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14:15 08.02.2018
Diskutierten über Chancen der Digitalisierung (v. l.): Stefan Fischer, Christoph Rehmann-Sutter, Thomas Waldner, Andreas Schrader, Christian Hoffmann und Robert Habeck. Quelle: Fabian Boerger
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St. Jürgen

450 Studenten, Dozenten und interessierte Bürger beteiligten sich an der Diskussion am Dienstagabend im Audimax der Universität zu Lübeck. Wie sehr unterscheiden sich Mensch und Roboter noch voneinander, war die zentrale Frage des Abends. Darüber diskutierten unter der Leitung von Thomas Waldner neben Habeck auch Prof. Andreas Schrader, Leiter der Forschungsgruppe „Ambient Computing“, Prof. Christoph Rehmann-Sutter, Professor für Theorie und Ethik der Biowissenschaften, Prof. Stefan Fischer, Direktor des Instituts für Telematik, und Christian Hoffmann, Studiengangskoordinator für Robotik und Autonome Systeme. Und in einem Punkt waren sich am Ende alle einig: Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verschwimmen immer mehr.

„Die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschiebt sich permanent“, sagte Habeck. „Ich sehe zwar einen Unterschied, doch immer, wenn ich versuche, ihn zu definieren, wird er eingerissen.“ Zwar könne beispielsweise die Sterblichkeit als Unterscheidungsmerkmal gesehen werden, doch schon jetzt untersuche Google, was es brauche, um Unsterblichkeit erreichen zu können, sagte der neue Bundesvorsitzende der Grünen. Aus seiner politischen Position heraus verwies er auf eine weitere Herausforderung: „Algorithmen steuern nicht nur Maschinen, sondern auch die Funktionsweise der klassischen politischen Kommunikation.“ Denn der Mensch werde durch die von Algorithmen gesteuerte Personalisierung zunehmend manipulierbar, wodurch demokratische Grundsätze untergraben würden. Daher bedarf es neuer politischer und moralischer Instrumente, sagte Robert Habeck.

Aber wie kann sich die Gesellschaft vorbereiten, wenn Maschinen immer mehr Teil des menschlichen Lebens werden? Für Prof. Schrader ist es an der Zeit, gesellschaftlich umzudenken. „In einer digitalen Welt ist die kreative Schaffung von Dingen nicht mehr relevant. Vielmehr geht es darum, die richtigen Filter zu entwickeln, damit aus der Fülle an Informationen, die richtigen herausgefiltert werden.“

Prof. Christoph Rehmann-Sutter griff den Gedanken auf und ergänzte: „Es wird unsere Aufgabe sein, die Kommunikation zwischen Lebewesen und Maschinen gut zu organisieren. Wir müssen lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen.“

Bei einer Abstimmung im Hörsaal wurden schließlich auch die etwa 450 Zuhörer gefragt, ob es einen Unterschied zwischen Mensch und Maschine gebe. Die Mehrheit stimmte mit Ja.

 fbo

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