Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Markttag in Buntekuh: Kohlrabi, Huhn und Zukunftssorgen
Lokales Lübeck Markttag in Buntekuh: Kohlrabi, Huhn und Zukunftssorgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:41 06.09.2013
Auf dem Parkplatz rechts vom Einkaufszentrum wird viel über den neuen Standort diskutiert. Quelle: Fotos: Cosima Künzel

Zwischen Karotten und Kohl, Geflügel und Eiern gibt es nur ein Thema auf dem Wochenmarkt in Buntekuh: Wie geht es weiter? Denn nachdem auf dem ehemaligen Marktplatz in der Korvettenstraße ein Familienzentrum gebaut wird, gibt es Diskussionen um einen neuen Standort für die Händler.

„Ich möchte endlich wissen, wo die Händler künftig ihren Platz haben“, fordert Stammkundin Monika Zirkovic (64) und befürchtet, dass die Stände bald ganz verschwunden sind. Das treibt auch Marianne Sudrow um. „Mit dem Markt wird es wohl zu Ende gehen“, sagt die Rentnerin unglücklich. Die 78-Jährige freut sich normalerweise schon die ganze Woche auf den Markttag. „Hier kann ich auch kleine Mengen für einen Zwei-Personen-Haushalt bekommen, und alles ist frisch.“

Statt der üblichen drei Händler sind an diesem Tag nur noch zwei da. Den Fischverkäufer suchen die Besucher vergeblich: Kollegen und Kunden vermuten, dass er gegen den neuen Standort protestiert.

Denn erst sollten die Stände auf dem Parkplatz links vom Einkaufszentrum stehen. Doch laut Verwaltung ist diese Fläche Privateigentum, und nicht alle Geschäfte waren damit einverstanden. Auch der Parkstreifen an der Karavellenstraße war im Gespräch. Doch die Straßenverkehrsbehörde lehnte eine Sperrung aus Gründen der Verhältnismäßigkeit ab.

„Jetzt stehen wir schon zum vierten Mal hier“, sagt Hans-Hinrich Schwardt mit Blick über den Parkplatz rechts vom Einkaufszentrum. Der 54-Jährige verkauft Geflügel, Eier und Honig seit über einem Jahrzehnt in Buntekuh, und als er anfing, waren es noch 23 Stände. „Wir haben uns um jeden Zentimeter gestritten.“ Nichtsdestotrotz will er bleiben und hat nichts gegen den momentanen Ort. „Einfaches Rangieren, Untergrund okay.“ Das Wichtigste ist für Schwardt allerdings, „dass endlich Schluss ist mit der Ungewissheit“.

Ähnlich äußert sich Sven Bössow als Vorsitzender der Marktkaufleute in Lübeck. „Ein Wochenmarkt ist kein Wanderzirkus“, betont er und fordert eine Lösung von der Bauverwaltung. „Und das muss schnell gehen.“ Aus Bössows Sicht ist der Markt keineswegs am Ende. „In Schlutup kann man sehen, wie der Wochenmarkt dank des neuen schönen Platzes aufgeblüht ist.“ Laut Detlef Räthke (69), stellvertretender Vorsitzender des Anwohnervereins Buntekuh, können weder Marktbeschicker noch Kunden mit der derzeitigen Lösung zufrieden sein. „Die Fläche muss auch für die Laufkundschaft gut sichtbar sein.“ Petra Ebersbach vom Obst- und Gemüsestand Klaus Witt ist die Fläche egal. „Hauptsache, die Kunden sind zufrieden.“ Doch auch wenn es viele Diskussionen gibt, einig sind sich hier alle: Ihr Wochenmarkt muss erhalten bleiben.

• Mehr zu Wochenmärkten:

http://www.ln-online.de/Extra/Wochenmaerkte

Cosima Künzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige