der sechs OP-Säle und der Sterilisation. Das Marien-Krankenhaus ist ein Belegkrankenhaus. Dort operieren Ärzte mit eigener Praxis. Daher will Krüger auch ein neues Ärztehaus, in denen diese Doktoren dann ihre eigene Praxis unterbringen können. „Wir suchen noch Belegärzte“, sagt Krüger. Aus dem ehemaligen C&A-Gebäude an der Mühlenstraße soll ebenfalls ein Ärztehaus werden. Es ist sogar ein Verbindungsgang zum Marien-Krankenhaus geplant. Aus Krügers Sicht schließen sich die beiden Ärztehäuser nicht aus. „Vielleicht wird es dann verschiedene Schwerpunkte geben.“

In Zahlen

7839 Fälle wurden im Marienkrankenhaus 2016 behandelt. 1605 Geburten zählten die Ärzte. Das Krankenhaus hat 200 Mitarbeiter und 125 aufgestellte Betten. Es arbeitet mit 53 Belegärzten und anderen Partnern wie dem Schlafmedizin Zentrum Lübeck zusammen. Die Klinik gilt als traditionsreiches, christlich geprägtes Belegkrankenhaus. Es wurde 1888 an der Parade eröffnet, Ordensschwestern der Heiligen Elisabeth versorgten die Kranken.

 Josephine von Zastrow

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