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Lübeck Martensmann bringt Wein heran
Lokales Lübeck Martensmann bringt Wein heran
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23:25 08.11.2013
Mit rotem Wams, Halskrause und Lockenperücke macht sich Horst Possehl auf den Weg. Quelle: Cosima Künzel

Das Weinfass geschultert und die Perücke auf dem Kopf, so macht sich auch in diesem Jahr der Lübecker Martensmann auf den Weg nach Schwerin. Zum 23. Mal pflegt Horst Possehl (75) den Martensmann-Brauch, der schon im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt wird. Über viele Jahrhunderte hinweg soll zu Martini (10. November) „ein trink- und essfreudiger Mann“ ein Fass Wein von Lübeck nach Schwerin gebracht haben. Verhandelt worden war dies zwischen Lübecks hohem Senat und den mecklenburgischen Herzögen in Schwerin.

Um den Anfang der Reise kulturhistorisch passend zu gestalten, hat Peter Happach seine Kutsche zur Verfügung gestellt und Heinz Stolzenburg seine Kaltblutpferde angespannt. Vor dem Lübecker Rathaus stehen die Schwarzwälder Füchse geduldig, bis Possehl die Geschichte des Brauches erzählt, sein Holzfass eingeladen und mit Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer eingestiegen ist.

Auf der Fahrt durch Lübeck verteilt der Martensmann Süßigkeiten in den Straßen der Altstadt und reist damals wie heute über Schönberg und Rehna nach Schwerin. Dort sind alle Bürger aufgerufen, von dem Wein zu kosten und sich an die Vergangenheit zu erinnern. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Brauch in Vergessenheit geraten und wurde erst 1991 vom damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Björn Engholm wiederbelebt. Seither heißt es wieder jedes Jahr zu Martini: Martensmann bringt Wein heran.

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